Fussball: Jeder muss seine Leistung hinterfragen
publiziert: Donnerstag, 11. Sep 2003 / 21:51 Uhr

1:4 in Moskau, die erste Niederlage im 7. EM-Qualifikationsspiel erlitten und damit den ersten von zwei Matchbällen verschlagen: Die Verarbeitung dieses Rückschlags wird im Schweizer Team noch einige Zeit beanspruchen.

Kann Cabanas (links) an die EM?
Kann Cabanas (links) an die EM?
Die einen äusserten verbissene Durchhalteparolen, die anderen suchten am Tag danach die Ursache beim unerwartet übermächtigen Gegner. Einige machten auch eigene Fehler aus, die zu diesem bitteren Ergebnis im fernen Russland, das Schweizer Fussballern noch nie gastfreundlich gesinnt war, geführt haben.

Jeder fand für sich eine Erklärung, doch die schwierigste Aufgabe harrt nun Köbi Kuhn. Der Nationalcoach muss die richtigen Schlüsse ziehen, damit die Präzision des zweiten Matchballs am 11. Oktober in Basel gegen Irland keine Wünsche mehr offen lässt.

Verpasst Cabanas EM?

Doch was kann er tun in dieser kurzen, vierwöchigen Pause? "Es gibt genügend Zeit, dieses 1:4 aufzuarbeiten." Erst sollen nun die Batterien wieder aufgeladen werden. "Und dann muss jeder für sich seine Position im Team in Frage stellen. Es hatte keiner einen Grund, mit erhobenem Haupt vom Platz zu gehen."

Kuhn weiss aber schon jetzt, "dass es -- unabhängig von der Matchanalyse -- ganz sicher zu Änderungen im Team kommt". Zum einen ist die Rückkehr von Jörg Stiel, Bernt Haas, Ludovic Magnin und Hakan Yakin zu erwarten, zum anderen gibt es den gesperrten Ricardo Cabanas zu ersetzen.

Der Guingamp-Söldner hat sich mit seinem dummen Platzverweis möglicherweise gar die EM-Teilnahme verscherzt, wenn es denn eine geben sollte. Bei den zu erwartenden zwei bis drei Spielsperren verpasst Cabanas nicht nur das "Finale" gegen Irland, sondern auch ein bis zwei weitere Ernstkämpfe. Eigentlich müsste er darauf hoffen, dass die Schweiz in die Barrage muss, um bei einer allfälligen EM-Qualifikation doch nach Portugal mitfahren zu können.

Vier mögliche Rückkehrer und ein Ersatz für Cabanas, möglich sind also bis zu fünf Änderungen im Team für das Spiel des Jahres in Basel. Stiel dürfte als Captain ins Tor zurückkehren, wenn er sich rechtzeitig von seiner Verletzung erholt.

Haas ist als Ersatz für den ungenügenden Remo Meyer gesetzt, ebenso Magnin auf der anderen Abwehrseite für Bruno Berner. Keine Wechsel sind dafür in der Innenabwehr zu erwarten, auch wenn Murat Yakins Leistung gegen den dreifachen Torschützen Dimitri Bulikin sehr zu wünschen übrig liess. Yakins Bonus als Abwehrchef ist jedoch nach diesem Flop noch nicht aufgebraucht, zumal das Irland-Spiel in seinem Heimstadion angesetzt ist.

Warum nicht Spycher?

Angst um seinen Platz im Team muss jedoch Patrick Müller haben. Auf der Position im linken Mittelfeld ist der Lyon-Söldner in seiner derzeitigen Verfassung eine Fehlbesetzung. Auch Raphaël Wicky zeigte nach seiner Einwechslung in Moskau nicht auf, dass er momentan eine valable Alternative ist.

Eine echte Chance verdient hätte dafür Christoph Spycher, der gegen Russland unverständlicherweise auf der Bank sitzen blieb. Vielleicht büsste der GC-Rackerer dafür, dass sein Trainer Marcel Koller Nationalcoach Kuhn gegen Frankreich gebeten hatte, auf Spycher und Borer zu verzichten.

Zu früh für Streller

Keine Änderungen dürfte es dagegen im Angriff geben, auch wenn Stéphane Chapuisat immer seltener internationalen Ansprüchen genügt. Die Rufe nach dem Basler Nachwuchsstürmer Marco Streller lassen Kuhn aber noch unbeeindruckt: "Es ist nicht gesagt, dass einer, der sich in der Schweizer Meisterschaft mit guten Leistungen aufdrängt, auch international bei diesem hohen Tempo und dieser Wucht bestehen kann."

Als Beispiel darf Chapuisat herhalten: Auch der YB-Stürmer trifft in der Super League noch immer regelmässig, international aber vermag er sich trotz seiner Riesenerfahrung kaum mehr durchzusetzen.

Rückkehr zum Rhombus

Mit der Rückkehr von Hakan Yakin wird Kuhn gegen Irland aber zum Rhombus zurückkehren. Der Basler Spielmacher wird den noch nie überzeugenden Fabio Celestini aus dem Team verdrängen.

Für Cabanas könnte auf der rechten Seite ein weiterer Basler zum Einsatz gelangen: Benjamin Huggel wäre gegen die kräftigen Iren eine ideale Wahl. Mit seinen Darbietungen als Joker gegen Frankreich und Russland hat er sich einen Platz in der Startelf verdient.

Die verschiedenen Änderungen drängen sich auf, weil Kuhn gegen Russland erkannt hat, "dass zu viele Spieler nicht in Form waren". Das wirkte sich gegen einen Gegner aus, dessen Formkurve deutlich nach oben zeigt. Irland dagegen scheint wie die Schweiz in absteigender Form. Wer kann am 11. Oktober mehr Reserven mobilisieren?

(bert/Si)

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