Fussball-Euphorie in der Schweiz
publiziert: Freitag, 28. Mai 2004 / 12:03 Uhr / aktualisiert: Freitag, 28. Mai 2004 / 16:13 Uhr

Bern - Die Spannung vor der Fussball-EM in Portugal steigt. Auch Event-Veranstalter und Beizer, die ihrer Kundschaft das grosse Fussball-Erlebnis bieten wollen, haben ein Kribbeln im Bauch: Sie hoffen, dass die Kassen klingeln.

Seit der letzten WM mit Schweizer Beteiligung 1994 bieten hierzulande immer mehr Restaurants und Event-Organisatoren bei Welt- oder Europameisterschaften "Fussball total" an. Überall in der Schweiz werden deshalb in den nächsten Tagen Grossleinwände und unzählige Fernseher aufgestellt.

Grossleinwände in Stadien

So beispielsweise vom derzeitigen Nati-Hauptsponsor Credit Suisse im Zürcher Hardturm-Stadion. Die Grossbank will im GC-Stadion alle Spiele der Schweizer Gruppe sowie mögliche weitere Schweizer Spiele auf Grossleinwand übertragen.

Auch das zu Jelmoli gehörende Einkaufszentrum La Praille beim neuen Genfer Fussballstadion lockt mit einer Grossleinwand. An der nach eigenen Angaben grössten Schweizer Veranstaltung im Rahmen der EM werden täglich 3000 bis 5000 Menschen erwartet.

Allein in Bern bieten mindestens fünf grosse Gastrobetriebe Fussballgenuss ab Grossleinwand an. Darunter wie immer seit 1994 das Restaurant Aarbergerhof. Vom 12. Juni bis zum 4. Juli ergänzen hier, wie in vielen anderen Beizen, portugiesische Spezialitäten die Menükarte. Zudem wird das Interieur auf Portugal getrimmt. Aarbergerhof-Geschäftsführer Daniel Bernoulli erwartet auch in diesem Jahr einen "Riesenerfolg": "Wir erwarten pro Abend 300 bis 500 Besucher", sagt er.

Geschäft fürs Sommerloch

Der Enthusiasmus Bernoullis für internationale Fussballmeisterschaften ist verständlich. Da sie jeweils nach Ende der nationalen Fusballsaison in den für die Gastronomie flaueren Sommermonaten stattfinden, verschaffen sie dem Restaurant "einen willkommenen Zustupf". Wie hoch dieser ausfallen wird, bleibt Geschäftsgeheimnis. Die Investitionen, die der Aarbergerhof tätigt sind aber beträchtlich. Das Restaurant installiert zwei Grossleinwände und 15 TV-Bildschirme. Dazu kommen die Gebühren für die Ausstrahlung der Spiele.

Strikte UEFA-Auflagen

Dabei geht es nicht nur um die normalen Nutzungsgebühren der Billag, der Inkassostelle von Radio und Fernsehen. Die SRG/SSR idée suisse hat die Rechte vom europäischen Fussballverband UEFA eingekauft. Deshalb sei sie verpflichtet, darauf zu schauen, dass die kommerziellen Einschränkungen, welche die UEFA auferlege, eingehalten würden, erklärt SRG-Sprecherin Josefa Haas.

So dürfen Beizer die Spiele weder durch Werbung für sich oder Sponsoren unterbrechen noch mit Werbung überblenden. Auch dürfen im öffentlichen Raum ausschliesslich die Bilder der SRG-Sender gezeigt werden.

Um diese Regeln durchzusetzen, hat die SRG im Hinblick auf die EM spezielle Richtlinien erlassen. Bei Grossleinwänden mit einer Bilddiagonalen von mehr als drei Metern müssen deshalb Bewilligungen bei der Billag, der Verwertungsgesellschaft für Musikrechte Suisa und bei der SRG eingeholt werden.

Die SRG-Gebühr beläuft sich bei kommerziellen Anlässen ab vier Tagen auf 2500 Fr. für Restaurants und Vereine und auf 3000 Fr. für Einkaufszentren und Messen. Nicht-kommerzielle Veranstalter unterstehen keiner SRG-Bewilligungs- jedoch aber einer Meldepflicht. Die Billag-Bewilligung entfällt aber auch hier nicht.

Gute Auslastung bei Fernsehwerbung Wieviel die SRG mit den Gebühren einnehmen wird, konnte Haas nicht sagen. "Der Aufwand übersteigt jedoch die Einnahmen bei weitem." Der Kauf der Fernsehrechte und die Produktionskosten belaufen sich auf ungefähr 16 Mio. Franken.

Ob sich die Investitionen des Schweizer Fernsehens lohnen, hängt vor allem von den Werbeeinnahmen ab. "Es sieht gut aus für das Schweizer Fernsehen", prophezeit Béatrice Kniel, Werbe-Verkaufsleiterin bei Publisuisse. Die 1200 Werbeminuten, welche die SRG auf allen drei Senderketten rund um die EM geplant hat, seien zu 83 Prozent gebucht, sagt Kniel weiter. "Das ist eine ausserordenlich gute Auslastung."

(Thomas Zimmermann/sda)

 
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