Gaddafi verteidigt Todesurteile
publiziert: Samstag, 30. Dez 2006 / 08:29 Uhr

Tripolis - Libyens Machthaber Muammar Gaddafi hat die Todesurteile gegen sechs Ausländer in einem umstrittenen Aids-Prozess verteidigt und zur Aufklärung der Hintergründe des Falls aufgerufen.

Muammar Gaddafi vermutet einen Geheimdienst hinter dem Fall.
Muammar Gaddafi vermutet einen Geheimdienst hinter dem Fall.
4 Meldungen im Zusammenhang
«Wenn sie ein Verbrechen begangen haben und zum Tode verurteilt wurden, ist das die Entscheidung des Gerichts», sagte Gaddafi am Freitag vor Regierungsvertretern, Religionsführern und Journalisten in Tripolis.

«Die wesentliche Frage ist, warum die Gruppe den Kindern Aids injiziert hat.»

«Wer gab den Befehl - war es ein libyscher oder ein amerikanischer Geheimdienst, ein israelischer oder ein bulgarischer Geheimdienst?» fügte Gaddafi hinzu. «Das ist es, was wir herausfinden müssen.»

Mangelhafte Hygiene

Mit Blick auf die westliche Kritik an dem Todesurteil zog Gaddafi einen Vergleich zum Fall eines Libyers, der 2001 wegen des Attentats auf ein Flugzeug über Schottland zu lebenslanger Haft verurteilt worden war: Damals habe niemand eine Freilassung gefordert.

Ein Gericht hatte Mitte Dezember das Todesurteil gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt bestätigt. Ihnen wird vorgeworfen, mehr als 400 libysche Kinder wissentlich mit dem Aids-Virus HIV infiziert zu haben.

Die Verurteilten weisen die Vorwürfe zurück. Verteidigung und Menschenrechtsorganisationen haben wiederholt auf mangelhafte hygienische Zustände in der Klinik hingewiesen, die von Experten für die Ausbreitung der Krankheit verantwortlich gemacht werden.

(rr/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tripolis - Vor dem libyschen Obersten ... mehr lesen
Den verurteilten Krankenschwestern und dem Arzt droht noch immer die Todesstrafe.
Sofia - Nach der Bestätigung der Todesurteile für fünf bulgarische Krankenschwestern ... mehr lesen
Die Betroffenheit über die Urteile waren in Bulgarien besonders gross.
Die Krankenschwestern sollen 426 Kindern bewusst HIV-verseuchte Transfusionen verabreicht haben.
Tripolis - Im Berufungsprozess um die ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen 
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen auf ungeschützten Sex verzichten. Das riet die Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag. mehr lesen  
98 neue, unbekannte und künstliche Rauschmittel  Lissabon - Immer mehr neue Rauschmittel halten Einzug in Europa. Der europäische Drogenmarkt sei «nach wie vor robust», teilte die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) in ihrem am Dienstag in Lissabon veröffentlichten Jahresbericht 2016 mit. mehr lesen  
Erhöhtes Osteoporose-Risiko  Trondheim - In den letzten Wochen der Schwangerschaft gehört die Weitergabe von Kalzium an den Fötus zur Förderung der Knochenentwicklung zu den wichtigen Vorgängen. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 8°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Basel 7°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
St. Gallen 8°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Bern 7°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Luzern 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Genf 8°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Lugano 12°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten