Prozess gegen Rechtsextremist
Gaston-Armand Amaudruz steht erstmals vor Gericht
publiziert: Montag, 3. Apr 2000 / 07:49 Uhr

Lausanne - Am Montag beginnt in Lausanne der Prozess gegen den Rechtsextremisten Gaston-Armand Amaudruz. Der 79-Jährige muss sich wegen Rassendiskriminierung verantworten. Im drohen bis zu drei Jahre Gefängnis und 40 000 Franken Busse.

Obwohl seit der Nachkriegszeit im Kreis der extremen Rechten aktiv, steht Amaudruz am Montag erstmals vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, in seinem Mitteilungsblatt «Courrier du Continent» mit Artikeln im März und Juli 1995 den Genozid verleugnet und einen grossen Teil des Holocaust in Abrede gestellt zu haben.
Zudem bot Amaudruz im «Courrier du Continent» revisionistische Bücher auch nach dem in Kraft treten der Antirassismus-Strafnorm am 1. Januar 1995 zum Kauf an.
Vier Parteien treten beim Prozess als Privatkläger auf, so unter anderem der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus (Licra). Die Staatsanwaltschaft wird durch den Waadtländer Generalstaatsanwalt Jean-Marc Schwenter vertreten.

(klei/sda)

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