Fussball: Mission Ligaerhalt geht für Koller weiter
publiziert: Donnerstag, 29. Jan 2004 / 18:15 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 29. Jan 2004 / 18:39 Uhr

Der 1. FC Köln hat sich an der Algarve auf die Rückrunde vorbereitet. Vom 14. bis 21. Januar hat Marcel Koller seine Spieler auf den Kampf gegen den Abstieg eingestimmt und drei Testspiele bestreiten lassen.

Dirk Lottner wurde von Koller wegen läuferischer und defensiver Schwächen ausgemustert.
Dirk Lottner wurde von Koller wegen läuferischer und defensiver Schwächen ausgemustert.
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Mit einem 9:1 Sieg gegen den russischen Meister ZSKA Moskau, einer 2:3 Niederlage gegen die Nationalmannschaft Nigerias und einer 2:3 Niederlage (mit dem Reserveteam) gegen Eintracht Trier hat der 1. FC Köln in Portugal überzeugen können. Dazu kommt ein überzeugender 4:1 Sieg gegen Arminia Bielefeld.

Marcel Schwamborn vom Kölner Express hat die Spiele gesehen und ist optimistisch. "Die Auftritte gegen Moskau, Nigeria und Bielefeld waren wirklich gut", schwärmt er.

Koller hinterlässt erste Spuren

Seit seinem Amtsantritt hat der Schweizer in Köln zunehmend mehr Spuren hinterlassen. Hatte er anfangs das Problem einer verunsicherten Mannschaft, welche von Friedhelm Funkel vor allem auf Standardsituationen eingestellt worden war, spielt Köln wieder einen ansehnlicheren Fussball.

Erschwerend war dazugekommen, dass die ersten Resultate unter Koller selbst den hartnäckigsten Fans zu denken gegeben hatten. Gegen Bochum und den HSV kassierte das Team fünf Gegentore, ohne selber auch nur einmal zu treffen.

Mit dem 2:2 bei Bayern München begann die Wende zum Guten. Den überraschenden Punktgewinn konnten die Kölner gegen Leverkusen (0:0), Hansa Rostock (1:1) und vor allem gegen Hertha Berlin (3:0) bestätigen.

Koller hatte das System geändert und als Folge bekamen die Fans vermehrt Tore aus dem Spiel zu sehen. Die Stichworte heissen: Pressing und Bewegung. "Das Spiel von Köln ist heute variabler und kein Glücksspiel mehr, bei dem man auf Tore aus Standardsituationen hofft", sagt Schwamborn.

Idol ausgemustert

Der Weg dahin war nicht einfach. Koller hatte beispielsweise ein Problem mit Dirk Lottner, der in Fussballkreisen "Meister des stehenden Balles" genannt wird,aber defensive und läuferische Schwächen hat. Gleichzeitig genoss Lottner in Köln den Status eines Fussballidols und galt während sieben Jahren beim FC als unantastbar.

Koller wäre jedoch nicht Koller, hätte er nicht den Mut, Spieler auszumustern, die nicht in sein System passen. So mussten Lottner und Matthias Scherz, der mit 18 Toren wesentlich zum Aufstieg beigetragen hat, über die Klinge springen. Beide Fälle erinnern in ihrer Art an die Ereignisse um Richard Nunez bei GC.

Sie wurden ersetzt durch Albert Streit vom VfL Wolfsburg und Markus Feulner vom FC Bayern München. Beide sind Jung. Streit, ein offensiver Mittelfeldspieler, hat sich bereits im Team etabliert und passt in das System Kollers.

Feulner, ebenfalls ein Mittelfeldspieler, kam verletzt zu Köln und hat bei Bayern lediglich Kureinsätze absolviert. Er ist – noch mehr als Streit – eine Zukunftsinvestition.

Neben diesen beiden wurden dem 1. FC Köln weitere Spieler angeboten. Doch Koller und der Manager Andreas Rettich entschieden sich dagegen, obwohl es sich bei den Kandidaten um gestandene Bundeligaprofis gehandelt hat.

Der Grund: Streit und Feulner haben auch Verträge für die 2. Bundesliga. Andere Spieler haben eine solche Option abgelehnt. Köln fährt offen eine zweigleisige Strategie, was für reichlich Gesprächsstoff sorgt.

Ligaerhalt fraglich

Der 1. FC Köln hat auf dem 16. Tabellenplatz überwintert. Auf dem Konto stehen 13 Punkte aus 17 Spielen, bei einer Tordifferenz von Minus 11.

Schlechter sind nur noch die Hertha und Frankfurt platziert, wobei die Berliner weit unter Wert klassiert sind. Vor den Kölnern stehen Kaiserlautern mit 15 Punkten, sowie 1860 München, Borussia Mönchengladbach und Hansa Rostock mit je 19 Punkten.

Ob Koller und sein Team den Abstieg verhindern können, wird sich nach Einschätzung von Schwamborn relativ schnell zeigen. Die ersten Gegner in der Rückrunde heissen nämlich Gladbach (Heimspiel) und Kaiserslautern (Auswärts).

"Wenn Köln vier Punkte holt, ist der Ligaerhalt möglich. Sollten es weniger sein, wird es sehr schwer", schätzt Schwamborn die Situation ein. So würden es auch mehrheitlich die Spieler sehen, mit denen er gesprochen hat.

Gleichzeitig hat Schwamborn grundsätzliche Bedenken. Damit Köln in der 1. Bundesliga verbleibt, brauche es drei schwächere Mannschaften. Aber er stuft lediglich die Frankfurter Eintracht in dieser Kategorie ein. "Andere Teams wie Kaiserslautern sind sicher auf der gleichen Höhe."

Sollte Koller das Kunststück schaffen, Köln in der höchsten Liga zu halten, wird auch seine Popularität bei den Fans steigen. Bisher ist er erst akzeptiert, Sprechchöre für den Zürcher hat es noch keine gegeben. Entsprechend kann man sich vorstellen, wie die fanatischen Fans auf einen Abstieg gegenüber Koller reagieren würden.

(tr/fussball.ch)

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