Fussball: Italiens Revanche und Frankreichs Bestätigung
publiziert: Samstag, 6. Sep 2003 / 23:05 Uhr

Mit einem blauen Auge ist Deutschland in Island um eine Niederlage herumgekommen. Das 0:0 beim Gruppenleader am drittletzten Spieltag der EM-Qualifikation schmeichelte dem WM-Zweiten. Die deutschen Aussetzer wurden nicht bestraft.

Rudi Völler, Nationaltrainer der Deutschen Nationalmannschaft, wurde nach dem 0:0 gegen Island gegenüber den Medien ausfällig.
Rudi Völler, Nationaltrainer der Deutschen Nationalmannschaft, wurde nach dem 0:0 gegen Island gegenüber den Medien ausfällig.
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Im Spitzenspiel der Gruppe 9 revanchierte sich Italien mit 4:0 für die 1:2-Niederlage in Wales. Matchwinner war Filippo Inzaghi, der einen Hattrick erzielte.

Der Milan-Stürmer brach den Widerstand der tapferen Waliser nach einer knappen Stunde. 11 Minuten später hiess es schon 3:0. Den Schlusspunkt setzte Alessandro Del Piero per Penalty. Der dreifache Weltmeister hat nun die Tabellenspitze übernommen und kann aus eigener Kraft die Weiche Richtung EM 2004 nach Portugal stellen.

Frankreich (5:0 gegen Zypern), England (2:1 in Mazedonien) und die Türkei (3:0 in Liechtenstein) gaben sich keine Blösse, und auch Tschechien (3:1 in Weissrussland nach 0:1-Rückstand) und Holland (3:1 gegen Österreich) bleiben unbesiegt und auf EM-Kurs. Eine Überraschung gelang Bosnien-Herzegowina, das Norwegen durch einen Treffer des Freiburgers Zlatan Bajramomic (86.) 1:0 in die Knie zwang und zur Freude der spielfreien Dänen zurückband.

Fünfter Griechen-Sieg in Serie

Für das Highlight war aber Griechenland mit dem fünften Sieg in Serie (1:0 in Armenien) besorgt. Die erste EM-Teilnahme der Hellenen seit 1980 rückt nahe. Das Team von Trainer Otto Rehhagel hat in Armenien den fünften "Zu-Null-Sieg" in Serie realisiert, führt weiter vor den spielfreien Spaniern die Tabelle in der Gruppe 6 an und kann nicht mehr vom zweiten Platz verdrängt werden.

Bezwingt Griechenland am 11. Oktober auch das bisher sieglose Nordirland fährt es als Gruppensieger nach Portugal. Das mit zwei Niederlagen gestartete Team des deutschen Trainers überzeugte erneut. Das Tor des Tages gelang Zisis Vryzas in der 37. Minute. Der Stürmer von Serie-A-Verein Perugia profitierte von einem Missgeschick in Armeniens Abwehr.

Das Glück der Deutschen

Der deutsche Trainer Rudi Völler hätte eigentlich bereits während der Partie in Island Grund zum Ausrasten gehabt. Der WM-Finalist leistete sich eine weitere Blamage, bleibt zwar ungeschlagen, muss aber weiter um die EM-Qualifikation zittern.

Dabei hatten die schwachen Deutschen Glück, nicht als Verlierer vom Platz gegangen zu sein. In der 53. Minute retteten Baumann und Wörns zwei Mal für den bereits geschlagenen Goalie Kahn auf der Torlinie.

Der gereizte Völler wurde stattdessen gegenüber ARD-Reporter Waldemar Hartmann ausfällig. "Es ist unterste Schublade, was ihr schreibt und redet. Erwartet ihr, dass wir den Tabellenführer 5:0 wegputzen?", schimpfte Völler.

Im zweiten Spiel der Gruppe 5 kam Berti Vogts Schottland gegen die Färöer zu einem 3:1-Arbeitssieg. Die Entscheidung führte der eingewechselte Youngster James McFadden (Everton) eine gute Viertelstunde vor Schluss herbei.

Frankreichs Kürlauf

Sechstes Spiel und sechster Sieg: Frankreich eilt unaufhaltsam der Titelverteidigung im nächsten Jahr in Portugal entgegen. Es fehlt theoretisch noch ein Punkt in zwei ausbleibenden Spielen zum Sieg in der Gruppe 1. Slowenien (3:1 gegen Israel) bleibt auf Distanz einziger Konkurrent.

Für die Slowenen, EM-Teilnehmer 2000 und WM-Teilnehmer 2002) markierte der Ex-Servettien Ermin Siljak, der nun in China spielt, den Führungstreffer. Israel beendete den Match mit neun Mann. In den Schlussminuten sahen Avi Nimny und Haim Revivo rot.

David Trezeguet und Tierry Henry treffen und treffen. Juve-Star Trezeguet hat beim 5:0 gegen Zypern in Paris sein 11. und 12. Tor in der EM-Qualifikation geschossen. Er hält nun bei 24 Treffern im Nationaltrikot inne, noch fehlen aber deren 17 bis zum Rekord von Michel Platini. Als Zweifacher Torschütze überzeugte auch Silvain Wiltord, Thierry Henry steuerte sein 23. Tor im Nationalteam bei.

Holland und Tschechien im Gleichschritt

In der Gruppe 3 marschieren Holland und Tschechien weiter im Gleichschritt. Holland musste gegen Österreich drei Minuten nach dem 1:0 den Ausgleich durch den ehemaligen Aarauer Emanuel Pogatetz hinnehmen.

Bondscoach Dick Advocaat reagierte in der Pause mit den Einwechslungen der Offensivkräfte Pierre van Hooijdonk und Marc Overmars, was nicht ohne Wirkung blieb. Entschieden wurde die Partie durch einen Doppelschlag der Barça-Connection Kluivert/Cocu (60./64.)

Die Tschechen gerieten gegen Weissrussland schon in der 14. Minute in Rücklage. Doch Antreiber Pavel Nedved konnte noch vor der Pause ausgleichen. Milan Baros von Liverpool lenkte das Spiel mit dem hochverdienten Führungstreffer (55.) endgültig in die erwarteten Bahnen. Für die Entscheidung sorgte Baros´ Klubkollege Vladimir Smicer.

Am Mittwoch kommt es in Prag zum Showdown um den Gruppensieg. Der Sieger ist direkt für die Endrunde qualifiziert, bei einem Unentschieden wird die Entscheidung auf den 11. Oktober vertagt.

England mit Mühe

England besann sich in Mazedonien nach einer schwachen ersten Halbzeit eines Besseren und wandelte das 0:1 noch in ein 2:1 um. Erst glich Wayne Rooney (53.) Hristovs Führung aus. Der erst 17 Jahre und 317 Tage alte Youngster von Everton überflügelte damit Michael Owen als jüngster Nationalmannschafts-Torschütze Englands.

Captain David Beckham bewahrte Trainer Sven-Göran Eriksson mit seinem verwerteten Foulpenalty (63.) schliesslich vor einer ähnlichen Blamage wie beim 2:2 im Hinspiel.

(tr/sda)

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