Fussball: Vonlanthens siegbringender Handspenalty
publiziert: Dienstag, 10. Jun 2003 / 22:25 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Jun 2003 / 00:30 Uhr

Per Handspenalty sicherte der 17-jährige Johan Vonlanthen der Schweizer U21-Auswahl in der 94. Minute den 2:1-Sieg gegen ein lange unbequemes Albanien. Dank dem fünfen Erfolg im sechsten Spiel wird die topklassierte SFV-Equipe die EM-Qualifikation mindestens auf Platz 2 abschliessen.

Johan Vonlanten schiesst das 2:1 Torhueter Erjon Dine ist geschlagen.
Johan Vonlanten schiesst das 2:1 Torhueter Erjon Dine ist geschlagen.
Das derzeit zweitklassierte Russland, das den Schweizern am vergangenen Freitag in Freiburg 0:1 unterlag, ist zwei Spieltage vor Schluss um vier Punkte distanziert. Es müsste im Herbst nun wirklich alles schiefgehen, dass die ältesten Schweizer Junioren nicht zum zweiten Mal in Folge im exquisiten Feld der Achtelfinalisten vertreten wären.

Für Bernard Challandes signifizierte die späte, aber bestimmt nicht unverdiente Wende zum Bestmöglichen "die mentale Stärke dieser Mannschaft". Es sei seiner Auswahl gelungen, sich aus einer höchst ungemütlichen Lage zu befreien -- und das nach "der schwächsten Hälfte, seit ich Trainer der U21 bin". Vonlanthen und André Muff, der in der 50. Minute mit einem raffinierten Dribbling für den Gleichstand gesorgt hatte, waren die Autoren des späten Glücks.

Bezeichnenderweise gelang mit Johan Vonlanthen einem jener Spieler, die nicht zur Startformation gehört hatten, der von nur knapp 3500 Zuschauern beklatschte Siegtreffer. Das Juwel der Young Boys war in der 46. für den enttäuschenden Thuner Patrick Baumann eingetreten und animierte die bis dahin fürchterlich statischen und von Fehlern gebremsten Aufbaubemühungen. Dank seiner exzellenten Ballbehandlung verschaffte er sich und seinen Kollegen gleichsam auf Anhieb den vorher vermissten Raum.

Dass der tadellose bulgarische Schiedsrichter Dimitar Dimitrov das Handspiel des Albaners Henri Ndreka in letzter Sekunde erkannte, war natürlich Vonlanthens Glück. Wie er, ohne einen Augenblick lang zu zögern, den Ball auf den Elfmeterpunkt setzte und sich auch von einem letzten verzweifelten Störfeuer der Gäste nicht irritieren liess, zeugte vom Potenzial des künftigen PSV-Eindhoven-Professional.

"Ich sah, dass sich keiner sicher fühlte und bin einer, der die Dinge selber in die Hand nehmen will", kommentierte der begnadete Regisseur kolumbianischer Herkunft die entscheidende Szene. Schon einmal, Mitte Oktober in Kilkenny gegen die Iren, hatte mit Vonlanthen der Jüngste auf dem Feld den matchentscheidenden Treffer beigesteuert.

Bis zum Gipfel der Glücksgefühle mussten die Schweizer indes einen unerwartet schmalen Grat bewältigen. Zur Entstehung der erst im zweiten Teil dieser phasenweise konfusen Partie behobenen Probleme trugen die Schweizer den Hauptteil selber bei. Bei anfänglicher Gluthitze missraten ihnen selbst die einfachsten Querpässe. Schwegler und Gygax, die beiden grössten Sünder jener unsäglich schwachen Minuten, überboten sich in der Starthalbstunde mit Fehlpässen; nicht einmal hatte sie ein Albaner zum Lapsus gedrängt.

Mit dem 0:1-Rückstand nach 18 Minuten -- Bledar Mansaku traf nach einem Stellungsfehler Eggimanns -- waren die Gastgeber angesichts ihrer desolaten Vorstellung gar gut bedient. Auch wenn sie es nach glücklichem Ausgang noch so sehr in Abrede stellten, den Widersacher unterschätzt zu haben, entsprach die Einstellung den Ansprüchen von Bernard Challandes nicht im Geringsten. Mit der Herausnahme von Gygax, des Schwächsten aller Ungenügenden, setzte der Coach wohl im richtigen Moment ein Zeichen.

Die Spieler und insbesondere Gygax´ Ersatz Tranquillo Barnetta verstanden Challandes Massnahme. Mit Hunderprozent mehr Engagement und einem um Längen grösseren Ideenreichtum drängten sie den limitierten Gast praktisch ohne Pause in dessen Platzhälfte. Der Umschwung zeichnete sich jedenfalls ebenso stark ab, wie sich nach miserablem Start die Schieflage angekündigt hatte. 15:3 Corner zu Gunsten der Schwezier belegen diese Einschätzung mit Nachdruck.

von Sven Schoch, La Chaux-de-Fonds

Schweiz - Albanien 2:1 (0:1)

Stade de la Charrière, La Chaux-de-Fonds. -- 3500 Zuschauer. -- SR Dimitrov (Bul). -- Tore: 18. Mansaku 0:1. 50. Muff 1:1. 94. Vonlanthen (Handspenalty) 2:1.

Schweiz: Wölfli; Schwegler, Senderos, Eggimann, Jaggy (63. Cerrone); Gygax (41. Barnetta), Baumann (46. Vonlanthen), Rochat, Bah; Muff, Streller.

Albanien: Dine; Sheta, Ndreka, Teli; Tetova (71. Kotja), Allmuca, Agolli; Bulku, Belisha; Muzaka (80. Rizuanolli), Mansaku (78. Boshnajku).

Bemerkungen: Schweiz ohne Nef, Lichsteiner und Sanou (alle verletzt). 55. Pfostenschuss Barnetta. 59. Jaggy verletzt ausgeschieden. Verwarnungen: 7. Senderos (Foul), 45. Muff (Foul, gesperrt gegen Russland), 48. Sheta (Foul), 61. Bah (Foul), 83. Streller (Schwalbe, gesperrt gegen Russland).

(bert/sda)

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