Gämsen und Vögel leben in Saus und Braus
publiziert: Donnerstag, 30. Nov 2006 / 08:03 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 30. Nov 2006 / 08:23 Uhr

Bern - Der November 2006 gehört laut MeteoSchweiz zu den wärmsten seit Messbeginn im Jahr 1864. Der Durchschnitt der Temperaturen lag um zwei bis dreieinhalb Grad höher als jener von 1961 bis 1990. Den Tieren gefällts.

Die milde Novembersonne tat Menschen, wie Tieren gut.
Die milde Novembersonne tat Menschen, wie Tieren gut.
Wer sich ein wenig achtet, hört schon wieder die Vögel zwitschern. «Für die meisten Vogelarten - zum Beispiel die Amsel - ist die Novemberwärme durchaus angenehm», sagt Hans Schmid, Ornitologe der Vogelwarte Sempach. Sie finden gut Futter und haben einen kleineren Energiebedarf.

Auf den Vogelzug habe das warme Wetter nur geringe Auswirkungen gehabt, sagt Schmid. «Die Zugvögel haben die Schweiz bereits verlassen.» Die Wasservögel - Gänse und verschiedene Entenarten -, welche den Winter bei uns verbringen, lassen jedoch auf sich warten.

Tiere profitieren

Aber nicht nur die Vögel profitieren von den ungewöhnlichen Temperaturen. Auch Hirsche, Rehe, Wildschweine, Gämsen und Steinböcke können es sich gut gehen lassen. Letztere beiden sind noch in Höhen anzutreffen, die sie normalerweise schon hätten verlassen müssen.

Die milden Herbstmonate hatten auch Auswirkungen auf die Flora. An vielen Orten wollten die Blätter der Bäume - vor allem der Buche - lange nicht fallen. Der Aufbau der Trennschicht, die dafür nötig ist, wurde durch die Wärme zwischen ein und zwei Wochen verspätet, sagt Claudio Defila, Bio- und Umweltmeteorologe bei MeteoSchweiz.

Auswirkungen auf den Gemüseanbau

Während die Temperaturen kaum Einfluss auf den Obstbau hatten, vermeldet der Gemüsebau durchaus Auswirkungen. «Im September und Oktober konnte Freilandgemüse wie Sellerie oder Rüebli den Rückstand des Sommers und des kalten Augusts aufholen», sagt Reto Neuweiler von der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil.

Von den milden Novembertemperaturen konnte dieses Gemüse jedoch nicht mehr profitieren, da es bereits zu dunkel war für eine gute Vegetation.

(fest/sda)

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