Fussball: Griechenland taumelt vor Glück
publiziert: Freitag, 2. Jul 2004 / 07:18 Uhr

Griechenland überrascht an der EM weiter: Ottos Liebling Traianos Dellas traf in der letzten Sekunde der ersten Verlängerung im Halbfinal gegen Tschechien zum 1:0-Erfolg und sicherte seinem Team den Einzug in den Final am Sonntag gegen Portugal.

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Griechenland war neben Lettland und der Schweiz vor der EM der grösste Aussenseiter. Und jetzt steht das Team von Otto Rehhagel im Final.

Vasilios Tsartas, der erst für die Verlängerung eingewechselt wurde, schlug einen Corner, den Dellas, von René Bolf nur ungenügend gedeckt wurde, am nahen Pfosten einnickte. Dabei waren die Griechen erst in der Verlängerung erstmals gefährlich vor Petr Cech aufgetaucht.

Erst verpasste der spät eingewechselte Stylianos Giannakopoulos gleich zum Auftakt der Extrazeit zweimal, und kurz vor seinem Tor war Dellas mit einem Kopfball noch am tschechischen Keeper gescheitert.

Der Koloss von Rhodos

Der Treffer von Dellas, von Rehhagel liebevoll "der Koloss von Rhodos" genannt, ermöglichte den grössten Erfolg des griechischen Fussballs. Am Sonntag ist die letzte Partie der EURO damit die gleiche Affiche wie im Eröffnungsspiel vor knapp vier Wochen. Damals hatte Griechenland gegen Portugal 2:1 gesiegt und ihren überraschenden Lauf an diesem Turnier perfekt lanciert.

In den letzten zehn Minuten der regulären Spielzeit hatten die favorisierten Tschechen zwei augezeichnete Möglichkeiten, die verhängnisvolle Verlängerung abzuwenden. Doch sowohl Jan Koller nach herrlichem Doppelpass mit Tomas Rosicky als auch Milan Baros nach gewonnenem Zweikampf gegen Mihalis Kapsis schossen knapp am linken Pfosten vorbei.

Die besseren Chancen

Es waren die besten Chancen in einem über weite Strecken enttäuschenden Spiel. Tschechien musste damit nach neun Siegen de suite in Pflichtspielen erstmals wieder als Verlierer und ohne Torerfolg vom Rasenviereck abtreten, nachdem sie in den letzten fünf Partien jeweils mindestens zwei Tore erzielt hatten.

Einen für die Physiognomie des Spiels kursweisenden Rückschlag musste Tschechien nach knapp einer halben Stunde hinnehmen. Pavel Nedved verletzte sich bei einem Abschlussversuch am rechten Knie. Zwar versuchte der Captain noch rund zehn Minuten weiterzuspielen, musste dann aber die Aussichtslosigkeit kurz vor der Pause einsehen.

Nedveds Tränen

Auf der Bank der Ersatzspieler, mit einem dicken Eisbeutel um das lädierte Knie, konnte der Star von Juventus Turin seine Tränen nicht mehr zurückhalten.

Ob er eine dunkle Vorahnung des weiteren Geschehens im Estádio Dragão hatte? Schon vor einem Jahr hatte Nedved eine ähnlich bittere Erfahrung gemacht, als er den Final der Champions League wegen einer Gelbsperre verpasste.

Tschechiens Wunsch nach einem frühen Führungstor prallte quasi an der Latte des griechischen Tor ab. Schon nach rund 140 Sekunden traf Tomas Rosicky aus 18 Metern mit einer Direktabnahme nur die Torumrandung. Und wenig später scheiterte Marek Jankulovski an Griechenlands Goalie Antonios Nikopolidis.

Hervorragend eingestellt

Doch nach den beiden guten Chancen in den ersten sechs Minuten schien sich das von Otto Rehhagel erneut optimal vorbereiteten Abwehrdispositiv auf die tschechischen Angreifer eingestellt zu haben. Gefährliche Abschlüsse wurden jedenfalls in der Folge kaum mehr notiert.

Wie schon im Viertelfinal gegen Frankreich agierten die Griechen in der Verteidigung mit einer konsequenten Manndeckung. Georgios Seitaridis, der zu Champions-League-Sieger Porto wechselt, kümmerte sich während der ganzen Partie um den zuvor in jedem Spiel erfolreichen Milan Baros, während Mihalis Kapsis die Kreise von Jan Koller störte.

Zwischen den beiden fungierte Traianos Dellas quasi als Libero und Abwehrchef. Einzig bei Freistössen und Eckbällen übernahm der 1,96 m grosse Dellas die Bewachung von Koller, dem grössten Spieler an dieser EM.

Griechenland - Tschechien 1:0 (0:0, 0:0) n.V.

Dragão, Porto. -- 42 449 Zuschauer. -- SR Collina (It). -- Tor: 105. Dellas 1:0.

Griechenland: Nikopolidis; Seitaridis, Dellas, Kapsis; Katsouranis, Zagorakis, Fyssas; Basinas (72. Giannakopoulos), Karagounis; Charisteas, Vryzas (91. Tsartas).

Tschechien: Cech; Grygera, Ujfalusi, Bolf, Jankulovski; Galasek; Poborsky, Rosicky, Nedved (40. Smicer); Koller, Baros.

Bemerkungen: Griechenland komplett, Tschechien ohne Jiranek (verletzt). 3. Lattenschuss Rosicky. 40. Nedved verletzt ausgeschieden (Knie). Verwarnungen: 23. Seitaridis (Foul), 48. Galasek (Foul), 55. Smicer (Foul), 70. Charisteas (Foul), 87. Karagounis (Foul, im nächsten Spiel gesperrt), 102. Baros (Foul).

(bsk/news.ch mit Agenturen)

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