Fussball: Vorschau Bundesliga - Werders Angstgefühle
publiziert: Donnerstag, 29. Jan 2004 / 13:55 Uhr

Mit vier Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz nimmt Werder Bremen das Rückrunden-Pensum in der deutschen Bundesliga auf. Nach den guten Klassierungen in den letzten zwei Jahren drängt sich eine Frage besonders auf: Folgt für Werder erneut der Absturz?

Deutscher Meister Werder Bremen: Das wäre ein schöner Abschied von Ailton bevor er zu Schalke wechselt.
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Seit Thomas Schaaf das Zepter an der Weser übernommen hat, geht es mit dem Traditionsverein stetig aufwärts. Nach der Ablösung von Felix Magath als Cheftrainer im Mai 1999 resultierten die Schlussklassierungen 14, 9, 7 sowie zuletzt zweimal Rang 6. Allerdings lastet noch immer der "Fluch" der letzten zwei Rückrunden auf den Norddeutschen: Vor einem Jahr verpasste Werder nach Rang 3 in der Winterpause mit nur 19 Punkten in der zweiten Saisonhälfte den UEFA-Cup, in der Saison 2001/02 (5.) reichte es nach nur zwei Siegen in den ersten zehn Spielen wenigstens noch fürs internationale Geschäft. Für Schaaf wäre der Gewinn der Meisterschaft 2003/04 "eine Sensation". "Es würde aber zeigen, dass man mit einer Mannschaft, die gut mitzieht, etwas erreichen kann, das man vorher nicht erwartet hat."

Während die Konkurrenz -- Bayern München mit teils durchschnittlichen Leistungen, Borussia Dortmund mit seiner Finanzkrise -- in der Vorrunde hartes Brot zu essen hatte, bot Werder den effizientesten Offensiv-Fussball der Bundesliga. Das Team lebte nicht zuletzt von der Treffsicherheit des Brasilianers Ailton. Der "Kugelblitz", der in der kommenden Saison bei Schalke das Doppelte verdienen wird, war mit 16 Toren für mehr als einen Drittel von Werders Ausbeute zuständig. Ludovic Magnin, der lange verletzt gewesene Schweizer Verteidiger in Diensten der Norddeutschen, erkrankte wie das Gros der Mannschaft im Trainingscamp und wird beim Auftakt gegen Hertha Berlin wohl auf der Bank sitzen.

Sturmduo Kuranyi-Streller?

"Team der Vorrunde" war in den Augen der Experten nicht Werder, sondern der VfB Stuttgart. Die Schwaben stellen die beste Abwehr der Liga, blieben in den ersten 884 Minuten ohne Gegentor und qualifizierten sich ebenso überraschend wie souverän für die Achtelfinals der Champions League. Um die starke Vorrunde zu wiederholen, hat Trainer und Manager Felix Magath sein junges Team nicht zuletzt mit dem Schweizer Stürmer Marco Streller, dem nennenswertesten und teuersten Bundesliga-Transfer der Winterpause, verstärkt. Rund zwei Millionen Euro (plus eine weitere, falls Stuttgart erneut die Champions League erreicht) überwies der VfB für das Sturmjuwel nach Basel.

Der 22-jährige "Shooting Star" der Schweizer Fussball-Szene wurde aber nicht als Ergänzung geholt. Der gross gewachsene Torschützenleader der Super League sagte klar, "dass ich nicht für die Bank geholt wurde". Mit Streller, dessen Spielweise auffallend stark an diejenige von Kevin Kuranyi erinnert, bieten sich Magath mehr taktische Varianten. Stimmen, dass sein Wechsel in die Bundesliga zu früh kam, gab es viele. Streller braucht in Stuttgart schlicht Zeit zur Integration und Reifung, die ihm Magath auch gewähren wird.

Schweizer Defensivspieler gesetzt

Unter dem Ende Oktober nach neun Runden im Hamburger SV entlassenen Kurt Jara spielte der Walliser Defensivakteur Raphaël Wicky vier Mal von Anfang an. Klaus Toppmöller liess den polyvalent einsetzbaren Schweizer Internationalen dann in allen acht Partien auflaufen. Zuletzt vermochte Wicky, der von Toppmöller öffentlich gelobt wurde ("Er gehört in die Kategorie Spieler, die wissen, worums im HSV geht"), als rechter Aussenverteidiger auch die Kritiker zu überzeugen.

