Fussball: Alex Frei für 15 Tage gesperrt
publiziert: Montag, 21. Jun 2004 / 20:14 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Jun 2004 / 21:15 Uhr

Die Berufungsinstanz der UEFA hat Alex Frei nach Konsultation neuer TV-Beweise sechs Stunden vor Beginn des EM-Spiels gegen Frankreich provisorisch für 15 Tage, also bis zum Ende der EM, gesperrt.

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Bereits am Montagvormittag und noch vor dem Entscheid der Berufungsinstanz hatte der Schweizerische Fussballverband nach eingehendem Studium der neuen TV-Bilder beschlossen, auf den Einsatz des Stürmers gegen Frankreich zu verzichten. Zweifelsfrei war nachgewiesen worden, dass Frei gegen Steven Gerrard im EM-Spiel am Donnerstag in Coimbra entgegen ersten Beteuerungen doch gespuckt hat.

SFV-Präsident Ralph Zloczower: "Ich möchte festhalten, dass Alex Frei nach zweimaliger Rücksprache bestritten hat, Steven Gerrard angespuckt zu haben. Wir verteidigten ihn, weil wir seine Unschuld vermuteten. Nachdem wir aber die neuen TV-Bilder gesehen haben, war uns klar, dass wir Freis Verhalten nicht tolerieren konnten."

Fall neu aufgerollt

Die UEFA hatte gegen das am Sonntag gefällte Urteil der Disziplinarkommission, die Frei mangels Beweisen zunächst freigesprochen hatte, Einspruch erhoben. Die neue Sachlage führte dazu, dass der Fall neu aufgerollt wurde. Am Montagmittag hat der türkische UEFA-Einzelrichter Levent Biçakçi Frei provisorisch für 15 Tage gesperrt. Die Suspension trat sofort in Kraft. Eine Anhörung und eine neue Berurteilung des Falles ist für später vertagt worden.

Wie Peter Limacher, Mitglied der UEFA-Disziplinarkammer sagte, droht Frei eine Sperre von fünf Wettbewerbsspielen -- zwei mehr, als sie Francesco Totti für das gleiche Vergehen bekommen hatte. Sollte eine solche Sanktion greifen, würde Frei automatisch einen Teil der anstehenden WM-Qualifikation verpassen.

Ernst Lämmli, der Delegierte der Nationalmannschaften, hatte Frei mit der neuen Beweislage konfrontiert. "Ich habe mit Frei gesprochen und ihm die neue Beweislage mitgeteilt. Ich glaube, dass er sich nicht bewusst war, gespuckt zu haben. Wahrscheinlich hat er im Affekt gehandelt."

Während der Verband auf Verlangen der UEFA schriftlich und fristgemäss bis 11 Uhr Ortszeit Stellung zur neuen Sachlage genommen hatte, enthielt sich Alex Frei einer Stellungnahme. Seine Interessen nimmt nun ein Anwalt wahr.

Entscheide mit ungleichen Ellen

Nach dem "Fall Frei" stellt sich die Frage, wer und bis wann nicht geahndete Verstösse aufgedeckt werden können. Wenn 24 Kameras wie in Portugals EM-Stadien alle Szenen aus verschiedener Optik aufzeichnen, entgeht kaum etwas. Jeder Hobbyfilmer könnte aber mit seiner Kleinkamera ebenfalls bildliche Beweise liefern.

Freis Fall deckte ursprünglich -- und unaufgefordert -- das ZDF auf. Die UEFA wurde erst dadurch hellhörig und leitete nach Vorabklärungen eine Untersuchung und später eine Anklage ein. Andere TV-Stationen lieferten Bildmaterial nach. Entlastendes und belastendes wie nachträglich erwiesen.

Gegen "Spucker" Frei und dessen (Not)lüge wird nun mit Verzögerung in aller Schärfe vorgegangen. Wenn aber die Kroaten, wie TV-Bilder ebenfalls beweisen, rücksichtslos und ungeahndet mit hohen Ellbogen die Schweizer traktieren, unternimmt die UEFA von sich aus nichts. Wo bleibt da die Verhältnismässigkeit? Wird mit ungleichen Ellen gemessen?

Sind Verstösse, die der Schiedsrichter übersieht und demzufolge nicht ahndet, mit optischen Hilfen nachträglich zu bestrafen? Muss nach jedem Spiel Anklage erstattet werden und eine Untersuchung verlangt werden, wenn unfaire Attacken übersehen wurden? Wenn der Schiedsrichter etwas übersieht, wird dies meist (oftmals auch zähneknirschend) akzeptiert und mit dem Hinweis, dass ein "Tatsachenentscheid" vorliegen, entkräftet. Die UEFA hat sich auf ein gefährliches Spiel eingelassen. Ihre Richtlinien sind unklar.

(von Peter Wyrsch, Coimbra/Si)

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