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Fussball: Der letzte Showdown ist ein Fernduell
publiziert: Freitag, 30. Mai 2003 / 22:22 Uhr

Die beiden Titel-Streiter GC und FCB haben unangenehme Erinnerungen an ihre nächsten Gegner. Sind YB und Xamax erneut fähig, den beiden zurzeit stärksten Schweizer Klubteams ein Bein zu stellen und damit das Meisterrennen zu entscheiden?

GC gegen Basel.
GC gegen Basel.
Die Ausgangslage vor dem letzten Showdown ist klar: Gewinnt Leader GC in Bern, dann ist er Schweizer Meister. Bei einem Unentschieden oder Niederlage der Zürcher darf der FCB gegen Xamax nicht gewinnen. Siegen die Basler und gibt GC Punkte ab, dann ist der FCB erfolgreicher Titelverteidiger und erneuter Double-Gewinner.

Die Erinnerungen an den 6. Dezember 1992 sind bei den Grasshoppers auch nach über zehn Jahren nicht gelöscht und scheinen in diesen Tagen neu auf: GC zu Gast in Bern bei den Young Boys, im letzten und entscheidenden Spiel. Damals ging es jedoch nicht um den Meistertitel, sondern um die Teilnahme an der Finalrunde. GC verlor mit 1:2 und landete unsanft, sensationell und zum einzigen Mal in der Vereinsgeschichte in der Auf-/Abstiegsrunde. Der Trainer hiess damals Leo Beenhakker und auf dem Feld stand die wohl beste GC-Mannschaft aller Zeiten: Zuberbühler, Gren, Vega, Gämperle, Meier, Joël Magnin, Murat Yakin, Sforza, Bickel, Cantaluppi, Elber, De Vicente und Közle. Gesperrt war Alain Sutter und verletzt ein gewisser Marcel Koller.

"Ich habe gewusst, dass dieses Spiel wieder hervorgekramt wird", sagt Koller und verweist gleichzeitig darauf, dass sich seine Erinnerungen an die damalige Blamage auf das machtlose Zuschauen auf der Tribüne beschränkten. Weitere Verbindungen mit dem heissen Match von heute Abend will er keine erkennen: "Ausser mir ist kein anderer GC-Spieler mehr dabei. Zudem geht es jetzt um den Titel und nicht gegen den Fall in die Abstiegsrunde. Wir haben ein viel verlockenderes und erfreulicheres Ziel vor Augen."

Statistik spricht für GC

Für Koller wäre es eine Riesenenttäuschung, Platz 1 im letzten Spiel noch abgeben zu müssen, nachdem die Zürcher die ganze Saison vorne lagen: "Ich glaube aber an Gerechtigkeit." GC war diese Saison nicht nur 35 Runden lang NLA-Tabellenführer, sondern auch statistisch die beste Mannschaft: 78 Punkte wurden erobert (Basel 76), nur drei Niederlagen eingesteckt (Basel 5) und eine Tordifferenz von +52 (Basel +50) erzielt. Alle diese hervorragenden Werte könnten jedoch nur schon mit einem Unentschieden in Bern nutzlos werden.

Die Grasshoppers können die Partie in Bern annähernd mit dem bestmöglichen Kader bestreiten. Einzig der Ausfall des gesperrten Abräumers Mihai Tararache passt Koller nicht ins Konzept. Kontrahent FCB hat jedoch im Fernduell gegen Xamax weitaus gewichtigere Ausfälle zu verkraften. Mario Cantaluppi und Christian Gimenez sind beide gesperrt. Eingehandelt im letzten Showdown im Zürcher Hardturm, das die Zürcher nicht nur wegen dem Resultat (2:2) besser verdaut haben.

Negative FCB-Bilanz gegen Xamax

Unangenehm auf dem Magen liegt den Baslern auch das letzte Aufeinandertreffen mit Gegner Xamax in der Hinrunde: Nach der 1:3-Niederlage auf der Maladière wuchs der FCB-Rückstand auf GC auf vier Punkte an, eine Differenz, welche die Basler seither nicht mehr gänzlich wettmachen konnten. Die Basler taten sich aber schon bei früheren Gelegenheiten gegen die Neuenburger äusserst schwer: Die absolute Heimbilanz gegen Xamax seit 1973 ist mit 13 Niederlagen gegenüber 11 Siegen negativ und auch in den insgesamt 17 Heimspielen seit Einführung des aktuellen Modus behielten die Gäste mit 8 Siegen (Basel 5) die Oberhand. Trotz dieser Schwierigkeiten ist die Gefahr des Unterschätzens nach dem 6:0-Kantersieg im Cupfinal am 11. Mai aber latent vorhanden.

