G-8 für Verlängerung von Entschuldungsinitiative
publiziert: Donnerstag, 10. Jun 2004 / 21:13 Uhr

Sea Island - Die sieben führenden Industrienationen und Russland (G-8) haben sich für eine Verlängerung eines Entschuldungsprogramms für die ärmsten Staaten der Welt um zwei Jahre ausgesprochen.

Die G-8-Regierungschefs halten ihren Kurs bei.
Die G-8-Regierungschefs halten ihren Kurs bei.
Dadurch sollen Länder noch bis Ende 2006 an der so genannten HIPIC-Initiative teilnehmen können, wie die Vertreter der G-8-Staaten bei ihrem Gipfel in Sea Island im US-Bundesstaat Georgia beschlossen.

Die Gruppe will dazu mit anderen Geberstaaten und internationalen Finanzinstitutionen zusammenarbeiten, um die notwendige Finanzierung zu liefern, die für einen Abschluss der Initiative notwendig ist, wie es hiess. Dazu gehöre auch die Bereitstellung zusätzlichen Geldes, wo dies notwendig sei.

50 Mia. Dollar Schuldenerlass

Seit dem Kölner Gipfel von 1999 haben 27 hoch verschuldete Länder vor allem aus Afrika über die Initiative Verbindlichkeiten gestrichen bekommen. 13 davon erhielten einen Totalerlass.

Insgesamt beläuft sich der Schuldenerlass dabei auf rund 50 Milliarden Dollar. Bisheriger Stand ist, dass die Initiative Ende 2004 ausläuft. Um weiteren zehn Ländern, darunter Liberia, Somalia und Sudan, noch eine Teilnahme zu ermöglichen, soll sie nun verlängert werden. Der Gipfel der Armen im westafrikanischen Mali hat auch in diesem Jahr die G-8-Tagung auf Sea Island begleitet.

Afrika hat schweren Stand

In einer Erklärung der Veranstalter-Initiative Jubilé 2000, einem Bündnis regierungsunabhängiger Organisationen, wies die Vorsitzende der malischen Jubilé 2000-Gruppe, Barry Aminata Touré, auf die unausstehliche Schuldenlast Afrikas hin; hinzu kämen Kapitalflucht, die stete Vermehrung von Schuldenquellen, ein ungerechter Welthandel, Armut und epidemische Krankheiten wie Aids.

Der Gegen-Gipfel in Kita westlich der malischen Hauptstadt Bamako bemüht sich um einen afrikanischen Blickwinkel auf die Entwicklung und Probleme Afrikas. Das Treffen wird ganz bewusst in Kontrast zu den durchorganisierten und hermetisch abgesicherten Treffen der sieben führenden Industriestaaten und Russlands (G-8) veranstaltet.

Der dritte Armen-Gipfel sollte nach drei Tagen am Donnerstag zu Ende gehen. Der letzte Armen-Gipfel hatte im vergangenen Jahr im malischen Ort Siby stattgefunden.

(rp/sda)

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