Fussball: Urteil gegen Frei gefällt
publiziert: Donnerstag, 15. Jul 2004 / 16:15 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 15. Jul 2004 / 18:42 Uhr

Alex Frei (25) kommt nach seiner Spuck-Attacke gegen den Engländer Steven Gerrard mit einer Sperre von drei Spielen davon. Dies entschied der UEFA-Berufungssenat nach langen Verhandlungen und Beratungen in Nyon. Gegen den SFV wurden Sanktionen weder ausgesprochen noch angedroht.

Alex Frei wurde von der UEFA schon wärend der EM gesperrt.
Alex Frei wurde von der UEFA schon wärend der EM gesperrt.
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Alex Frei wird mit dem gleichen Strafmass belegt wie Italiens Superstar Francesco Totti, der im EM-Spiel gegen Dänemark ebenfalls einen Gegner angespuckt hatte. Frei wird der Schweiz damit in den ersten beiden WM-Qualifikationsspielen gegen die Färöer (4. September) und Irland (8. September) fehlen. Die erste Sperre hatte der Stürmer bereits im letzten EM-Gruppenspiel in Portugal gegen Frankreich abgesessen.

UEFA-Chefankläger Gerhard Kapl hatte für Frei eine Sperre von fünf Spielen gefordert, weil der Schweizer das Vergehen abgestritten hatte, bis entlarvende Fernsehbilder auftauchten. Alex Frei und sein Anwalt hatten eine einzige Spielsperre gefordert. Normalerweise sieht das Bespucken eines Gegners im UEFA-Strafenkatalog vier Suspensionen vor. "In Erwägung aller Umstände befand der Berufungssenat eine Sperre für drei Spiele als tat- und schuldangemessen", hiess es seitens der UEFA.

Für die UEFA ist der Fall Frei damit erledigt. Gegen die Verbandsspitze des SFV unter Präsident Ralph Zloczower ergreift die UEFA keinerlei Sanktionen. Nach Auffassung des Berufungssenats liegen keine Hinweise auf disziplinarisch relevante Verfehlungen des SFV vor.

Verzögerung bei der UEFA...

Es erstaunte, wie lange es letztlich gedauert hatte, bis das salomonische Urteil gefällt wurde. Nach fünfstündiger Anhörung von Alex Frei und seinem Anwalt sowie einer hochrangigen SFV-Delegation mit Präsident Zloczower, Generalsekräter Peter Gilliéron, dem Nationalmannschaftsdelegierten Ernst Lämmli und Kommunikationschef Pierre Benoit als Zeugen war am Mittwochabend die Urteilsverkündung auf Donnerstagmittag verschoben worden. Nach 16 Uhr nachmittags gelangte die UEFA endlich an die Öffentlichkeit.

Die Verzögerung der Urteilsverkündung könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Abklärungen allfälliger Verfehlungen des Verbandes, dem von verschiedenen (medialen) Seiten die Verbreitung von Lügen und Halbwahrheiten vorgeworfen wurde, länger dauerten als angenommen. Man ging davon aus, dass bei einer milden Strafe gegen Frei die Verantwortung für die Affäre auf den Verband abgewälzt würde und dem SFV wiederum bei einer drastischen Sanktion gegen den Spieler in keiner Weise Verfehlungen angelastet würden. Das Urteil des UEFA-Berufungssenats lässt demnach die Interpretation zu, dass der europäische Verband die Vorgehensweise(n) im SFV nicht als lupenrein taxierte.

...Erleichterung beim SFV

SFV-Präsident Ralph Zloczower, der nach verkündetem Urteil das tagelange Schweigen des Verbandes (endlich) brach, sprach von einem Entscheid, der "zu bedauern ist, weil uns ein wichtiger Spieler in zwei wichtigen Partien fehlen wird". Als Anwalt schätzte Zloczower das Ausmass der Sperre aber realistisch ein: "Kommentieren kann ich das Strafmass zwar nicht, weil ich die Begründung des Urteils nicht im Detail kenne. Doch es liegt in der Mitte der Anträge und ist deshalb sicher vertretbar."

Richtiggehend erleichtert war der Berner Fürsprecher, dass die Angelegenheit für die UEFA nun abgeschlossen ist und der SFV keine weitere Untersuchung seitens des europäischen Verbandes über die ärgerlichen Geschehnisse in Portugal zu befürchten hat. "Es ist zwar kein Freipass für uns, aber es gibt uns die Gelegenheit, bald zur Tagesordnung über zu gehen."

SFV sucht Gespräch mit Frei

Wenn die unabhängige Untersuchung durch Dr. Ulrich Fässler, Jurist und ehemaliger Luzerner Regierungsrat, abgeschlossen ist, bei der ans Licht befördert werden soll, ob und wer vom Verband vom Spucken Freis gewusst hatte, will der SFV das Gespräch mit Alex Frei (wieder) suchen. "Wir werden die richtigen Leute beauftragen, um mit Alex zu reden. Natürlich wird auch Coach Köbi Kuhn hinzugezogen. Dann werden wir den endgültigen Schlussstrich unter diese leidige Geschichte ziehen."

Das Tischtuch zwischen Spieler und Verband ist also nicht zerschnitten, obwohl Frei in seiner Darstellung vom Mittwoch vor dem UEFA-Berufungssenats den Verband belastete, indem er erklärte, er habe das Spucken von Anfang an zugeben wollen. Damit hätte Frei den Schluss zulassen können, die Delegationsleitung hätte ihn gezwungen oder ermutigt, das Spucken in einer ersten Stellungnahme vor einer UEFA-Disziplinarkommission zu leugnen.

Alex Frei selber war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Zum Fall äusserte er sich bis gestern Nachmittag auf seiner neu errichteten Homepage. Darin bezeichnete er sich als "Lama" und bedauerte seinen Fauxpas in aller Form.

(rr/Si)

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