Fussball: Deutschland im Klassiker in der Nebenrolle
publiziert: Dienstag, 19. Aug 2003 / 16:49 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 19. Aug 2003 / 18:00 Uhr

In Stuttgart steht am Mittwoch ein Klassiker im internationalen Testprogramm: Deutschland empfängt Italien. Seit der WM divergierte die Formkurve der beiden Teams. Die Deutschen überzeugten kaum einmal, die Italiener sind 2003 noch ohne Verlustpunkt.

Trapattoni: Das ist kein Freundschaftsspiel, sondern ein grosses Duell.
Trapattoni: Das ist kein Freundschaftsspiel, sondern ein grosses Duell.
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Mit freundschaftlichen Ausflügen kann das Gros der italienischen Internationalen in der Regel wenig bis nichts anfangen. Ungefähr fünfzig Prozent der Stars sagen Nationalcoach Giovanni Trapattoni normalerweise ab.

Der Schweizer Fussball-Verband hat sich von dieser Unsitte vor ein paar Wochen selber ein Bild machen können, als die Südländer zum Rendez-vous in Genf mit einer B-Vertretung erschienen.

Vor dem Trip ins Schwabenland präsentiert sich die Lage indes anders -- zum Vorteil Trapattonis. Der Meisterschaftsbetrieb ruht, in den Trainingscamps der Vereine wird Kondition gebüffelt, derweil die Medien fast täglich einen neuen Finanzskandal der Profi-Ligen aufdecken.

Da bietet die Nationalmannschaft eine ideale Plattform zur Abwechslung, von der selbst Francesco Totti, Alessandro Del Piero und Christian Vieri wieder einmal zusammen profitieren wollen.

"Trap" hat den Vergleich mit Deutschland flugs zum wichtigen Ereignis erklärt: "Das ist kein Freundschaftsspiel, sondern ein grosses Duell. Wir müssen unbedingt eine gute Figur abgeben."

Der italienische Trainer weiss sein vorzügliches Image in Deutschland zu pflegen. Seine insgesamt dreijährige Zeit bei Bayern München hat ihm unglaublich viel Sympathie eingetragen. Vom atypischen und zugleich legendärsten Wutausbruch ("Flasche leer", "Was erlauben Strunz?") des Maestro erzählen sie sich an den bayerischen Stammtischen noch heute.

Die Probleme der Deutschen

Im Lager der Gastgeber sind die gravierenden Personalprobleme nicht wegzudiskutieren. Rudi Völler beschwichtigte zwar und sprach dem verbliebenen Teil in einem TV-Interview mit den branchenüblichen Floskeln Mut zu: "Wir haben genügend gute Spieler." Jens Jeremies denkt, auch ohne acht Stammspieler gut genug zu sein für Italien.

Ob der WM-Zweite nach den Ausfällen von Michael Ballack, Torsten Frings, Dietmar Hamann, Jörg Böhme, Christian Ziege, Jens Nowotny, Christoph Metzelder und Arne Friedrich sowie Völlers Verzicht auf den wieder genesenen Bayern-Crack Sebastian Deisler in der Lage sein wird, endlich wieder einen Vertreter der Spitzenklasse zu schlagen, ist zweifelhaft.

Seit dem 1:0-Sieg vor zweieinhalb Jahren im Wembley gegen England haben die Deutschen gegen eine Equipe aus den Top 10 der Weltrangliste nicht mehr gewonnen. Der WM-Rausch ist längst einem Kater gewichen.

Gewiss, die Deutschen sind in der EM-Kampagne mit Island, Schottland, Litauen und den Färöern als Gruppenleader auf Endrunden-Kurs, aber ihr Selbstvertrauen ist nach zuletzt mässigen bis schwachen Spielen nicht grenzenlos. Die Töne sind etwas mehr als ein Jahr nach "dem Sturm an die Weltspitze" (Tenor deutscher Medien) wieder moderater geworden.

In diesen Rahmen passt auch ein Interview des verletzten Michael Ballack mit der "Welt". "Jeder will Europameister werden. Aber vielleicht ist das für die eine oder andere Mannschaft zum jetzigen Zeitpunkt nicht realistisch. Ich denke, zurzeit gehören wir nicht zu den Favoriten. Ich sehe Mannschaften wie Frankreich, Holland, Spanien und Italien vor uns", beantwortete der beste Mittelfeldspieler mit deutschem Pass die Frage, ob Deutschland an der nächsten EM in Portugal zu den Top-Favoriten zähle.

Unkonstante ZSKA-Internationale

Russland empfängt Isreal zum letzten Check-up vor den wegweisenden Duellen mit Irland und der Schweiz. Coach Waleri Gassajew hat mit dem 2:2 in Basel einen weiteren Rückfall in der Tabelle stoppen können, mit seinem Klubteam ZSKA Moskau führt er gar die russische Rangliste an.

Und doch kommt Gassajew einfach nicht aus den Negativschlagzeilen. Seit dem blamablen Out gegen Vardar Skopje in der 2. Runde der Champions-League-Qualifikation hat der Druck auf den umstrittenen Trainer abermals stark zugenommen.

In Ipswich trifft England auf Kroatien. Im Juli jährte sich das Engagement des kroatischen Trainers Otto Baric ein erstes Mal. Sollte der frühere Rapid- und Salzburg-Coach mit Kroatien in der EM-Ausscheidung Bulgarien von der Spitze verdrängen, wird er der stark verjüngten Auswahl auch im nächsten Sommer noch vorstehen.

Wer Belgien 4:0 bezwingt, braucht vor den Engländern sicherlich nicht zu erstarren. Auch dann nicht, wenn das Stamm-Sturmduo Tomislav Maric und Dado Prso verletzt fehlt.

Notiz am Rande: Der leicht angeschlagene David Beckham hat auf der Insel einen warmen Empfang erlebt. Wesentlich frostiger war der englische Captain am Wochenende in Spanien verabschiedet worden. Seine Leistung gegen Valencia kommentierten die spitzzüngigen Madrider Pressevertreter nicht zu knapp mit Spott.

(bert/Si)

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