Fussball: Kopfbälle, die Gefahr im Nacken
publiziert: Mittwoch, 26. Mrz 2003 / 19:26 Uhr

Schöne Kopfbälle sind das Salz in der Suppe jedes Fussballspiels. Kopfbälle sind in der Regel harmlos, wer aber mit dem Kopf falsch zum Ball geht oder vom Ball überrascht wird, der kann sich erhebliche gesundheitliche Schäden zufügen.

Der konsequente physische Einsatz ist im modernen Fussball das A und O. Dies hat sich der Trainer des FC Basel schon lange auf die Fahne geschrieben und er hat damit grossen Erfolg. Mit dem physischen Einsatz steigt aber das Verletzungsrisiko.

Wer kennt das Bild nicht: Nach einem Kopfballduell bleibt einer der Spieler reglos am Boden liegen. Sofort stellt sich dem Zuschauer die Frage, ob der Spieler simuliert oder tatsächlich schwer getroffen wurde.

Kopfbälle mit 110 Km/h

Sportmediziner diskutieren seit langer Zeit über die Gefährlichkeit der Kopfbälle im Fussball. Gemäss der Einschätzung von Spezialisten sind die regulären Kopfbälle mit dem Stirnbein, die mit bis zu 110 Stundenkilometer auf den Kopf auftreffen, nicht das Problem und weniger verletzungsträchtig.

Die schwerwiegenden Kopfverletzungen geschehen vielmehr, wenn ein unvorbereiteter Spieler versehentlich angeschossen wird oder wenn zwei Spieler mit den Köpfen zusammenstossen. Nackenverletzungen entstehen bei Kopfbällen eher weniger als bei direktem Körperkontakt.

Oftmals ist es sehr schwierig ernsthafte Verletzungen im ersten Augenblick zu erkennen, das richtige Verhalten und schnelle handeln der Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Betreuer ist entscheidend.

Wichtig ist, dass Fussballakteure geschult werden, das Verhalten von am Kopf schwer verletzen Spielern korrekt lesen zu können. Falls ein Spieler nicht mehr ansprechbar oder einige Sekunden bewusstlos ist, muss dieser unverzüglich in die Seitenlage gebracht werden. An ein Weiterspielen ist nicht mehr zu denken. Es muss unverzüglich eine Kontrolle durch den Arzt durchgeführt werden.

Die Folgen von Kopfverletzungen sind nicht absehbar und werden oft unterschätzt. Viele Betroffene haben das ganze Leben mit unzähligen Folgeerscheinungen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Orientierungslosigkeit und Auswirkungen auf die Lernfähigkeit zu kämpfen.

Wenige Kopfverletzungen

Der Anteil von am Kopfgeschädigten Fussballern ist jedoch verhältnismässig gering. Gemessen an den Gesamtverletzungen im Fussball, betrug der Anteil der Hals- und Kopf Verletzungen im Jahr 2000 rund 7, 3 Prozent.

Trainer und Betreuer haben sich in den letzten Jahren stetig weiter entwickelt und gestalten ihre Trainingseinheiten abwechselnd und haben sie dem Zustand der Spieler angepasst. Junioren der Kategorie E und F spielen mit Bällen der Grösse 4 und einem Maximalgewicht von 290 Gramm. Auf Kopfballübungen wird seit längerer Zeit verzichtet.

Kopfbälle mit Schweinsblasen

Fussbälle haben sich ebenfalls stetig weiter entwickelt und tragen ihren Teil zur Unfallverhütung bei. Im englischen Cup-Finale von 1903 waren die ovalen Bälle noch luftgefüllte und mit einer Lederhaut umgebene Schweinsblasen.

Bevor Bälle mit runden, wasserdichten Gummischläuchen hergestellt werden konnten, musste gegen Ende des 19. Jahrhunderts erst ein Lösungsmittel für Kautschuk erfunden werden. An der Stelle, wo man diese Bälle mangels eines geeigneten Luftventils verschnüren musste, blieb eine kleine Ausbuchtung. Diese konnte beim Kopfball oft zu bösen Verletzungen führen.

So wurde der unverschnürte Ball als grosse Errungenschaft gepriesen. Auch wenn diese Lederbälle noch so gut eingefettet waren, sogen sie sich bei Regen mit Wasser voll und wurden im Laufe des Spiels immer schwerer.

Der offizielle Ball von heute darf bei Spielbeginn darf nicht mehr als 71 und nicht weniger als 68 cm betragen. Das Gewicht des Balles darf nicht mehr als 453 und nicht weniger als 386 Gramm sein und der Druck soll 0,6 bar, 0,7 atü entsprechen.

Der legendäre WM Ball von 1970 der „Telstar“ war wie alle Fussbälle damals noch voll aus Leder geschaffen. Sein Design war zu dieser Zeit Revolutionär und dank der Schwarz-Weissen Muster, konnte er besser auf den TV Geräten erkannt werden. Der WM Ball von 2002 der „Fevernova" ist ein synthetisches Hightech-Produkt, das Hersteller Adidas in Zusammenarbeit mit Forschern der Bayer AG entwickelte.

Verunfallte im Sport gemäss BFU Unfallstatistik 2002

Sportart 1998 1999 2000 Fussball 53’500 51’800 50’650 Ski Alpin 45’850 48’400 42’310 Snowboarden 24’900 26’050 24’500

Verletzungslokalisation im Fussball der 16 bis 64 Jährigen gemäss BFU Unfallstatistik 2002

Verletzung Prozent Unterschenkel Sprunggelenk Fuss 32,7 Knie 31,2 Andere 9,8 Rumpf / Rücken 8,1 Hand / Handgelenk 8,0 Kopf / Hals 7,3 Hüfte / Oberschenkel 5,6 Schulter Oberarm 5,2 Ellbogen Unterarm 2,0

(Roland Sommer/fussball.ch)

 
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