Wütender Gaddafi spricht im Fernsehen
Gaddafi klammert sich an die Macht
publiziert: Dienstag, 22. Feb 2011 / 17:39 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Apr 2011 / 12:52 Uhr
Muammar al-Gaddafi heute im Staatsfernsehen.
Muammar al-Gaddafi heute im Staatsfernsehen.

Kairo - Trotz bürgerkriegsähnlichen Zuständen will der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi den Kampf gegen die Demonstranten in seinem Land unerbittlich fortführen und notfalls als «Märtyrer» sterben. In seinem zweiten öffentlichen Fernsehauftritt seit Beginn der Unruhen schrie Gaddafi am Dienstag stellenweise vor Wut.

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Völlig zusammenhanglos griff er in einem Satz die Amerikaner an, sprach im nächsten von den Demonstranten als «Verrätern», von einer «kleinen Gruppe kranker Aussenseiter», und appellierte an seine Anhänger, die Strassen zurückzuerobern.

Die lange Rede, offenbar vor seiner in den 1980er Jahren von US-Flugzeugen ausgebombten Residenz in der Hauptstadt Tripolis, wurde vom amerikanischen Fernsehsender CNN übertragen.

Gaddafi versprach den Libyern eine Reihe von nicht näher definierten Reformen. Die lokale Selbstverwaltung solle ausgebaut werden. «Morgen bauen wir eine neue Dschamahirija.» Mit dieser arabischen Wortschöpfung bezeichnet Gaddafi die «Herrschaft durch das Volk.» Seine Rede beendete er mit den Worten «Revolution, Revolution».

Regime verliert Kontrolle

Unterdessen haben die Gegner Gaddafis nach eigenen Angaben fast ganz Libyen unter ihre Kontrolle gebracht. Überall im Land seien Armee-Einheiten und Sicherheitskräfte übergelaufen, sagten ranghohe libysche Funktionäre, die auf Distanz zu Gaddafi gegangen sind, der Nachrichtenagentur dpa. Die Aufständischen beherrschen diesen Angaben zufolge bereits 90 Prozent des Landes.

Nachdem am Montag zahlreiche libysche Diplomaten aus Protest gegen den Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten ihren Rücktritt erklärt hatten, sagten sich nun nach Angaben der Opposition auch immer mehr der in Libyen äusserst einflussreichen Stämme von Gaddafi los.

Einem Fernsehbericht zufolge hat sich auch der libysche Innenminister Abdel Fattah Junes al-Abidi von Gaddafi losgesagt und sich hinter die «Revolution des 17. Februar» gestellt.

Laut UNO mindestens 250 Tote

Augenzeugen berichteten unterdessen von einem immer brutaleren Vorgehen bewaffneter Milizen Gaddafis gegen die Protestbewegung in der Hauptstadt Tripolis. Nach UNO-Angaben gab es mindestens 250 Tote im Land, Beobachter gingen allerdings von einer weit höheren Zahl aus.

(fest/sda)

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Noch was
Stellen wir uns mal vor, die Israelis würden Zement, Beton und überhaupt alles nach Gazza durchlassen.
Die vom Iran finanzierte Moslembruderschaft hätte kein Problem damit, Abschussrampen für iranische Langstreckenraketen mit Atomsprengköpfen zu bauen und die per Schiff angelieferten Raketen aufzubauen.

Würden diese abgeschossen?

Nun. Achmachmichdochschachmatt hängt dem Glauben an, dass der verheissene Madhi kommt, wenn die Welt das Armageddon, das absolute Chaos erlebt. Sein Glaubensziel ist es, auf diesen Moment hinzuarbeiten.

Ich für mein Teil bin froh, dass die Israelis wachsam sind.

Hier kann man den Leuten übrigens auch dafür danken, dass sie ihr Leben riskieren, um ihren Staat und indirekt auch uns in Europa zu schützen. Den Leuten an der Front gilt mein Dank.
http://pizzaidf.org/
Angst und Bange
Vor was habe ich mehr Angst? Vor einem Gaddafi der diesen Aufstand des Volkes überlebt und die Macht wieder an sich reissen kann oder vor dem klaffenden Machtvakuum das nach seinem Stutz entstehen wird und wahrscheinlich im Bürgerkrieg enden wird.

Egal was davon eintrifft, wie geht es eigentlich weiter?
Sollte sich Gaddafi halten können, was macht der Westen dann? Verkrampft lächeln und weiterhin Gaddafis Öl kaufen? Ein komplettes Embargo und isolieren Libyens kann man ja wohl vergessen oder?
Wenn Gaddafi weg ist und Bürgerkrieg herrscht, wie und wer verteilt dann das Öl wohin? Wenn überhaupt?

Übernimmt dann Berlusconi Libyen? Der Busenfreund Gaddafis? (Ja, der letzte Abschnitt meine ich als Galgenhumor)
.
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