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Fussball: NLA - GC und Basel im Gleichschritt
publiziert: Sonntag, 4. Mai 2003 / 18:33 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 4. Mai 2003 / 19:42 Uhr

Basel hält mit den Grasshoppers Schritt. Nachdem GC am Samstag mit dem 4:0 bei Servette in Genf vorgelegt hatte, zog der Meister gestern in Wil in einem spektakulären Spiel mit 5:4 nach. GC führte die Tabelle weiterhin mit drei Punkten Vorsprung an.

22 Treffer wurden in den vier Spielen der 9. Finalrunde erzielt. Der bisherige Saisonrekord (13 Tore am 1. Spieltag) wurde deutlich übertroffen. Im zweiten Sonntagsspiel feierte Thun mit dem 2:1 über Cupfinalist NEuchâtel Xamax den zweiten Heimsieg in Folge. Am "Zürcher-Samstag" kanterte GC Servette in Genf 4:0 nieder, und der FCZ bezwang die Young Boys nach einer 3:0-Führung mit 4:2. Thun und Zürich liegen nur noch vier Zähler hinter dem viertplatzierten Xamax zurück. Je nach Cupfinal-Ausgang am kommenden Sonntag in Basel (FCB - Xamax) reicht vielleicht noch der vierte Platz zur UEFA-Cup-Qualifikation.

Das 4:5 am 4.5.

Am 3.11. hatte Wil gegen St. Gallen mit 3:11 verloren. Am 4.5. musste deshalb die Partie im Bergholz gegen Basel -- logischerweise -- mit 4:5 ausgehen. 4700 Zuschauer erlebten einen total verrückten und spektakulären Match. Basel führte nach 25 Minuten durch zwei Treffer von Benjamin Huggel und einer Direktabnahme von Sébastien Barberis 3:0. Wil war dem Druck und dem Tempo des Meisters nicht gewachsen. Doch die St. Galler rappelten sich auf. Dusan Pavlovic und der Brasilianer Fabinho brachten die St. Galler nach zwei idealen Zuspielen von Mauro Lustrinelli noch vor der Pause zum 2:3 heran. Der überragende Tessiner Lustrinelli tanzte nach dem Wechsel die FCB-Abwehr wie Anfänger aus, liess Torhüter Pascal Zuberbühler und Marco Zwyssig leer laufen und schob via Pfosten zum 3:3 ein. Das Bergholz wurde zu einer Festhütte.

Das ohne die gesperrten Brüder Yakin angetretene Basel wankte, fiel aber nach diversen Unsicherheiten nicht, sondern setzte dank seiner Klasse nochmals zu. Zwar schlenzte Lustrinelli einen Ball noch an die Lattenunterkante, aber statt 4:3 hiess es postwendend 3:4 und später 3:5. Antonio Esposito reüssierte mit einem Sonntagsschuss zum 3:4. Christian Gimenez verwertete einen Abpraller des sonst untadeligen Nicolas Beney zum 3:5, ehe der eingewechselte Wiler Massimo Rizzo bei seinem Coeback aus 25 Metern nikcht nur sein erstes NLA-Tor, sondern den Treffer des Tages erzielte. Der Schuss des Sekretärs beim FC Zürich drang genau ins Lattenkreuz zum 4:5. Was für ein Spiel, was für ein Resultat, was für Spannung und Dramatik!

Zweimal Streller gegen Xamax

Ein Basler lieferte auch in Thun Schlagzeilen. Die FCB-Leigabe Marco Streller zeichnete sich beim 2:1 der Berner Oberländer über Xamax als Doppeltorschütze aus. Thun gelangte nach dem 3:1 gegen Servette zum zweiten Heimsieg der Finalrunde. Zunächst hatte Alexander Rey den Cupfinalisten aus Neuenburg mit seinem 14. Saisontor nach einem Steilpass von Simo in Führung gebracht. In der Schlussphase traf Rey den Pfosten. Thuns Vollerfolg war letztlich glücklich, doch die Tempoverschärfung nach der Pause wurde ebenso belohnt wie die Einschränkung des Spielraumes von Xamax´ Spielgestalter Augustine Simo.

GC: die deutliche Revanche

GC gab sich auch im neuen Stade de Genève keine Blösse und ist nun seit 16 Spielen ungeschlagen. Richard Nuñez gelang nach einem Konter über vier Stationen das 19. Saisontor. Der Uruguayer bestritt sein 75. NLA-Spiel und erzielte sein 56. Tor für GC, eine imposante Ausbeute. Nach der Pause sorgte Pascal Castillo und Riccardo Cabanas bis zur 52. Minute für die vorzeitige Entscheidung. Der zweite Treffer des überragenden Cabanas verdeutlichte den Unterschied vor 8383 Zuschauern. Die Genfer waren dem hohen Rhythmus und den präzisen und schnell durchgeführten Offensivaktionen der Zürcher nicht gewachsen.

