Fussball: Wunder gefragt - Viertelfinal oder Heimreise
publiziert: Montag, 21. Jun 2004 / 09:18 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Jun 2004 / 10:34 Uhr

Ein "Wunder von Coimbra" ist gefragt, wenn sich die Schweiz heute (20.45 Uhr) im letzten EM-Gruppenspiel gegen Frankreich noch für die Viertelfinals zu qualifizieren versucht. Nötig ist ein Sieg, eventuell gar einer mit drei Toren Differenz.

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Die Rechenspiele vor dem EM-Start hatten noch ganz anders ausgesehen: Nach einem budgetierten Sieg über Kroatien zum Auftakt und einem Remis gegen England hofften die Optimisten im Schweizer Lager, im letzten Spiel auf ein französisches Team zu treffen, das bereits für die Viertelfinals qualifiziert ist und nur noch mit einer B-Auswahl antritt.

Es ist alles anders herausgekommen: Nach dem 0:0 gegen die Kroaten und dem 0:3 gegen England kann der Schweiz nur noch ein Sieg weiterhelfen. Und weil Frankreich bisher ebenfalls unter den Erwartungen geblieben ist, benötigt der heutige Gegner noch mindestens ein Unentschieden, um in die nächste Runde vorzustossen.

Tore schiessen und gewinnen

Ein Sieg gegen den Titelverteidiger ist gefordert. Tore müssen geschossen werden, mindestens eines, wenn es im anderen - zeitgleich stattfindenden - Gruppenspiel zwischen Kroatien und England einen Sieger gibt, mindestens drei, wenn das Parallelspiel unentschieden endet. Doch bisher hat die Schweizer Mannschaft noch keinen einzigen EM-Treffer erzielt.

Vorbereitung massiv gestört

Köbi Kuhn schlug sich vor dieser entscheidenden Partie ("Ein richtiges Qualifikationsspiel") mit unnötigen Problemen herum. Die Vorbereitung war seit Freitagabend wegen der "Spuck-Affäre" um Alex Frei ernsthaft gestört. Bis zum Freispruch gestern Nachmittag war ungewiss, ob Kuhn auch noch seinen bisher besten Stürmer ersetzen muss. Gereizt und missmutig hatte das Team deshalb am Sonntagvormittag die Anreise nach Coimbra angetreten.

Gegen die Franzosen, das weiss auch Kuhn, ist eine überdurchschnittliche Leistung gefragt: "Wir müssen unseren besten Fussball zeigen, denn die Franzosen stellen auch dann noch ein starkes Team, wenn sie nicht in Bestform sind." Kuhn hat festgestellt, dass Frankreich bisher mit möglichst geringem Aufwand zum Erfolg kommen wollte. Gegen England klappte das noch mit Hängen und Würgen in den letzten Spielminuten, gegen Kroatien schrammte man haarscharf an einer erneut möglichen Niederlage vorbei.

Seit 20 Spielen ungeschlagen

Wie spielt man gegen ein Team, das bisher unter seinen Möglichkeiten geblieben ist und nun aller Welt zeigen will, was es wirklich kann? Gegen pfeilschnelle Stürmer wie David Trezeguet und Thierry Henry? Gegen einen begnadeten Ballkünstler wie Zinedine Zidane, der eine Partie im Alleingang entscheiden kann? Gegen eine Mannschaft, die alle acht EM-Qualifikationspartien gewonnen hat, seit 20 Spielen ungeschlagen ist und in der Ausscheidungsphase nur zwei Gegentore einkassierte?

"Ich würde gerne einmal in Führung gehen und endlich einmal mit elf Spielern zu Ende spielen", sagt Kuhn. Als Taktik wäre eine ultradefensive Haltung mit effizientem Konterspiel wohl ideal. Doch das entspricht nicht Kuhns Vorstellung von erfolgreichem Fussball und kann von seiner aktuellen Mannschaft auch nicht angewandt werden.

Deshalb bleiben System, Taktik und Aufstellung gleich wie in den ersten beiden Partien. Kuhn wird nur das ändern, was nötig ist. Heisst: Der gegen England gesperrte Johann Vogel rückt für Fabio Celestini ins zentrale Mittelfeld und der nun gesperrte Bernt Haas wird durch Stéphane Henchoz ersetzt. Der Liverpooler dürfte Bruno Berner vorgezogen werden, um ihn bei Laune zu halten, nachdem er erst kurz vor der EM aus der Stammformation gefallen ist.

Cabanas für Huggel

Wahrscheinlich ist auch noch, dass Benjamin Huggel auf der rechten Mittelfeldseite durch Ricardo Cabanas ersetzt wird. Cabanas machte gegen England einen guten Eindruck und dürfte körperlich frischer sein, als der etwas ausgelaugt wirkende Basler. Die jungen Stürmer Daniel Gygax und Johan Vonlanthen werden ihre Einsatzchance erst wieder im Verlauf des Spiels erhalten.

Systemwechsel bei den Franzosen

Dürfte die Schweiz ihrem System und Stil treu bleiben, so zeichnet sich bei den Franzosen, die gegen Kroatien etwelche Abwehrprobleme offenbarten und im Angriff eine plötzliche und ungewohnte Torflaute beklagen, ein Systemwechsel ab. Weil Stürmerstar Henry in den letzten zehn Partien mit Frankreich und Arsenal nur einmal ins Ziel traf, soll das Spiel mehr auf ihn ausgerichtet werden.

Bixente Lizarazu hatte eine Aussprache gefordert, Zidane und Desailly waren beim Trainer vorstellig geworden. Jacques Santini dürfte nun vom klassischen 4-2-2-2 zum 4-3-1-2-System wechseln und Zidane von der linken Aussenseite ins Zentrum hinter die beiden Stürmer beordern. So öffnet er Raum für Henry und kann das Spiel aus dem Zentrum bestimmen.

Ein 110 000-Franken-Spiel

Schafft die Schweizer Mannschaft das "Wunder von Coimbra", dann verdient sie sich nicht nur weltweite Anerkennung, sondern auch viel Geld. 110 000 Franken stehen für jeden Akteur auf dem Spiel. 10 000 Franken für jeden Punkt und 80 000 Franken für die Viertelfinal-Qualifikation. Wenn das nicht ein zusätzlicher Anreiz ist.

(René Baumann, Obidos/Si)

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