Fussball: Die Schweiz tritt nun doch an
publiziert: Dienstag, 17. Feb 2004 / 19:35 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 17. Feb 2004 / 23:12 Uhr

Im letzten Moment haben enge Vertraute des marokkanischen Königs Mohammed VI. einen Eklat vermieden und die angedrohte sofortige Abreise der Schweizer Nationalmannschaft verhindert. Das Länderspiel Marokko gegen die Schweiz findet nun wie vorgesehen heute um 20.30 Uhr MEZ in Rabat statt.

Wir reisten nach Marokko, um auf Einladung gegen eine kompetitive Länderauswahl zu spielen. (Bild: Archiv)
Wir reisten nach Marokko, um auf Einladung gegen eine kompetitive Länderauswahl zu spielen. (Bild: Archiv)
1 Meldung im Zusammenhang
Erst als der marokkanische Verband versicherte, doch noch eine repräsentative Mannschaft zu stellen, war die Austragung des offiziellen Länderspiels gesichert. Die Einigung nach zähen Verhandlungen erfolgte am Dienstagnachmittag um 17.45 Uhr MEZ.

Marokko erfüllte letztlich sämtliche Forderungen der Schweiz, nachdem der Konflikt zu eskalieren drohte. Kommunikationschef Pierre Benoit, der zusammen mit dem Nationalmannschaftdelegierten Ernst Lämmli vehement die Schweizer Interessen vertrat, klärte auf:

1. Das Spiel in Rabat wird unter Leitung eines algerischen Schiedsrichters als offizielles Länderspiel zwischen Marokko und der Schweiz ausgetragen. Vorgesehen war ein marokkanischer Spielleiter.

2. Nach der Abreise der marokkanischen Protagonisten in alle Herren Länder haben der 1. Vize-Präsident Auzal und Generalsekretär Muffid versichert, dass sechs bis sieben Kaderspieler des Afrika-Cup-Finalisten, die bei einheimischen Klubs unter Vertrag stehen, teilnehmen werden. Das übrige Kontingent wird mit ehemaligen National- und Ligaspielern ergänzt, nicht aber mit U21-Internationalen, die am Samstag gegen Uganda ein Ausscheidungsspiel um die Olympia-Teilnahme bestreiten.

3. Die Spieler bestreiten das offizielle Länderspiel, das für das FIFA-Ranking zählt, in ihren Nationaltrikots. Vor dem Anstoss wird die Landeshymne gespielt.

Abreise nach Festivitäten

Der Konflikt war entstanden, weil Marokkos Stammspieler bis in den Final gegen Tunesien (1:2) vorgedrungen und nach ihren ausserordentlichen und unerwarteten Leistungen am Ende ihrer Kräfte waren. Das 30 Millionen Menschen zählende Königreich taumelte tagelang im Fussballfieber.

Die Festivitäten mit und um die Fussball-Heroen nahmen nach Schluss des Turniers am Samstag kein Ende. Am Sonntag wurden Spieler, Trainer Badou Zaki und die Spitzen der Verbandsfunktionäre vom fussballbegeisterten König Mohammed VI. in dessen Palast in Agadir empfangen und mit dem königlichen Wissam-Orden für besondere Verdienste dekoriert.

Am Montag war die Nationalmannschaft der "Lions de l´Atlas" auf sämtlichen Tageszeitungen des Landes auf der Frontseite abgebildet. Ausführlich wurde seitenweise über die Heldentaten auf dem Rasen berichtet und kommentiert. Die populärste Zeitung "Le Matin" druckte einen 34-seitigen Sonderbund.

Sponsoren gratulierten auf ganzseitigen, farbigen Inseraten mit Botschaften wie "30 millions de mercis" (30 Millionen Mal Dankeschön), "Bravo les Lions" (Bravo Löwen) und "Champions des coeurs" (Meister der Herzen). Vom Länderspiel am Mittwoch gegen die Schweiz in Rabat fand man in allen Gazzetten keine einzige Zeile. Der Mangel an Respekt überstieg die Arroganz.

"Keiner nimmt von uns Notiz. Anderes Land, andere Sitten", meinte dazu Köbi Kuhn achselzuckend und machte gute Miene zum bösen Spiel. "Wir reisten nach Marokko, um auf Einladung gegen eine kompetitive Länderauswahl zu spielen. Wir zogen den Test gegen Marokko schon aus klimatischen Gründen einem Duell mit Griechenland vor, das ebenfalls zur Disposition für den 18. Februar gestanden hatte. Gesundheitschecks und Verhandlungen über EM-Prämien hätten wir auch in der Schweiz vornehmen können."

Nicht gegen ein Klubteam

Dass Probleme entstehen würden, war den Schweizer Verantwortlichen spätestens nach dem Einzug der "Löwen des Atlas" in die Viertelfinals des Afrika-Cups bewusst. Dass es aber fast zum Eklat gekommen wäre, war nicht voraussehbar.

Die Schweizer Verbandsleitung hatte am Montag ein kurzfristig vom marokkanischen Verband vorgeschlagenes Trainingsspiel gegen Raja Casablanca in Marrakesch ausgeschlagen. "Eine Einigung war bis zum frühen Dienstabend nicht in Sicht. Wir haben ein Papier, dass uns ein Länderspiel garantiert und nicht einen Match gegen ein Klubteam. Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den Vereinen, die ihre Spieler für Länderspiele abgeben", führte Kommunikationschef Pierre Benoit aus. "Wenn Marokko nicht auf unsere Forderungen eingegangen wäre, hätten wir zusammengepackt und wären abgereist. "

Marokko, einer von vier Kandidaten für die Austragung der WM 2010, die von der FIFA am 15. Mai nach Afrika vergeben wird, schaltete nach der Schweizer Forderung unverzüglich einen dem König nahestehenden General ein, der den drohenden Eklat in weiser Voraussicht (WM-Vergabe) im letzten Moment abwenden konnte. Was für (verkleidete?) Spieler der Schweiz am Mittwoch wirklich gegenüberstehen werden, wird sich zeigen. "Wir jedenfalls spielen mit der Nationalmannschaft", meinte Kuhn auf die mögliche Startformation angesprochen mit Galgenhumor.

Die voraussichtliche Schweizer Startformation:

Stiel; Haas, Henchoz, Müller, Spycher; Cabanas (Huggel), Vogel, Hakan Yakin, Wicky; Frei, Chapuisat.

(bert/Si)

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