Gasexplosion in ukrainischer Kohlegrube
publiziert: Sonntag, 8. Jun 2008 / 19:47 Uhr

Kiew - Bei einer Gasexplosion in einem ukrainischen Kohlebergwerk sind im Gebiet Donezk mehr als 40 Kumpel verschüttet worden. Vier verletzte Bergarbeiter wurden gerettet, das Schicksal der anderen ist unklar.

Vier verletzte Bergarbeiter wurden gerettet.
Vier verletzte Bergarbeiter wurden gerettet.
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Bei den Arbeiten in dem Schacht «Karl Marx» in dem Ort Jenakiewo war es am Morgen rund 1000 Meter unter Tage zu einer schweren Methangasexplosion gekommen. In einem Rennen gegen die Zeit versuchten Rettungsmannschaften, die Männer zu bergen.

Die rund 200 Einsatzkräfte arbeiteten mit Hochdruck, weil sich der Schacht zunehmend mit Grundwasser fülle und nur wenig Zeit bleibe, sagte Vizeregierungschef Alexander Turtschinow am Abend an der Schachtanlage. Die Helfer seien bis in eine Tiefe von 625 Metern vorgedrungen, danach seien die Wege blockiert.

«In 700 Metern Tiefe waren Stimmen zu hören», sagte Turtschinow. Die Detonation sei so stark gewesen, dass Fensterscheiben in Gebäuden an der Erdoberfläche zu Bruch gingen, berichteten Augenzeugen. Durch die Wucht seien auch das Luftversorgungssystem sowie die übrige Infrastruktur zusammengebrochen.

Zur Schliessung vorgesehen

Die Mine war nach Angaben der Betreiber am Samstag aus Sicherheitsgründen zur Schliessung vorgesehen, weshalb sich nicht mehr so viele Arbeiter wie sonst dort aufhielten. Die Kumpel wollten die letzten Vorkehrungen für die Schliessung treffen.

Die Regierung hat wegen der zahlreichen Grubenunglücke mit vielen Toten in den vergangenen Monaten Dutzende Schächte schliessen lassen. Jedes Jahr sterben Hunderte Menschen bei Grubenexplosionen.

Die Kohlegruben in der Ukraine gehören wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen zu den gefährlichsten weltweit. Bei der schwersten Bergwerks-Katastrophe des Landes waren Mitte November 2007 in der Anlage Sassjadko in Donezk 101 Kumpel gestorben.

(smw/sda)

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