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Fussball: FCZ auf dem Vormarsch
publiziert: Sonntag, 7. Mrz 2004 / 18:25 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 7. Mrz 2004 / 19:09 Uhr

Der souveräne Leader Basel büsste in der 22. Runde der Super League zum dritten Mal in dieser Saison Punkte ein. Das achtklassierte St. Gallen trotzte dem FCB ein 1:1 ab. Basels "Verfolgertrio" YB, Servette und GC blieb auswärts siegreich.

Der Zürcher Daniel Gygax jubel nach seinem Tor zum 1:0 gegen Wil. Endstand: 2:1.
Der Zürcher Daniel Gygax jubel nach seinem Tor zum 1:0 gegen Wil. Endstand: 2:1.
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Mit dem erst dritten Unentschieden der Saison verringerte sich Basels Vorsprung auf die zweitklassierten Young Boys (3:0 bei Neuchâtel Xamax) auf immer noch beruhigende 15 Punkte. Servette festigte mit dem 1:0-Sieg in Aarau Rang 3, der zur UEFA-Cup-Teilnahme berechtigt. Dahinter schufen sich die Grasshoppers durch den 2:1-Erfolg im Direktduell ein Drei-Punkte-Polster auf Thun.

St. Gallen mauerte geschickt

St. Gallens Trainer Heinz Peischl reagierte auf die schwache Cup-Leistung gegen Wil mit fünf Veränderungen in der Startformation. Der längst nicht mehr unumstrittene Österreicher verlangte von seinem Team vor allem eine Reduktion der Fehlerquote. Die Umsetzung gelang und Abwehrchef Stefan Wolf brachte die Ostschweizer in der 20. Minute etwas entgegen dem Spielverlauf in Front. Erst zwei Minuten vor der Pause egalisierte Benjamin Huggel mittels kräftigem Kopfball für den FCB.

Basel lief sich in der Folge in der gegnerischen Verteidigung fest. Immer wieder scheiterte der Versuch, mit hohen Bällen die Sturmspitzen Hervé Tum und Christian Gimenez zu lancieren. Erst ein Schuss von Scott Chipperfield in der Nachspielzeit (92.) sorgte nochmals für Gefahr im St. Galler Strafraum. Für die Offensive tat das Heimteam wenig und beschränkte sich auf die Verteidigung des durchaus verdienten Zählers. Selbst der Platzverweis gegen Naldo (77./gelb-rot) brachte den FCSG nicht mehr vom Kurs ab.

GC im Schongang

Ricardo Cabanas und Mladen Petric sicherten den Grasshoppers einen 2:1-Auswärtserfolg in Thun, der erst in den Schlussminuten in Gefahr geriet. GC wählte im heftigen Schneegestöber auf dem Thuner Lachen den Schongang, um zu den angestrebten drei Punkten zu gelangen. Der spektakuläre Cup-Halbfinal gegen den FCZ hatte seine Spuren in physischer Hinsicht hinterlassen. Gegen die offensiv harmlosen Berner Oberländer sollte aber auch die halbe Kraft zum Sieg ausreichen. Ausschlaggebend war die aussergewöhnliche Effizienz der Zürcher: Cabanas verwandelte die einzige GC-Torchance vor der Pause mit einem Kopfball zur Führung, Petric erhöhte nach 67 Minuten ebenfalls mit dem Kopf zum 2:0.

Hodzics Anschlusstor brachte in der Schlussphase nochmals Spannung ins Spiel. Erst traf Eduardo nach einem Konter den Pfosten (86.), dann rutschte Lustrinelli in der Nachspielzeit haarscharf am Ball vorbei und vergab damit den sicherlich glücklichen Ausgleich für die Thuner.

Xamax-Torflaute hält an

Auf 540 Minuten ist die Torflaute von Neuchâtel Xamax nach der 0:3-Heimniederlage gegen die Young Boys nun bereits angewachsen. Die Neuenburger warten seit nunmehr zwölf Spielen auf ein Erfolgserlebnis in Form eines Sieges. Alle Tricks des neuen Trainers René Lobello sollten nichts nützen. Auf sieben Positionen hatte der Franzose sein Team nach der 0:6-Kanterniederlage in Basel verändert. Stürmer André Wiederkehr agierte gar als rechter Aussenverteidiger. Lobello wechselte zudem mit seinen Ersatzspielern auf die andere Trainerbank, um das Glück auf seine Seite zu zwingen.

Die YB-Offensive zeigte den Einheimischen, wie man Tore schiesst. Thomas Häberli verwandelte in der 27. Minute einen Flankenball von Gürkan Sermeter mit dem Kopf. Der Luzerner war auch nach 61 Minuten zur Stelle, um aus kurzer Distanz zum 2:0 für die Berner einzuschieben. Nur vier Minuten später war alles klar: Stéphane Chapuisat traf nach Sermeter-Flanke mit einer Direktabnahme wunderschön ins Lattenkreuz. Sein 14. Saisontreffer brachte Chapuisat auch die alleinige Führung im Torschützenklassement ein.