Servette war überfordert und zu unausgewogen und musste überdies nach einer halben Stunde Torhüter Sébastien Roth mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel durch den ehemaligen Nationaltorhüter Marco Pascolo ersetzen. Die Genfer wurden zu Hause erstmals seit sieben Spielen bezwungen und erlitten auch die erste Heimpleite im neuen, schmucken Stadion. GC nahm damit eindeutig Revanche für die 3:4-Niederlage in der Qualifikation in Genf. Die Hoppers hinterliessen einen äusserst stilsicheren Eindruck und mussten nie ans Limit gehen. Können sie diese Form konservieren, ist ihnen der 27. Meistertitel kaum mehr streitig zu machen.

Dreimal Alhassane Keita

Der kleine, schnelle Stürmer Alhassane Keita war mit drei Toren der Matchwinner für den FC Zürich, der die Young Boys mit ungewohnter Effizienz in den Startminuten überraschte. Der wirblige Stürmer aus Guinea schoss seine ersten beiden Tore in der 11. und 13. Minute, als YB drei Riesenchancen (Pfostenschuss von Vonlanthen, Berisha, Sermeter) vergeben hatte. Als der Argentinier Guerrero nach 23 Minuten zum 3:0 ausbaute, befürchete man für YB ein Debakel. Die Berner erholten sich aber, kamen durch Gürkan Sermeter und Joël Magnin auf 3:2 heran und standen sogar dem Ausgleich nahe. Während Sermeter alleine vor Zürichs Torhüter König scheiterte und zudem in der Schlussphase noch die Latte traf, enteilte Keita ein drittes Mal und besorgte das 4:2, sein 14. Saisontor. Die erneut aufgetretenen internen Unstimmigkeiten gingen am Berner Team nicht spurlos vorüber.

Wil - Basel 4:5 (2:3)
Bergholz. -- 4700 Zuschauer (Finalrundenrekord). -- SR Etter. -- Tore: 3. Huggel 0:1. 15. Barberis 0:2. 25. Huggel 0:3. 31. Pavlovic 1:3. 42. Fabinho 2:3. 48. Lustrinelli 3:3. 55. Esposito 3:4. 64. Gimenez 3:5. 74. Rizzo 4:5.

Wil: Beney; Balmer (31. Montandon), Hasler, Zellweger, Dilaver; Calla, Romano (70. Rizzo), Fabinho, Sutter; Pavlovic, Lustrinelli (80. Nushi).

Basel: Zuberbühler; Barberis, Zwyssig, Smiljanic, Atouba (52. Duruz); Esposito, Huggel, Cantaluppi, Chipperfield (76. Quennoz); Rossi (86. Tchouga), Gimenez.

Bemerkungen: Wil ohne Mangiarratti und Zverotic (beide gesperrt), Bamba und Morales (beide verletzt). Basel ohne Hakan und Murat Yakin (beide gesperrt), Ergic, Haas, Varela und Tum (alle verletzt). 12. Tor von Pavlovic wegen Foulspiel an Esposito aberkannt. 41. Pfostenschuss von Smiljanic. 53. Schuss von Lustrinelli an Lattenunterkante. Verwarnungen: 26. Zellweger, 39. Pavlovic (beide Foul).

Thun - Neuchâtel Xamax 2:1 (1:1)
Lachen. -- 3000 Zuschauer. -- SR Petignat. -- Tore: 23. Rey 0:1. 43. Streller 1:1. 55. Streller 2:1.

Thun: Wölfli; Hodzic, Marc Schneider, Deumi; Küffer, Aegerter, Aziawonou, Cerrone (86. Stefan Balmer); Patrick Baumann; Streller (77. Renfer), Rama.

Neuchâtel Xamax: Bettoni; Von Bergen, Barea, Buess, Oppliger (77. D´Amico); Jerôme Schneider (65. Sanou), Bättig, Simo, Wiederkehr (65. Khlifi); M´Futi, Rey.

Bemerkungen: Thun ohne Heinz Moser (gesperrt) und Parnela (verletzt). Xamax ohne Mangane (gesperrt), Leandro, Valente, Tsawa, Da Silva und Ersatztorhüter Delay (alle verletzt). 67. Kopfball von Rey an den Pfosten. Verwarnungen: 57. Simo, 76. Oppliger (beide Foul).

Am Samstag spielten:
Servette - Grasshoppers 0:4 (0:1)
Zürich - Young Boys 4:2 (3:1)

1. Grasshoppers 9 21: 7 46 (25)* 2. Basel 9 22:14 43 (24) 3. Young Boys 9 12:14 31 (15) 4. Neuchâtel Xamax 9 12:10 28 (16) 5. Servette 9 9:14 25 (15) 6. Thun 9 10:15 24 (16) 7. Zürich 9 11:14 24 (16) 8. Wil 9 10:19 21 (16) * = in Klammern halbierte Punkte aus der Qualifikation

(fest/Si)

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