Fussball: Gygax und Hakan Yakin müssen helfen
publiziert: Donnerstag, 10. Jun 2004 / 10:15 Uhr

Die Sturmmisere ist ein Thema rund um die Schweizer Nati. Aber es besteht Hoffnung, dass aus dem offensiven Mittelfeld mehr kommt, als die Gegner erwarten. Mit Hakan Yakin und Daniel Gygax haben sich auf dem Platz zwei Kreativleute gefunden, die Drang nach vorne zeigen.

Oje, das war wohl keine Offenbarung der Schweizer Nationalspieler knapp eine Woche vor dem EM-Auftaktspiel gegen Kroatien: Gegen Deutschland tröstete man sich noch mit einer grundsätzlich guten Leistung und der Herausarbeitung vieler Torchancen über das unglückliche 0:2 hinweg. Aber ausgerechnet gegen den Fussballzwerg Liechtenstein gab es wieder Futter für die Pessimisten.

Die Sturm-Misere im Schweizer Nationalteam ist augenfällig: Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Marco Streller und Thurre musste Nationaltrainer Köbi Kuhn den U21-Nationalspieler Johann Vonlanthen nachnominieren und hat nun mit Alex Frei und Stephane Chapuisat eigentlich nur zwei Stürmer von internationalem Format im Kader übrig.

Chapuisat, Topskorer der Super League, hat aber seit dem 8. September 2002 nicht mehr in der Nationalmannschaft getroffen (83. Minute zum 4:1 gegen Georgien in der EM-Quali). Seinen Wert beschränkte sich vielmehr in den internationalen Partien auf die Vorbereitung der Tore durch Frei.

Zündstoff: N’Kufo und Chiumento

Für Zündstoff sorgte zudem auch die Nichtbeachtung von "Rebell" Blaise N’Kufo (ex-Mainz), der sich vor einem Jahr mit dem Nationaltrainer öffentlich verkracht hatte und ihm sogar Mobbing vorwarf.

Der dunkelhäutige Romands, der in Holland bei Twente Enschede eine tolle Saison spielte, rechnete insgeheim mit einer Nachnominierung ins Schweizer Kader, weil er eine herausragende Form bewies und in der Ehrendivision der Niederlande von vielen Experten zu den Top drei Stürmern zählte.

Kuhn wollte sich zu diesem Thema aber nicht äussern. Nur ist jetzt die Frage angebracht: Kann die Schweiz auf einen solchen Stürmer verzichten angesichts der peinlichen Vorstellung der übrigen Stürmerkollegen im Schweizer Kader?

Weder Rama noch Vonlanthen konnten Streller vergessen machen oder gar den 20-fachen Torschützen der französischen Meisterschaft Alex Frei konkurrieren. Auch wenn Kuhn Johann Vonlanthen als einen "typischen Jokerspieler" bezeichnet.

Einmal mehr ist der Schweizer Nationalmannschaft auch ein Supertalent durch die Lappen gegangen, der in der U21-Nationalmannschaft bereits Einsätze feierte.

Davide Chiumento gab fast gleichzeitig zum Zeitpunkt der Nachnominationen Köbi Kuhn einen Korb, als dieser den Italo-Schweizer von Juventus Turin mit folgender Begründung nicht ins Kader zur EM einlud: „Davide ist ein Supertalent. Eine EM wäre aber für ihn noch etwas zu früh. Ich würde ihn aber sehr gerne im Auge behalten.“

Hoffnungsvolles offensives Mittelfeld

Immerhin gibt es einen Lichtblick: Im offensiven Mittelfeld tut sich etwas. Mit Hakan Yakin und Daniel Gygax haben sich zwei Kreativleute gefunden, die auch Tordrang zeigen (Gygax erzielte das erlösende 1:0 gegen Liechtenstein und spielte gut gegen Deutschland).

Und mit Cabanas sowie Huggel und wahlweise Raphael Wicky sowie Johann Vogel rackern drei Mittelfeldspieler bis der Arzt kommt.

Die Impulse im Spiel nach vorne müssen ganz klar von Hakan Yakin kommen. Die offensiven Mittelfeldsspieler (eventuell sogar gemeinsam mit Gygax?) sind der Schlüssel zur Torgefährlichkeit der Stürmer.

Diese sind in der Schweizer "Nati" ganz besonders auf die öffnenden Pässe eines Yakin oder Gygax angewiesen. Ein weiterer wichtiger Weg bei einer allfälligen Neutralisation eines Frei oder Chapuisat durch den Gegner zu einem Torerfolg wäre die konsequente Suche nach dem Abschluss aus der zweiten Reihe durch Hakan Yakin und Daniel Gygax, die beide oft bis zum gegnerischen Strafraum vordringen können. Das ist ihre ideale Schussdistanz, aus welcher beide in ihrer Karriere bisher die meisten Tore erzielen konnten.

Kuhn: "Bitte jetzt nicht zweifeln!"

Nationaltrainer Köbi Kuhn indessen spricht die Probleme offen an. Er will sich jedoch gegen ein allgemeines Zweifeln erwehren.

Für das Kroatienspiel sieht er positive Vorzeichen: "Wir haben Probleme gegen Gegner, die sich so hinten reinstellen, wie es die Liechtensteiner gemacht haben. Mannschaften, die mitspielen, liegen uns deutlich besser. Diese Ohrfeige hat uns gut getan. Dass diese auch noch mit einem Sieg belohnt wurde, können wir alle als Schuss vor den Bug werten. Dass wir zu wenig Tore schiessen und Chancen schlecht auswerten, beunruhigt schon. Aber ich will auch nicht dramatisieren. Zu beschönigen gibt jedoch aber auch nichts."

Kuhn weiss, dass das Kroatienspiel nicht nur ein Schlüsselspiel ist, wie er mehrfach betonte, sondern auch, dass gegen diesen Gegner viel drinliegt: "Beide Teams können sehr gut kontern. Mit Disziplin und überraschenden Zuspielen können wir sie düpieren."

(Joel Wüthrich, Working Press Basel/fussball.ch)

 
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