Rauer Umgangston sonst kein grosser Aufreger
Games: Sexistisches Pöbeln verfolgt Frauen offline
publiziert: Samstag, 26. Mrz 2016 / 15:23 Uhr
Sexistisches Pöbeln geht für viele Spielerinnen zu weit.
Sexistisches Pöbeln geht für viele Spielerinnen zu weit.

Columbus - Gamerinnen mögen es zwar nicht unbedingt, wenn Mitspieler fluchen und schimpfen, können das aber meist recht mit leicht einem Schulterzucken abtun.

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«Was sie wirklich verstört, ist angegriffen zu werden, weil sie Frauen sind», meint Jesse Fox, Professorin für Kommunikationswissenschaft an der Ohio State University. Solch sexistische Pöbeleien lassen einer von Fox geleiteten Studie zufolge den Spielerinnen auch dann keine Ruhe, wenn sie längst wieder offline gegangen sind.

Sexistische Grenzüberschreitung

Sogenanntes «Trash Talking» mit Beschimpfungen oder Witzen über die spielerischen Fähigkeiten anderer ist in Online-Games recht gängig. Gerade dort, wo Spieler gegeneinander antreten, gehört das für manche quasi zum guten Ton. «Die meisten weiblichen Spieler verstehen das, auch, wenn sie es nicht mögen», sagt Fox.

Das hat die Studie mit 293 Gamerinnen ergeben, die im Schnitt 13 Stunden pro Woche mit Spielen wie «World of Warcraft», «Team Fortress 2» und «Defense of the Ancients» verbringen. Wenn die Pöbeleien in Form von sexistischen Sprüchen oder gar Vergewaltigungswitzen Grenzen überschreiten, trifft das Spierinnen aber hart.

«Sie vergessen sexuelle Belästigung nicht. Die Übergriffe, die Frauen online erfahren, verfolgen sie und haben Auswirkungen in der realen Welt», erklärt Fox. Auch, wenn sich eine Gamerin deswegen aus einem Spiel zurückzieht, denkt sie weiter über diese Erfahrung nach. Wie bei Übergriffen im realen Leben kommt es vor, dass Frauen das Problem leugnen oder sich selbst die Schuld geben. Um sich das zu ersparen, vermeiden manche Spielerinnen weibliche Avatare und Namen. «Statt 'Misss Kitty Princess' nennen sie sich 'User 42'. Das macht es leichter und sie müssen sich nicht mit sexueller Belästigung herumschlagen», so die Kommunikationswissenschaftlerin.

Games-Anbieter müssen handeln

Wenngleich Gamerinnen ein Spiel eher komplett aufgeben, wenn der allgemeine Umgangston allzu rau ist, färbt das allein noch nicht unbedingt schlecht auf die Branche ab. «Die meisten Frauen werfen den Unternehmen nicht vor, wenn sie Trash Talking nicht unterbinden», betont Fox. Wirklich problematisch ist hingegen, wenn Spieleanbieter auch bei sexistischen Übergriffen tatenlos zusehen. «Games-Unternehmen vergraulen Frauen, wenn sie nicht aktiv gegen sexuelle Belästigung online vorgehen», warnt die Studienleiterin abschliessend.

(bg/pte)

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