Die entscheidende Frage im Fernduell ist, ob YB und Xamax nach dem vorzeitigen Erreichen des UEFA-Cups überhaupt noch in der Lage sind, ihren zu allem entschlossenen Gegnern ernsthaften Widerstand zu leisten. "Es ist entscheidend, wie wir die Partie beginnen", sagt Koller, starten wir konzentriert wie in der letzten halben Stunde gegen Wil, dann dürfte der Wille von YB bald einmal erlahmen. Beginnen wir jedoch wie gegen Wil, dann könnten wir eine böse Überraschung erleben."

Ressentiments bei Chappi & Co.

Koller ist davon überzeugt, dass die von ihm, seinem Vorgänger Hans-Peter Zaugg oder noch früher ausgemusterten ex GC-Spieler Stéphane Chapuisat, Gürkan Sermeter, Joël Magnin und Avraham Tikva heute Abend mit ganz speziellen Ressentiments ans Werk gehen werden. Zudem werden sich YB-Trainer Marco Schällibaum und die beiden aussortierten Armenier Harut Wardanjan sowie -- der von GC umworbene -- Artur Petrosjan mit einer positiven Leistung von ihrem Anhang verabschieden wollen.

Solche Ambitionen hegen die Xamax-Spieler auswärts im Basler St.-Jakob-Park zwar nicht, doch die angeschlagene Ehre und der geknickte Berufsstolz nach der blamablen Cupfinal-Niederlage dürfte zweifellos für ein couragierteres Auftreten sorgen.

Der letzte Spieltag in der NLA-Finalrunde auf einen Blick

Basel - Neuchâtel Xamax (Letzte Duelle: 1:1/1:1/1:3). -- Anspielzeit: Samstag, 20.15 Uhr. -- SR Nobs. -- Gesperrt: Cantaluppi, Gimenez; Portillo, Buess. -- Verletzt/Abwesend: Barberis, Tum, Ergic (krank), Tchouga (Todesfall in der Familie); Tsawa, Delay. -- Fraglich: Atouba (Grippe) und Smiljanic (Knie). -- Bemerkungen: Die 1:3-Niederlage im Finalrunden-Hinspiel hat den FCB möglicherweise den Titel gekostet. Die Neuenburger hegen dafür Revanchegelüste für das 0:6-Debakel im Cupfinal. Abschiedsspiel für die Xamaxiens Leandro (zum FCZ?) und Simo (Servette/Frankreich?).

Young Boys - Grasshoppers (0:4/0:2/0:4). -- Anspielzeit: Samstag, 20.15 Uhr. -- SR Meier. -- Gesperrt: Descloux; Tararache, Mitreski. -- Verletzt: Hänzi, Berisha, Fryand, Tikva (fraglich); Hodel, Gerber, Eduardo (angeschlagen). -- Bemerkungen: GC hat Rekurs gegen die Spielsperren von Mitreski eingelegt, möglicherweise wird der Mittelfeldspieler im letzten Moment spielberechtigt. Letztes Spiel für YB-Trainer Schällibaum (zu Servette) und die beiden Armenier Wardanjan und Petrosjan (zu GC?).

Zürich - Servette (3:1/0:2/1:2). -- Anspielzeit: Samstag, 20.15 Uhr. -- SR Bertolini. -- Verletzt: Yasar, Bastida, Nef; Roth, Fournier, Thurre, Jaquet, Lombardo, Pont, Miéville, Comisetti, Lanoizelet. -- Bemerkung: Kehrauspartie ohne sportliche Zielsetzung. Weil Servette auf eine UIC-Teilnahme verzichtet, ist der FCZ bereits qualifiziert. Vor der Partie wird der frühere Servette-Trainer Lucien Favre als neuer FCZ-Coach vorgestellt. Abschiedsspiel von Senderos (zu Arsenal).

Wil - Thun (1:5/0:3/1:1). -- Anspielzeit: Samstag, 20.15 Uhr. -- SR Beck. -- Gesperrt: Callà, Fabinho; keiner. -- Verletzt: Bamba, Thomas Balmer; Cerrone, Christoph Baumann. -- Bemerkungen: Deumi kann bei den Thunern dank der Begnadigung durch die Rekurskommission wieder mittun. Für beide Teams geht es noch um eine Teilnahme am UI-Cup.

Tabelle vor der 14. und letzten Runde

1. Grasshoppers 13 8 5 0 33:13 54 (25) -------------------------------------------- 2. Basel 13 9 2 2 35:17 53 (24)** -------------------------------------------- 3. Neuchâtel Xamax 13 5 4 4 18:14 35 (16)*** 4. Young Boys 13 6 1 6 19:25 34 (15)*** -------------------------------------------- 5. Servette 13 4 4 5 14:21 31 (15) 6. Zürich 13 3 3 7 15:21 28 (16) 7. Thun 13 3 2 8 16:28 27 (16) 8. Wil 13 2 3 8 17:28 25 (16) (in Klammern halbierte Punkte aus der Qualifikation) ** = als Cupsieger für UEFA-Cup qualifiziert *** = für UEFA-Cup qualifiziert

(bert/Si)

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