Fussball: Griechenland ist Europameister
publiziert: Sonntag, 4. Jul 2004 / 23:10 Uhr / aktualisiert: Montag, 5. Jul 2004 / 10:37 Uhr

Griechenland ist Europameister! Die Mannschaft des deutschen Trainers Otto Rehagel schlug im EM-Final in Lissabon Gastgeber Portugal mit 1:0 (0:0). Den goldenen Treffer schoss Angelos Charisteas mittels Kopfball in der 57. Minute.

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Otto Rehhagel, das deutsche Trainer-Urgestein, schaffte damit mit seiner Equipe eine Sensation, die auf EM- oder WM-Niveau ihresgleichen sucht. Die Griechen, die zuvor an zwei Endrunden nicht einen Sieg zu Stande gebracht hatten, schlossen damit die EURO so ab, wie sie sie vor 22 Tagen lanciert hatten - mit einem nicht erwarteten Triumph gegen den spielerisch besseren Gastgeber.

Rehhagels Abwehrtaktik ist ein weiteres Mal aufgegangen. Zum dritten Mal in Folge und während der gesamten K.o.-Phase der EM ist sein Team ohne Gegentreffer geblieben. Im Final gerieten die Hellenen erst ganz am Schluss unter Dauerdruck und konnten sich erst da kaum mehr aus dem portugiesischen Würgegriff befreien. Letztlich retteten sie aber sich und den Treffer Charisteas´ über die Zeit.

Per Corner zum Torerfolg

Dieses Tor fiel 13 Minuten nach der Pause, als die erste harmlose Angriffswelle der Portugiesen ausgeebbt war. Wie die Kopie des "Silver Goals" im Halbfinal - damals war es Abwehrchef Traianos Dellas gewesen - fiel es nach einem Corner. Diesmal schraubte sich Angelos Charisteas hoch und nickte den Ball vor Portugals Torhüter Ricardo ins Netz. Es war das dritte EM-Tor des Reservisten vom deutschen Meister Werder Bremen.

In der Folge akzentuierte sich die Physiognomie des Spiels selbstredend. Portugals Coach Luis Felipe Scolari schickte Rui Costa (60.) und später Nuno Gomes (73.) auf den Rasen. Jetzt erst setzten die Gastgeber den Aussenseiter unter Dauerdruck, das Powerplay rund um den Strafraum der Griechen war jedoch wirkungslos, es liess sich für die Portugiesen einfach keine Lücke im hellenischen Réduit finden.

Die gefährlichsten Szenen schuf sich Cristiano Ronaldo, der zweimal wenigstens ein bisschen freien Raum vorfand, ohne jedoch den eines ganzen Volkes ersehnten Treffer zu markieren. Zunächst hob er den Ball freistehend über das Tor (74.), dann wurde sein Schuss von Georgios Seitaridis abgeblockt. Mehr kam nicht. Nicht von Figo, der nicht an die grandiose Vorstellung des Halbfinal anknüpfen konnte, und auch nicht von Deco, der oft ausrutschte und dadurch mehr und mehr den Unmut des Publikums auf sich zog.

Die rund 15 000 heissblütigen Fans aus Griechenland zeigten viel Enthusiasmus und verdienten sich schon lange vor dem Ende den EM-Titel für ihren Support auf den Rängen. Nach dem Schlusspfiff gab es dann im wogenden blau-weissen Meer der überschwappenden Emotionen ohnehin nichts mehr zu halten. Das portugiesische Gros der Zuschauer verhielt sich im Moment der bitteren Enttäuschung absolut fair und applaudierte sowohl Gewinnern wie Verlierern. Nach den Eindrücken während des ganzen Turniers konnte dies jedoch schon fast erwartet werden.

Stimmen

Luiz Felipe Scolari: "Wir bitten alle Portugiesen um Vergebung dafür, dass wir nicht fähig waren, jenes Ziel zu erreichen, das wir alle wollten. Es ist hart, hart auf diese Weise zu verlieren. Ein solches Spiel zu spielen, ohne ein Tor zu erzielen. Die Griechen gewannen auf defensive Weise, sie gewannen, weil sie ihren Stil perfekt durchzogen."

Otto Rehhagel: "Es ist ein ganz aussergewöhnliches Ereignis für den griechischen und europäischen Fussball. Griechenland hat heute Fussball-Geschichte geschrieben. Ich hoffe, dass das einen Widerhall finden wird. Wir haben auch heute unsere Möglichkeiten wieder ausgespielt. Der Gegner war zwar technisch besser, aber die Tore müssen sie schon selber schiessen. Hoffentlich kommen wir überhaupt morgen nach Athen hinein. Es werden sich unglaubliche Szenen abspielen. Wenn mir das vor zwölf Jahren nach dem Europacupsieg mit Werder Bremen einer erzählt hätte, den hätte ich für verrückt erklärt."

Angelos Charisteas (Torschütze des Siegtores): "Das ist unglaublich für den griechischen Fussball. Heute müssen alle Griechen feiern - überall, ob in Deutschland, Australien oder sonst wo. Ich habe zwar den Siegestreffer erzielt, doch die ganze Mannschaft hat ein hervorragendes Turnier gespielt."

Portugal - Griechenland 0:1 (0:0)

Da Luz, Lissabon. - 62 865 Zuschauer (ausverkauft). - SR Merk (De). - Tor: 57. Charisteas 0:1.

Portugal: Ricardo; Miguel (43. Paulo Ferreira), Carvalho, Andrade, Nuno Valente; Maniche, Costinha (60. Rui Costa); Figo, Deco, Cristiano Ronaldo; Pauleta (74. Nuno Gomes).

Griechenland: Nikopolidis; Seitaridis, Kapsis, Dellas, Fyssas; Zagorakis, Katsouranis, Basinas; Charisteas, Giannakopoulos (76. Venetidis); Vryzas (81. Papadopoulos).

Bemerkungen: Portugal komplett; Griechenland ohne Karagounis (gesperrt). Verwarnungen: 12. Costinha (Foul), 45. Basinas (Hands), 63. Seitaridis (Foul), 67. Fyssas (Foul), 85. Papadopoulos (Foul), 93. Nuno Valente (Foul).

(bert/Si)

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