Starke Reaktion des FCZ

Nach der bitteren Cup-Niederlage gegen GC am Mittwoch zeigte der FC Zürich gegen Wil die erwartete Reaktion. Mit dem dritten Rückrundensieg überholte der im Jahr 2004 noch ungeschlagene FCZ den FC Aarau und rückte auf Rang 6 vor. Zum Matchwinner gegen den harmlosen Cupfinalisten Wil, der im Vergleich zum Cup-Erfolg in St. Gallen eine um Klassen schwächere Leistung bot, wurde "Joker" Kresimir Stanic. Der am Samstag 19-jährig gewordene Stürmer mit serbischen Wurzeln erzielte in der 77. Minute, wenige Sekunden nach seiner Einwechslung, nach einem Freistoss des ebenfalls eingetretenen Daniel Tarone mit dem ersten Ballkontakt per Kopf das siegbringende 2:1. Für Stanic war es im 14. Super-League-Einsatz der erste Treffer.

Zuvor hatte Daniel Gygax mit seinem fünften Pflichtspieltor im Jahr 2004 den FCZ verdientermassen in Führung gebracht, ehe Wils Brasilianer Rogerio (59.) durch einen kontroversen Foulpenalty ausglich. Davide Callà, einer von Wils wenigen Aktivposten, soll nach einem Prellball mit David Pallas vom FCZ-Aussenverteidiger gefoult worden sein.

Aarau mit Rueda weiter sieglos

Resultatmässig verlief die Rückrunde des FC Aarau mit dem neuen Trainer Martin Rueda bislang ohne zählbaren Erfolg. Nach der 0:1-Niederlage gegen Servette sind die Aargauer seit zehn Spielen sieglos. Nach einer spielerisch durchaus gehaltvollen ersten Halbzeit baute Aarau stark ab und wurde für die zurückhaltende Spielweise bestraft. Nachdem Charles Wittl den Ball im Mittelfeld fahrlässig abgab, führte ein schneller Gegenstoss durch Mohamed Kader in der 47. Minute zum 1:0. Der wendige Togolese, der wenig später eine gute Chance ausliess, leitete mit seinem zwölften Saisontreffer den erst dritten Auswärtssieg der Genfer ein, die damit seit fast fünf Jahren gegen Aarau nicht mehr verloren haben.

Ergebnisse:
Aarau - Servette 0:1 (0:0)
Neuchâtel Xamax - Young Boys 0:3 (0:1)
Thun - Grasshoppers 1:2 (0:1)
FC Zürich - Wil 2:1 (1:0)
St. Gallen - Basel 1:1 (1:1)

Tabelle:

1. Basel 22 19 3 0 66:19 60 2. Young Boys 22 14 3 5 47:29 45 ---------------------------------------- 3. Servette 22 12 4 6 40:33 40 ---------------------------------------- 4. Grasshoppers 22 9 3 10 40:46 30 5. Thun 22 7 6 9 30:40 27 6. FC Zürich 22 7 3 12 35:36 24 7. Aarau 22 5 8 9 35:44 23 8. St. Gallen 22 5 6 11 29:42 21 ---------------------------------------- 9. Wil 22 5 6 11 27:40 21 ---------------------------------------- 10. Neuchâtel Xamax 22 4 4 14 19:39 16 Torschützenliste

Super League. Torschützenliste (nach der 22. Runde): 1. Chapuisat (YB/+1) 14. 2. Streller (Basel/Stuttgart) 13. 3. Kader (Servette/+1) 12. 4. Gimenez (Basel) 11. 5. Alex (St. Gallen), Leandro (YB) und Nuñez (Grasshoppers), je 10. 8. Petrosjan (Zürich) 9. 9. Bieli (Aarau), Gane (GC) und Huggel (Basel/+1), je 8. 12. De Napoli (Aarau), Rama (Thun), Tum (Basel) und Murat Yakin (Basel), je 7.

16. Häberli (YB/+2), Joël Magnin (Young Boys), Merenda (St. Gallen), Petric (GC/+1), Obradovic (Servette) und Zambrella (Servette), je 6. 22. Aziawonou (Servette), Eduardo (GC), Fabinho (Wil) und Lustrinelli (Wil/Thun), je 5. 26. Barnetta (St. Gallen), Chipperfield (Basel), Giallanza (YB), Muff (Zürich), Ojong (Xamax), Rey (Xamax), Rogerio (Wil/+1), Tum (Basel) und Varela (Aarau), je 4.

(fest/Si)

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