Gasparovic kritisiert in Bern Ventilklausel
publiziert: Montag, 10. Sep 2012 / 18:06 Uhr
Ivan Gasparovic sieht die Slovakei benachteiligt. (Archivbild)
Ivan Gasparovic sieht die Slovakei benachteiligt. (Archivbild)

Bern - Der slowakische Präsident Ivan Gasparovic hat bei seinem Besuch in der Schweiz die vom Bundesrat ausgerufene Ventilklausel kritisiert. Gasparovic zeigte zwar teilweise Verständnis für die Massnahme. Die neuen EU-Staaten dürften aber nicht benachteiligt werden.

5 Meldungen im Zusammenhang
«Einerseit verstehen wir die Schweiz, die sich schützen will», sagte Gasparovic am Montag im Landgut Lohn in Kehrsatz BE, wo er zuvor von Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf zu einem Gespräch empfangen worden war. Doch bei den Slowakinnen und Slowaken, die in der Schweiz arbeiteten und hier Steuern bezahlten, stosse die Massnahme auf Unverständnis.

Ausserdem gehe nicht an, dass die EU-8-Staaten anders behandelt würden als die restlichen EU-Länder, sagte Gasparovic. Gleich argumentiert auch die Europäische Union. Der gemischte Ausschuss in Brüssel forderte im Juni die sofortige Aufhebung des bundesrätlichen Entscheids.

Die Ventilklausel, die der Bundesrat im April ausgerufen hatte, begrenzt die Zuwanderung aus Osteuropa. Bis Ende April 2013 sollen nur noch 2180 Personen aus den betroffenen EU-Staaten Anrecht auf eine B-Aufenthaltsbewilligung haben.

Widmer-Schlumpf versicherte, die Schweiz habe die Kritik aus der Slowakei zur Kenntnis genommen. Gleichzeitig bat die Bundespräsidentin ihren Gast aber um Verständnis. Sie sprach angesichts des generell hohen Ausländeranteils und des «massiven Zustroms» aus den EU-8-Staaten nach der Ausdehnung der Personenfreizügigkeit im vergangenen Jahr von einer «schwierigen Situation».

Erster offizieller Besuch

Bei der Ventilklausel handle es sich aber um den einzigen Streitpunkt in den ansonsten «exzellenten» Beziehungen zwischen den beiden Ländern, versicherte Gasparovic. Beim ersten offiziellen Besuch eines slowakischen Staatschefs seit der Teilung der Tschechoslowakei vor rund zwanzig Jahren diskutierten Widmer-Schlumpf und Gasparovic ausserdem über die Eurokrise und deren Auswirkungen auf die Stabilität Europas.

Der slowakischen Delegation gehörte auch Wirtschaftsminister Tomás Malatinský an, der sich mit seinem Amtskollegen Johann Schneider-Ammann traf. Dabei kamen gemäss einer Mitteilung des Bundes die insgesamt 23 Projekte zur Sprache, die vom Schweizer Erweiterungsbeitrag finanziert werden. Die «gut laufende Umsetzung» der Projekte leiste einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der gemeinsamen Beziehungen.

Die Schweiz unterstützt die Slowakei und die weiteren im Jahr 2004 in die EU aufgenommenen Länder mit der sogenannten Kohäsionsmilliarde, die 2006 vom Stimmvolk gutgeheissen wurde. Die Projekte in der Slowakei werden mit 67 Millionen Franken unterstützt.

Am Montag tauschten sich mit Didier Burkhalter und Miroslav Lajcák ausserdem die Aussenminister der beiden Länder aus.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Prag - Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf hat am Montag ihren ... mehr lesen 15
Ein zentrales Thema mit dem tschechischen Staatspräsidenten war die Ventilklausel zum Personenfreizügigkeitsabkommen.
Die Stimmung zwischen der Schweiz und der EU ist in letzter Zeit getrübt.
Brüssel - Bleibt die Schweiz beim Status Quo und schliesst keine weiteren ... mehr lesen
Brüssel/Strassburg - Das EU-Parlament hat am Donnerstag eine Resolution gegen den Schweizer Entscheid zur Anwendung ... mehr lesen 1
Mehrere Abgeordnete in Strassburg forderten Gegenmassnahmen.
Der Aussenminister hielt eine Rede an der Generalversammlung der NEBS. (Archivbild)
Bern - Die Neue Europäische Bewegung Schweiz (NEBS) hat an ihrer Generalversammlung vom Samstag ... mehr lesen 2
Brüssel - Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat am Mittwoch in Brüssel um Verständnis für den Entscheid zur Anrufung der ... mehr lesen
Bundesrat Johann Schneider-Ammann.
Ziel ist ein besserer Schutz vor Waffen.
Ziel ist ein besserer Schutz vor Waffen.
Auch Ständerat will Recht einschränken  Bern - Das Schweizer Waffenrecht soll weiter eingeschränkt werden. Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat mehreren Motionen zugestimmt, die den besseren Schutz vor Schusswaffen zum Ziel haben. 
Vorlage zurück an den Ständerat  Bern - Für die «Lex USA» sieht es düster aus: Der Nationalrat lehnte am ... 3
Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf muss sich vorerst geschlagen geben.
SP bleibt beim Nein: Steuerstreit-Gesetz vor dem Absturz Bern - Es sieht nicht gut aus für die «Lex USA». Die SP-Fraktion ...
Ständerat gibt im Steuerstreit nach Bern - Das Gesetz zur Lösung des Steuerstreits mit den USA hat die erste Hürde im ... 7
Der Finanzdirektor kassierte für sein Mandat bei Alpiq 2012 über 100'000 Franken.
Sitzungsgelder  Solothurn - Die Solothurner Kantonsregierung hat auf die Kritik an den hohen Sitzungsgeldern ...  
Titel Forum Teaser
  • Midas aus Dubai 3061
    Zeichen für was? Schaden? Also Grendel, Sie wollen also ein Gesetzt annehmen dass der Schweiz ... gestern 21:24
  • Midas aus Dubai 3061
    Batman Es geht nicht um das Kopftuch, sondern wofür es steht. Falsches ... gestern 21:11
  • jorian aus Gretzenbach 1196
    Witzig Langsam werden Sie zur Witzfigur! Bleiben Sie bitte beim Thema ... gestern 18:01
  • HeinrichFrei aus Zürich 239
    Keine wichtigeren Probleme als Kopftücher? Das Fernsehen, die Gratiszeitung 20 Minuten, der Blick, der Tages ... gestern 16:48
  • keinschaf aus Henau 1552
    Wie ich die Lage einschätze... ...war nicht mehr zu erwarten, als ein Nichteintretensentscheid. Es ist ... gestern 16:44
  • ochgott aus Ramsen 646
    Sogar EWS wird sich darüber freuen, obwohl sie uns das nie sagen würde. Ich ... gestern 13:23
  • keinschaf aus Henau 1552
    Nicht sicher.. Ich wäre mir da nicht ganz sicher, ob es sich tatsächlich um eine Form ... gestern 13:14
  • keinschaf aus Henau 1552
    Freude herrscht. Zumindest vorläufig und zum Wetter passend;-) Auch wenn die Hitze nicht ... gestern 13:08
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 20°C 29°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 16°C 29°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 22°C 31°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern 18°C 33°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 19°C 34°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 18°C 33°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Lugano 22°C 31°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten