Fussball-Sponsoren: Frauen werden wichtiger
publiziert: Samstag, 14. Mrz 2009 / 21:55 Uhr

Köln/Wien - Rund 38 Prozent der Fussballfans sind Frauen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung «Women´s World of Football» der Sponsoringberatung Sport+Markt in 21 Ländern.

«Die Zeiten sind vorbei, in denen Männer den Fussball ausgemacht haben», betont Hartmut Zastrow, Vorstand Sport+Markt.

Weltweit fiebern genau so viele Frauen mit ihren Nationalmannschaften wie Männer. «Der Erfolg des eigenen Landes im Fussball ist identitätsstiftend und bewegt die ganze Nation», analysiert Zastrow.

Den stärksten weiblichen Rückhalt in allen Ländern hat die deutsche Nationalmannschaft: 92 Prozent der deutschen Anhängerinnen unterstützen das Team von Trainer Joachim Löw.

Frauen bei Fussballgrossereignissen eine relevante Zielgruppe

Ein Ergebnis, das natürlich auch für die derzeitigen und künftigen Sponsoren von Interesse ist, bestätigt Sportmarketing-Experte Reinhard Grohs von der Universität Wien im Interview. «Schon bei der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz waren Frauen und Männer am Event ähnlich interessiert. Für Sponsoren stellen Frauen damit bei Fussballgrossereignissen eine relevante Zielgruppe dar. Insbesondere jüngere und hochgebildete Frauen um die 30 Jahre sind sowohl eine kaufkräftige Zielgruppe als auch an Grossereignissen wie Euro oder Weltmeisterschaften besonders interessiert», so Grohs.

Weibliche Fussballfans sind überdurchschnittlich konsumfreudige Frauen, bestätigt auch die Studie von Sport+Markt.

Daher bieten Frauen als Fussballfans Unternehmen und Vereinen ein enormes Potenzial, das aus Sicht des Sport+Markt-Vorstandes zu selten genutzt wird. «Neue Branchen werden mehr und mehr in den Fussball investieren», betont Zastrow.

«Wir prognostizieren ein zunehmendes Interesse von Modemarken, Schmuckherstellern, aber auch Gartenprodukten an Fussballkommunikation. Weibliche Fussballfans interessieren sich weltweit sehr stark für Mode und Kleidung, stärker als Frauen insgesamt und stärker als die männlichen Anhänger. Das nutzen bislang viel zu wenig Unternehmen aus.»

Bisher wurden Fussball-Grossereignisse jedoch mehrheitlich von Unternehmen gesponsert, deren Zielgruppen entweder geschlechtsneutral oder sogar dezidiert männlich waren wie etwa Carlsberg, Castrol oder Continental bei der EURO 2008 bzw. Sony und Budweiser bei der WM 2010.

«In Zukunft sind jedoch Sponsoren vorstellbar, die sogar mehrheitlich - aber nicht ausschliesslich - Frauen ansprechen, wie beispielsweise Pflegeprodukte oder Nahrungsmittelkonzerne», bestätigt Grohs.

Grosse Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt es in der Motivation

Grosse Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt es in der Motivation Fussball zu sehen. Grohs: «Während viele Männer Fans einzelner Mannschaften oder des Sports an sich sind, begeistern Frauen die positiven Emotionen und die gute Stimmung bei Grossereignissen. Für Sponsoren hat das zwei Konsequenzen. Einerseits eignen sich Grossereignisse wie WM oder EURO besser um Frauen anzusprechen, weil die nationalen Ligen mit ihren Rivalitäten zwischen den Teams noch immer mehrheitlich Männersache sind. Zweitens wirkt sich für Frauen der Hauptgrund Fussballgrossereignissen zu folgen (Begeisterung, Stimmung) positiv auf die Beurteilung des Sponsors aus. Mehr als bei Männern, wo der Sport selbst so wie Sieg oder Niederlage viel stärker zählen».

Für Sponsoren ist diese Situation besonders interessant und daher besonders sinnvoll, in diesem Umfeld des gemeinsamen Erlebens von Emotionen Produkte für Frauen zu bewerben.

Eine erhöhte Anzahl an Sponsoren für Grossereignisse wie Europa- oder Weltmeisterschaften wird es jedoch nicht geben, da die Maximalzahl für Sponsoren festgelegt ist und die Slots bis 2014 schon vergeben sind. «Da kann es höchstens eine Verschiebung geben, doch das steht noch in den Sternen», so Grohs abschliessend.

(li/pte)

 
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