Neue Ansprache Gaddafis
Gaddafi beschuldigt Al-Kaida - Aufständische unter Drogen?
publiziert: Donnerstag, 24. Feb 2011 / 17:38 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Apr 2011 / 13:47 Uhr

Gaddafi hat sich in einer erneuten Ansprache ans Volk gerichtet. Dabei gab er die Schuld an den Aufständen der Terrororganisation Al-Kaida. Sie hätten die jungen Libyern mit halluzinogene Drogen im Kaffee zur Revolte angeregt. Dem Staatsfernsehen nach wurden Tonbandaufnahmen von Terroristen beschlagnahmt, die dies beweisen würden. Unterdessen bringt Gaddafi seine Söldner in Stellung.

4 Meldungen im Zusammenhang
Das Staatsfernsehen zeigte am Donnerstag Nachmittag einen stummen Kommentator, während Gaddafi sich mit einem Telefonat an die Bevölkerung richtete. In einer verwirrt wirkenden Rede verglich er sich mit der britischen Königin und sagte, er sei nur ein «symbolischer Führer» ohne absolute Macht. «Die Macht habt ihr», richtete er sich an das Volk.

Weiterhin behauptete er, an den Aufständen nehmen nur «drogenkranke Kinder» teil, denen die Terrororganisation Al-Kaida halluzinogene Substanzen in den Kaffee gemischt hätte. «Passt auf eure Kinder auf, bringt die Verantwortlichen für diese Kämpfe vor Gericht», beendete der Revolutionsführer seine Ansprache. Und plötzlich erklingt das Telefon-Signal: Gaddafi hat aufgelegt.

Kämpfe nähern sich Tripolis

Wie «Al-Jazeera» berichtet, halten die Strassenkämpfe weiter an. In der 50 Kilometer westlich von Tripolis gelegenen Stadt Az Zawiyah hätte die Armee Einzug gehalten und gegen die nur spärlich bewaffneten Protestanten eine Offensive geführt. Hunderte seien laut Augenzeugenberichten gestorben.

Der Osten des Landes ist unterdessen laut «Reuters» in der Kontrolle der Aufständischen. Nachdem sich die Kämpfe näher und näher zur Hauptstadt Tripolis bewegten, habe Gaddafi seine Söldner und die noch regimetreuen Teile der Armee in den Dörfern um Tripolis stationiert. Einzelne Gegenschläge in nahegelegenen Gebieten der Aufständischen fänden gerade statt.

Gaddafi gab Befehl zum Lockerbie-Anschlag

Der zurückgetretene libysche Justizminister Mohamed Abdul al-Jeleil erwartet einen baldigen Selbstmord von Staatschef Muammar al-Gaddafi. Al-Jeleil sagte in einem Interview der schwedischen Zeitung «Expressen»: «Gaddafis Tage sind gezählt. Er wird es wie Hitler machen und sich das Leben nehmen.»

Weiter sagte der Anfang dieser Woche abgetretene Minister, Gaddafi habe persönlich 1988 den Befehl zum Lockerbie-Terroranschlag mit 270 Toten gegeben.

Journalisten wie Terroristen behandeln

Laut dem «Spiegel» haben US-Botschafter in Libyen die Warnung erhalten, dass alle Journalisten, die sich ohne Genehmigung in Libyen aufhalten, wie Terroristen behandelt würden. Für die Sicherheit der Berichterstatter könnte niemand mehr einstehen.

(dyn/news.ch mit Agenturen)

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Unsinn
Jeden Mist, der da in den Medien verbreitet wird, den glaube ich nicht.

Zuerst hiess es, es sei Gaddafi, der da redet, dann wieder, es sei sein Dolmetscher. Beide Versionen kann ich nicht glauben: Hätte Gaddafi selber zu seinem Volk gesprochen, so hätte er dies doch in der Amtssprache Arabisch getan, damit ihn auch alle verstehen. Hätte sein Dolmetscher so gesprochen, dann müsste man annehmen, dass er nicht Drogen im Kaffee konsumiert hätte, sondern dass er seine Drogen mit etwas Kaffee runtergespült hätte. Und diesen Dolmetscher hätte er doch längst gefeuert.

In Wikipedia lese ich, dass bereits bis zu 4000 Söldner im Land sein sollen. Die Demonstranten sind unbewaffnet, jedenfall zum grössten Teil. Und dieser Mann stammelt von schwer bewaffneten jungen Menschen?

Wenn Sie mich fragen, dieser Aufruf mit dem Hinweis auf Öl und Al Kaida war nicht, sofern er denn wirklich von Gaddafi kommt, an sein eigenes Volk, sondern an die UNO gerichtet. Er braucht jetzt deren Hilfe. Hoffentlich bekommt er sie nicht.
Irre(levant)
Was Gaddafi da noch von sich gab ist total irre und irrelevant zugleich.

Mit den heutigen Geschehnissen hat sich Gaddafi selbst komplett erledigt. Selbst wenn er noch irgendwie an der Macht bleiben sollte, ist sein Imperium am Ende.
Ausser ihn als Kriegsverbrecher anzuklagen bleibt dem Westen nichts anderes mehr übrig.
Mittlerweile halte ich sogar militärische Interventionen aus dem Ausland für möglich.
Denn sobald es um den Fortbestand der Ölförderung und Lieferungen gehen wird, kann man sich auf militärisches Eingreifen der USA verlassen.
.
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