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Fussball: Portugals grenzenlose Depression
publiziert: Montag, 5. Jul 2004 / 15:59 Uhr

Bitter, sehr bitter sogar, verlief der Abschied von der EM 2004 für Portugal. Sie, die seit Jahrzehnten von einem Titel träumen, mussten im eigenen Stadion mitansehen, wie die Griechen nach dem Final ihren sensationellen 1:0-Sieg zelebrierten.

Portugals Nuno Gomes lässt seinen Emotionen freien Lauf.
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Irgendwie war die Szenerie im Da Luz in Lissabon geprägt von etwas Absurdem. Zu später Stunde, als die hellenischen Helden sich schon fast ins Delirium getanzt hatten, zündeten die Organisatoren über dem Dach der roten Benfica-Arena ein Feuerwerk. Nur erfreute sich niemand (mehr) am grellen Spektakel in dunkler Nacht. Die masslos enttäuschten Südeuropäer hätten sich ein anderes, ein Feuerwerk der Spielkunst und Freude gewünscht.

Wie versteinert sassen die Einheimischen auf den Schalensitzen. Auf dem Platz starrte Rui Costa mit bleicher Miene und verschränkten Armen in irgendeinen Sektor jenes Stadions, in dem er 13 Jahre früher die Junioren-Weltmeisterschaft gewonnen hatte. Würde man den Begriff "Saudade", den portugiesischen Hang zum Leiden, illustrieren, müsste das Modell Rui Costa heissen. Trauriger als der langjährige Hoffnungsträger der goldenen Generation blickte kaum einer in die Welt.

An der abgesicherten Defensive verzweifelt

Im Sport generell und speziell im Fussball gewinnen nicht ausschliesslich die Besten. Häufig ist die Effizienz, die Konzentration aufs Einfache, die glasklare Struktur im Spiel, wie sie Griechenland nahe der Perfektion besitzt, einträglicher als die Lust und Freude an der Kreativität.

Obschon die Portugiesen unaufhörlich die Zone der Hellenen belagerten, verliessen sie den Rasen tränenüberströmt. Zehn Corner trat Portugal, den Gästen reichte ein einziger zum kaum fassbaren Triumph. So wenig für die Griechen sprach, so gigantisch viel haben sie deshalb gewonnen.

Portugal rannte vergeblich an

Portugal hatte das mit allen Mitteln zu verhindern versucht. Alle ausser dem Keeper Ricardo stürmten an. Alle waren sie bis zur letzten Haarfaser entschlossen, dem leidenschaftlichen Volk und sich selber die wahrscheinlich wunderbarste Nacht aller Zeiten zu schenken. Es kam anders. Die begnadeten Fussballer verzweifelten an Otto Rehhagels System der "abgesicherten Defensive".

Luiz Felipe Scolari hielt in einer ersten Analyse fest, "dass es keine Frage offensiver Mängel war, sondern die Stärke der griechischen Defensive den Ausschlag gab". Den blassen Auftritt seines Regisseurs Deco verschwieg er ebenso wie die miserable Leistung von Pauleta, dem wieder überhaupt nichts gelang, auf den Scolari aber dennoch bis ins Verderben setzte.

Parasiten-Fussball

"Ein Triumph des Parasiten-Fussballs!" regte sich der Kommentator des "Publico" auf. Als Mitesser betitelte er die neuen Europameister. "Vor 40 Jahren haben die Italiener den "catenaccio" erfunden. Offenbar ist er noch immer in Mode."

Mit der griechischen Interpretation des Fussballs haben die Portugiesen grundsätzlich Mühe. Nur wäre es an ihnen gelegen, den Destruktivismus wirkungsvoller zu bekämpfen. "Es liegt immer in der Hand der offensiven Mannschaft, den Weg zum Tor zu finden", befand Scolari. Dem ist so -- leider.

(von Sven Schoch, Lissabon/Si)

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  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
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