Nationalspieler Bruno Berner ist als linker "Back" beim bislang soliden Aufsteiger Freiburg ebenso gesetzt wie Oumar Kondé (15 Vorrunden-Einsätze über 90 Minuten) im Abwehrzentrum. Beide Spieler geniessen das volle Vertrauen von Chefcoach Volker Finke. In Mönchengladbach ist der 35-jährige Goalie Jörg Stiel die unbestrittene Nummer 1, auch wenn der im September kurzfristig engagierte Claus Reitmaier (39) via Medien eine Veränderung auf der Torhüter-Position monierte. Im ersten Rückrundenspiel misst sich Gladbach im "Rheinderby" in der ausgebauten Kölner Arena mit der Equipe von Marcel Koller, die eine schwache erste Saisonphase vergessen machen muss.

Remo Meyer blickt beim Ranglisten-14. 1860 München ebenfalls auf eine sehr mässige Vorrunde zurück. Der Luzerner kam nur sechs Mal und nie über 90 Minuten zum Einsatz und verletzte sich zu allem Übel im Trainingslager in der Südtürkei. Meyer befindet sich nach einer Quetschung des Aussenmeniskus im linken Knie und einer Entzündung der Aussensehne noch immer im Aufbautraining.

Neben Meyer wird auch Ciriaco Sforza vom 1. FC Kaiserslautern das Schweizer "Kellerduell" im Münchner Olympiastadion verletzungsbedingt verpassen. Sechseinhalb Monate nach der Operation des Achillessehnenabrisses musste der ehemalige Nationalmannschafts-Captain im letzten Testspiel gegen Zweitligist Trier (4:3) nach einer halben Stunde ausgewechselt werden. "Der Körper hat Alarmzeichen gesandt, dass ein Einsatz noch etwas zu früh kommt", erklärte Sforza. In rund zwei Wochen könnte der seit Mai 2003 "ernstkampflose" Sforza wieder fit sein.

Tabelle:

1. Werder Bremen 17 12 3 2 45:20 39 2. Bayern München 17 10 5 2 40:19 35 --------------------------------------------------3. Bayer Leverkusen 17 10 5 2 34:17 35 --------------------------------------------------4. VfB Stuttgart 17 10 5 2 24: 7 35 5. VfL Bochum 17 7 5 5 30:22 26 ------------------------------------------- 6. Borussia Dortmund 17 7 4 6 29:25 25 7. Wolfsburg 17 8 1 8 35:32 25 8. Schalke 04 17 6 6 5 23:23 24 9. Hamburger SV 17 6 5 6 23:29 23 10. SC Freiburg 17 6 3 8 24:37 21 11. Hannover 96 17 5 5 7 30:37 20 12. Hansa Rostock 17 5 4 8 24:27 19 13. Mönchengladbach 17 5 4 8 18:24 19 14. 1860 München 17 5 4 8 18:26 19 15. Kaiserslautern 17 5 3 9 20:31 15* -------------------------------------------- 16. 1. FC Köln 17 3 4 10 15:26 13 17. Hertha Berlin 17 2 7 8 15:33 13 18. Eintracht Frankfurt 17 3 3 11 16:28 12 * = 3 Punkte Abzug wegen Verstosses gegen die Lizenzauflagen

Deutschland, Bundesliga. 18. Runde. Freitag, 30. Januar. 20.30 Uhr (live/ARD): Borussia Dortmund - Schalke 04. -- Samstag, 31. Januar. 15.30 Uhr: 1. FC Köln - Borussia Mönchengladbach, 1860 München - Kaiserslautern, VfB Stuttgart - Hansa Rostock, Bochum - Wolfsburg, Eintracht Frankfurt - Bayern München, Werder Bremen - Hertha Berlin. -- Sonntag, 1. Februar. 17.30 Uhr: Freiburg - Bayer Leverkusen, Hannover - Hamburger SV.

(Stefan Baumgartner/Si)

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