Fussball: Systemwechsel als Wiler Matchball
publiziert: Sonntag, 21. Sep 2003 / 19:29 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 28. Dez 2003 / 00:58 Uhr

Der FC Wil hat sich im Swisscom Cup gegen Biasca lange schwer getan, ehe sich die Ostschweizer letzlich mit 3:1 durchgesetzt haben. Patrick Winkler analysiert das Spiel und führt die anfänglichen Schwierigkeiten auf das Spielsystem zurück.

Patrick Winkler, Verteidiger des FC Wil, spielt im Cup bevorzugt gegen unterklassige Gegner.
Patrick Winkler, Verteidiger des FC Wil, spielt im Cup bevorzugt gegen unterklassige Gegner.
Warum hat es gegen den erstligisten Biasca so lange gedauert, bis der Klassenunterschied sichtbar wurde?

"Wir haben schlecht angefangen, weil wir mit 3-5-2 ein neues System gespielt haben. Dadurch hat die Abstimmung nicht gestimmt und die Automatismen haben gefehlt. In der 60. Minute haben wir dann wieder auf unser gewohntes 4-4-2 umgestellt und danach ist es sofort besser gelaufen."

Was haben Sie gedacht, als die Tessiner in Führung gegangen sind?

"Ich habe gedacht, dass darf nicht wahr sein. Trotzdem haben wir uns davon nicht nervös machen lassen und haben normal weiter nach vorne gespielt. So war es nur eine Frage der Zeit bis wir den Ausgleich schaffen. Danach wurde es besser."

Hätte diese Leistung auch gegen einen Gegner aus der Super League gereicht?

"Nein, wir haben massiv schlechter gespielt, als zuvor gegen Servette."

Wie kommt ein solcher Leistungsunterschied innert so kurzer Zeit zustande?

"95 Prozent spielt sich im Kopf ab. Die Frage nach der Qualität hat sich nie gestellt, schliesslich spielen wir in der Super League und Biasca in der 1. Liga. Trotzdem zeigt der Cup immer wieder, dass alles möglich ist."

In der Pause soll der Trainer sehr laut geworden sein, als es immer noch 1:1 stand...

"Das stimmt und er hat uns mit seiner Ansprache geweckt. Dabei ist es in einer solchen Situation sehr schwierig, den Schalter einfach umzulegen und sich zu steigern. Aber mit dem Systemwechsel ist uns das gelungen."

Am Dienstag wird die nächste Runde ausgelost. Spielen Sie lieber gegen einen unterklassigen Gegner oder gegen eine Mannschaft aus der Super League?

"Persönlich würde ich lieber gegen Herisau als gegen St. Gallen. Denn grundsätzlich ist es immer angenehmer gegen einen unterklassigen Gegner anzutreten. Voraussetzung ist allerdings, dass die mentale Einstellung passt."

(tr/fussball.ch)

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