Fussball: Vom Sterbebett zurück ins Rampenlicht
publiziert: Montag, 19. Mai 2003 / 15:12 Uhr / aktualisiert: Montag, 19. Mai 2003 / 18:45 Uhr

Nach vier Jahren Durststrecke in der italienischen Serie B kehrt der Traditionsverein Sampdoria Genua in den erlauchten Kreis der „Grossen“ zurück.

Nach dem entscheidenden Spiel gegen Cagliari geniesst der zweifache Torschütze Francesco Flachi den verdienten Schluck aus der Schampus-Flasche.
Nach dem entscheidenden Spiel gegen Cagliari geniesst der zweifache Torschütze Francesco Flachi den verdienten Schluck aus der Schampus-Flasche.
Dank des 3-1 Siegs über Cagliari steht nun mit mathematischer Sicherheit fest, dass Sampdoria Genua in der nächsten Saison in der Serie A wieder mit von der Partie sein wird. Der Freudentaumel ob der Promotion verwandelte die Stadt in eine Diskothek unter freiem Himmel: Wildfremde Menschen umarmten sich auf der Piazza de Ferrari, Chöre wurden skandiert, Fahnen geschwungen und man badete sogar im Springbrunnen vor dem Palazzo Ducale, dem Herzogspalast.

Letzte Saison winkte schon die Serie C1

Vor einigen Jahren gehörten die „Blucerchiati“ noch zu den Topvereinen der Serie A. Unter dem damaligen Präsidenten Paolo Mantovani holte der Verein seinen einzigen Meistertitel, vier italienische Cups, einen italienischen Supercup und den Cup der Cupsieger. Es waren die glorreichen Zeiten von Mancini, Vialli und Pagliuca. Jene Ära endete jedoch 1993, als Mantovani starb und den Klub seinem Sohn Enrico überliess. Mit einer katastrophalen Finanzpolitik trieb der Filius den Verein an den Rand des Ruins und schliesslich 1998/99 in die Serie B. Und es hätte noch schlimmer kommen können: Letztes Jahr winkte bereits die unterklassige Serie C1.

Dank Garrone läuft der Motor wieder

Just als ein weiterer Abstieg drohte, übernahm der Erdölmagnat Riccardo Garrone den Klub, der wieder Geld in den geschundenen Verein pumpte. Garrone offenbarte ehrgeizige Pläne und lässt die Erinnerungen an Paolo Mantovani wieder wach werden. Auf diese Saison hin wurde mit Walter Novellino auch ein Experte in Sachen Aufstieg als Trainer verpflichtet. Es entstand eine neue Mannschaft mit Stammspielern aus dem bisherigen Team, Neuzugängen aus der Serie A und jungen Talenten.

Man darf gespannt sein, wann der Verein aus Genua wieder zu den „Grossen“ des italienischen Fussballs zählen wird. Der Aufstieg als das zentrale Ziel wurde jedenfalls schon erreicht: Die Tür steht offen für weitere Erfolgserlebnisse.

(Colin Porlezza/news.ch)

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