Fussball: Italien - Der Staat greift dem Calcio unter die Arme
publiziert: Montag, 10. Feb 2003 / 19:36 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 11. Feb 2003 / 16:34 Uhr

Lugano - Das italienische Parlament hat beschlossen, den krisengeschüttelten Profi-Vereinen unter die Arme zu greifen. Mit einem Abänderungsantrag für das Steuergesetz können die Klubs die Werteinbussen ihrer Spieler auf die nächsten zehn Jahre verteilen und ihre Bilanzen sozusagen frisieren.

Wertverlust beim A.C. Chievo Verona: Der Deutsche Oliver Bierhoff.
Wertverlust beim A.C. Chievo Verona: Der Deutsche Oliver Bierhoff.
Der Beschluss des Parlamentes trägt den Namen “Salva-Calcio”, Rettung des Fussballs. Ein einmaliger Fall in der der italienischen Liga. Den einzelnen Vereinen ist es jetzt erlaubt die sogenannten Minusvalenzen des vergangenen Jahres, die vom Wertverlust der Spieler herrühren, auf die nächsten zehn Jahre zu verteilen. In den Bilanzen werden somit nur noch ein Zehntel der hohen Einbussen verrechnet. Der Steuererlass ist jedoch begrenzt, gilt er doch nur für ein Jahr. Für die Bücher dieses Jahres gilt wieder die alte Regelung, die besagt, dass die Verluste in einem Jahr beglichen werden müssen.

Eine Norm mit vielen Lücken

Zweifelsohne ist dieser Beschluss eine Hilfe für Klubs mit gravierenden Budget-Problemen. Nichtsdestotrotz lässt der “Salva-Calcio” viele Fragen offen. Es fehlt zum Einen ein zuverlässiges Expertengremium, das den effektiven Wertverlust der Spieler objektiv bewerten kann. Zum Anderen werden Vereine bevorteilt, die an der Börse quotiert sind. Die legal beschönigten Bilanzen werden sich demnach voraussichtlich positiv auf die Aktien von Juventus, Lazio und Rom auswirken. Der Vorsitzende der Bilanz-Kommission Giancarlo Giorgetti (Lega Nord) äusserte dazu: “Der Beschluss hat keine Auswirkungen auf den öffentlichen Finanzhaushalt. Vom politischen Standpunkt her betrachtet, ist es jedoch eine Schande. So etwas hat es noch nie gegeben. Aus diesem Grund muss es bei einem einmaligen Beschluss bleiben.”

Das letzte Wort hat die EU

Die Norm ist nicht nur im italienischen Parlament umstritten. Sowohl in der Regierung als auch bei der Opposition äusserten sich viele kritisch über den Beschluss. Die Änderung im Steuergesetz muss jedoch noch von der Europäischen Union verabschiedet werden. Das kann problematisch werden, denn die EU verbietet die staatliche Unterstützung von privaten Unternehmen. Der Konkurrenzkampf solle auch die Fussballligen nicht verschonen. Der Beschluss des italienischen Parlamentes könnte also von der EU zurückgewiesen werden. Einige Klubs könnten so in ein finanzielles Desaster schlittern.

Lazio, Inter und Milan mit den grössten Verlusten

Im Jahre 2002 haben die 18 Vereine der Serie A einen globalen Verlust von 288,4 Mio. Euro erwirtschaftet. Die grössten Verlierer sind Lazio (103,2 Mio), Internazionale (94,6 Mio) und die AC Milan (33,2 Mio). Ein weiterer Anhaltspunkt für die prekäre finanzielle Lage der italienischen Liga sind die Löhne der Spieler, die zur Zeit nur von gerade acht Klubs regulär am Monatsende ausgezahlt werden: Bologna, Chievo, Empoli, Inter, Juventus, Milan, Modena und Udinese. Alle anderen sind im Rückstand, allen zuvor Turin und Lazio, deren Spieler seit mehr als zwei Monaten kein Gehalt mehr bekommen. Die Frage, ob eine Änderung des Steuergesetzes oder allenfalls des Spielmodus’ eine langfristige Besserung der Finanzen im italienischen Fussball mit sich bringt, bleibt offen.

(Colin Porlezza/fussball.ch)

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