Fussball: Letzte News vor Schweiz - Österreich
publiziert: Dienstag, 20. Aug 2002 / 15:18 Uhr

Basel - Die Schonzeit für die Schweizer Nationalmannschaft ist vorbei. Sie muss heute bei der Hauptprobe vor der EM-Qualifikation gegen Österreich in Basel Fortschritte bestätigen und ein achtbares Resultat liefern.

«Wir haben aus Fehlern gelernt. Auch ich hoffe, die richtigen Schlüsse daraus gezogen zu haben», gab Nationalcoach Köbi Kuhn gestern Mittag bekannt. Alle 18 aufgebotenen Spieler sind für das freundschaftliche Länderspiel gegen den Partner der gemeinsamen Kandidatur für die EM 2008 disponibel, auch Murat Yakin, über dessen Einsatz wegen Adduktorenbeschwerden Zweifel herrschten.

Kuhn glaubt, endlich die richtige Mischung zwischen erfahrenen Akteuren und jungen Zukunftshoffnungen gefunden zu haben. «Der Enthusiasmus und die Leistungsbereitschaft der ehemaligen U21- Spieler müssen wir ins A-Team adaptieren. Die Sichtung ist vorbei. Ich habe klare Ideen, wie und mit welchen Leuten ich die beiden nächsten Heimspiele gegen Österreich und den Start in die EM- Ausscheidung gegen Georgien am 8. September bestreiten möchte.»


Qual der Wahl im Mittelfeld

Im Tor wird Jörg Stiel stehen. Für den routinierten Goalie von Mönchengladbach sprechen auch seine Qualitäten als Führungsspieler. In der Viererabwehr wird Kuhn wahrscheinlich mit Bernt Haas rechts und Ludovic Magnin links beginnen. Kaderneuling Remo Meyer, der am Wochenende mit 1860 München beim 3:1 in Hannover in den letzten 24 Minuten zu seinem Bundesliga-Debüt gelangte, hiesse die valable Alternative für Haas, der Servettien Sébastien Fournier für Magnin.

Im Zentrum ist Liverpools Stammspieler Stéphane Henchoz gesetzt. Murat Yakin und Patrick Müller dürften sich um die zweite Position streiten. Wahrscheinlich beginnt der leicht angeschlagene Basler und wird bei Halbzeit durch den Genfer Müller von Frankreichs Meister Lyon ersetzt.

Im Sturm sind Alex Frei und Rückkehrer Stéphane Chapuisat gegeben. Doch wie setzt sich das vier Mann starke Mittelfeld zusammen? Als «hängende Spitze» empfiehlt sich Hakan Yakin, als «Staubsauger» vor der Abwehr wird Johann Vogel wohl sein 50. Länderspiel bestreiten. Gesetzt ist auch GC-Antreiber Ricardo Cabanas. Um die letzte offene Position buhlen Raphaël Wicky (HSV) und Fabio Celestini (Marseille) -- mit leichten Vorteilen für den Hamburger.

Der Nationalcoach hat betont, dass der Neuaufbau vorläufig abgeschlossen ist. «Ich bin optimistischer als noch vor sechs Monaten. Die Gruppe, die meinen Vorstellungen entspricht, ist formiert. Jetzt muss meine Mannschaft zeigen, was sie als Kollektiv zu leisten vermag. Ich erwarte einen Sieg gegen Österreich, denn auch ein Trainer wird immer an den Resultaten gemessen.»


Österreich erstmals mit Vierer-Abwehr

Tröpfchenweise fand sich auch Hans Krankls Team zusammen. «Zu einem echten Training gab es daher kaum Zeit», stellte Österreichs Teamchef fest, liess aber dennoch die Vierer-Abwehrkette üben, in der zunächst noch Fixposten Michael Baur vom HSV, ein Klubkollege von Wicky, fehlte. Da die in Frage kommenden Akteure bei ihren Vereinen mit der Linienabwehr vertraut sind, ergaben sich wenig Abstimmungsprobleme.

Hans Krankl relativiert alle Systemänderungen: «Eine Grundordnung ist unerlässlich, aber Systeme gewinnen kein Spiel.» Es komme immer noch auf die Protagonisten an. Der Nachfolger von Otto Baric stuft die Schweiz ähnlich stark wie sein Nationalteam ein, weist aber beeindruckt auf die grossen Erfolge im Schweizer Nachwuchsbereich (U17-Europameister, U21-Halbfinalist) hin. «Unser Ziel in Basel ist ein guter letzter EM-Test mit einem guten Ergebnis», meinte der ehemalige Goalgetter mit langer Auslanderfahrung. «Die Aufbruchstimmung soll weiter anhalten, damit wir am 7. September in Wien gegen Moldawien ein volles Haus beim Start in die EM-Qualifikation haben.»

Österreich hat mit Holland und Tschechien, den grossen WM- Abwesenden, sowie Weissrussland und Moldawien das noch schwierigere Los erwischt als die Schweiz mit den beiden WM-Teilnehmern Irland und Russland, Georgien und Albanien. Die Bilanz gegen die Schweiz sieht für den östlichen Nachbarn positiv aus. 24 von 37 Länderspielen wurden gewonnen. Fünfmal wurde remisiert und nur achtmal verloren, zuletzt beim 1:2 vor einem Jahr in Wien beim Trainereinstand von Köbi Kuhn. Johann Vogel reüssierte damals mit einem Volleyschuss ins Lattenkreuz, Hakan Yakin mit einem Kopfball via Pfosten.


Die voraussichtlichen Startformationen:

Schweiz:
Stiel; Haas, Müller, Henchoz, Magnin; Wicky/Celestini, Vogel, Cabanas; Hakan Yakin; Frei, Chapuisat.

Österreich: Manninger; Cerny, Baur, Hiden, Pürk; Kitzbichler, Aufhauser/Flögel, Wagner, Weissenberger; Wallner, Kahraman.

Schiedsrichter: Rosetti (It).

(von Peter Wyrsch, Basel/sda)

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