Fussball: Stärken und Schwächen der Halbfinalisten
publiziert: Dienstag, 29. Jun 2004 / 09:00 Uhr

Portugal oder Holland, Tschechien oder Griechenland? Wer tritt am kommenden Sonntag die Nachfolge von Frankreich an und setzt sich auf den europäischen (Fussball-)Thron?

Noch vier Mannschaften streben den Titel an.
Noch vier Mannschaften streben den Titel an.
Was spricht für die Tschechen, was gegen Holland? Weshalb könnte Oranje gleichwohl erstmals seit 1988 einen Titel gewinnen? Und warum sorgt das portugiesische Ensemble weiterhin für lärmige, (Nacht-)Stunden in den lusitanischen Städten? Was könnte Griechenland an der Sensation hindern? Und warum krönt sich König Otto Rehhagel vielleicht doch zum Kaiser von Griechenland? Die Stärken und Schwächen der vier Halbfinalisten:

Portugals Stärken...

Die Mannschaft hat im eigenen Land eine unbeschreibliche Welle der Euphorie ausgelöst. Diese Welle könnte die Portugiesen zum Titel tragen. Umso mehr als die Lusitaner dank Ronaldo, Deco und Rui Costa, wenn er zum (Teil-)einsatz kommt, über Individualisten verfügen, die ein ausgeglichenes Spiel mit ihren Geistesblitzen entscheiden können.

Zudem stehen Joker zur Verfügung, die Einfluss auf die Partie nehmen. Gegen Spanien traf der eingewechselte Nuno Gomes zum entscheidenden 1:0. Im Viertelfinal gegen England schossen Helder Postiga und Rui Costa die beiden Tore. Auch sie waren erst im Verlaufe des Spiels und beim Stande von 0:1 eingetreten.

...und die Schwächen

Die Abwehr ist verwundbar, wenn sie unter Druck gerät. Das hat die Partie gegen England gezeigt, als kurz nach Spielbeginn ein Fehler zum 0:1 führte. Und als die Portugiesen nach der Führung das Spiel aus der Hand gaben, dauerte es nur wenige Minuten, bis nach einem Corner und einer haarsträubenden Organisation der Defensive der 2:2-Ausgleich fiel.

Zudem stellt sich die Frage, wie das Team reagiert, wenn es gegen Holland im Halbfinal erstmals nicht auf einen Widersacher trifft, der den ballverliebten Südeuropäern das Diktat überlässt.

Hollands Pluspunkte...

Keiner der vier Halbfinalisten hat in der Offensive so viele Möglichkeiten. Ruud van Nistelrooy hat zwar schon vier Tore markiert, scheint bis jetzt aber gleichwohl (noch) nicht in Bestform zu sein. Was ist für Holland möglich, wenn "Rutje" plötzlich für ein Tor nur noch eine Chance braucht?

Unterstützt wird Van Nistelrooy von einem Heer von offensiven Hochkarätern. An der Spitze dieser Zuträger steht Arjen Robben, eine der Entdeckungen des Turniers. Seit Jahren war die Ambiance in der "Elftal" nicht mehr so gut wie in diesen Tagen. Das Stimmungshoch könnte zum grössten Pluspunkt Hollands werden.

... und die Minuspunkte

Allen Lobesliedern auf den positiven Fussball zum Trotz hat Holland an dieser EM von vier Partien nach der regulären Spielzeit erst eine gewonnen -- gegen das inferiore Lettland. Die Abwehr wirkt unsicher, sobald der Gegner schnell und präzis kombiniert. Gerade gegen die Portugiesen könnte dies zum grossen Problem werden.

Die Ideengeber im Mittelfeld, Edgar Davids (FC Barcelona) und Clarence Seedorf (Milan), haben die tolle Form, die sie im Frühjahr im Klub hatten, nicht konserviert. Im Halbfinal werden die Oranjes erstmals nicht von einer erdrückenden Mehrzahl der Zuschauer unterstützt.

Tschechiens Stärken...

Nur die Osteuropäer haben bisher alle vier Partien gewonnen. Entsprechend gross ist das Selbstvertrauen. Bei den sensiblen Tschechen ein wichtiger Faktor. Antreiber Pavel Nedved macht an der EM die schlechte Saison mit Juventus vergessen. Das Sturmduo Jan Koller und Milan Baros ergänzt sich ideal. Wenn Koller ein Loch in die gegnerische Abwehr reisst und Baros dadurch aus günstiger Position zum Abschluss kommt, ist ein Treffer meistens Tatsache. Insbesondere im Viertelfinal gegen Dänemark machte Torhüter Petr Cech einen bestechend sicheren Eindruck.

Dank der frühzeitigen Qualifikation für die Viertelfinals und der daraus folgenden Nomination einer "B-Auswahl" haben die tschechischen Leistungsträger erst drei Partien in den Beinen. Kein Team kann die Kräfte derart geschickt einteilen wie Tschechien. Die Mannschaft steigerte sich bisher in jeder Partie mit zunehmender Dauer. Acht der zehn Tore erzielte sie nach der Pause.

... und die Schwächen

Über die Seiten sind die Tschechen am ehesten verwundbar. Die Aussenverteidiger Zdenek Grygera, der gegen Holland schon nach wenigen Minuten ersetzt wurde, und Marek Jankulovski, der bei Udinese nicht auf dieser Position spielt, sind nicht unüberwindbar.

Das Selbstvertrauen ist zwar gross, doch wie gehen die Osteuropäer in der Endphase mit dem erhöhten Druck um? Es wäre nicht das erste Mal, dass eine tschechische Auswahl versagt, wenn sie angeblich (fast) unschlagbar ist. Die Eishockeyaner mussten dies vor wenigen Wochen schmerzhaft erfahren.

Griechenlands Pluspunkte...

Die Hellenen sind der krasse Aussenseiter der finalen Phase. Sie können ohne Druck antreten, und Trainer Otto Rehhagel wird nicht müde zu sagen, man könne jetzt die Spiele geniessen. Diese Unbekümmertheit hat den Griechen schon gegen Frankreich geholfen.

Darüber hinaus ist die Abwehr ein wahres Bollwerk. Wenn die Defensive konzentriert zur Sache geht, ist sie fast nicht auszuspielen. Und eine gute Verteidigung war schon immer die Basis für Erfolge. Mit den Kontern ist der Aussenseiter gefährlich. Angelos Charisteas (zwei EM-Tore) und seine Kollegen brauchen nicht viele Chancen, um zu Toren zu kommen.

... und die Minuspunkte

Kann Griechenland in einer K.o.-Phase ein Spiel nach einem Rückstand noch kehren, oder versagt dann Ottos Taktik der "kontrollierten Offensive"? Im Gegensatz zu Portugiesen, Holländern und Tschechen hat kaum ein Grieche Erfahrung in Halbfinals oder Finals. Das Nationalteam nimmt erstmals seit einem Jahrzehnt an einer Endrunde teil. Die Grossklubs, die das Gros der Startformation stellen, stehen in der Champions League in der entscheidenden Phase meistens abseits.

(von Stefan Wyss/Si)

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