Gazastreifen von Israelis zweigeteilt - «Massaker»
publiziert: Sonntag, 4. Jan 2009 / 16:18 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 4. Jan 2009 / 21:49 Uhr

Gaza - Israelische Bodentruppen sind am Wochenende in den Gazastreifen einmarschiert und haben die Stadt Gaza umzingelt. Der Küstenstreifen wurde von der israelischen Armee in zwei Teile getrennt.

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Die israelischen Bodentruppen drangen nach ihrem Einmarsch am Samstagabend immer tiefer in das von der radikal-islamischen Hamas kontrollierte Gebiet vor und besetzten am Sonntag laut Augenzeugenberichten die Hauptverkehrsader des Küstenstreifens, die Salaheddin Road, die von Norden nach Süden führt.

Heftige Kämpfe wurden aus As-Seitun im Osten Gazas gemeldet, aber auch aus den nördlichen Städten Beit Lahija, Beit Hanun und Dschabalija. Dutzende Panzer bezogen Stellung in der früheren jüdischen Siedlung Netzarim südlich von Gaza.

Soldaten feuerten mit Maschinengewehren auf vermutete Stellungen der Hamas, Kampfflugzeuge bombardierten das Gebiet aus der Luft. Die Hamas-Kämpfer antworteten mit Raketen und Mörsergranaten.

Über 500 Tote

Bewohner der umkämpften Gebiete versuchten in Kleinbussen und Autos zu fliehen. In Gaza-Stadt schlugen israelische Granaten in Häuser und im Einkaufszentrum ein.

Die Zahl der getöteten Palästinenser bei der seit vergangenem Samstag laufenden Offensive «Gegossenes Blei» stieg auf über 500. Allein seit Beginn der Bodenoffensive wurden nach Spitalangaben mindestens 37 Palästinenser getötet, die meisten Zivilisten.

Nach Angaben eines Militärsprechers wurden ein israelischer Soldat getötet und über 30 verletzt. Vier Israelis waren in der vergangenen Woche durch Raketenangriffe aus dem Gazastreifen getötet worden.

«Keine Besetzung»

Ein Militärsprecher sagte, der Einsatz könne viele Tage andauern. Ziel der Armee sei es, jene Gebiete zu kontrollieren, aus denen die meisten Raketen auf Israel abgefeuert worden seien, sagte Ministerpräsident Ehud Olmert.

Eine Wiedereroberung des Gazastreifens sei jedoch nicht geplant, beteuerte die israelische Regierung. Trotz des massiven Militäreinsatzes schlugen allein am Sonntag 25 Raketen in Israel ein. Dabei wurde eine Frau in Sderot verletzt.

Terre des Hommes: «Massaker an Kindern»

Das Kinderhilfswerk Terre des Hommes (TdH) spricht von einem Massaker an Kindern im Gazastreifen als Folge der israelischen Luftangriffe und der am Samstag gestarteten Bodenoffensive. 72 Kinder seien der Militäroperation bereits zum Opfer gefallen.

Terre des Hommes kündigte in einer Mitteilung vom Sonntag die Verstärkung der Bemühungen im Gazastreifen an. Das israelische Vorgehen im dicht besiedelten palästinensischen Küstenstreifen sei weder angemessen noch defensiv. Die Organisation ruft zur unverzüglichen Einstellung der Kampfhandlungen und zur Respektierung des humanitären Völkerrechts auf.

Gerade die Schweiz als Depositarstaat der Genfer Konventionen sei aufgerufen, ihre Verpflichtungen gegenüber der Zivilbevölkerung wahrzunehmen, damit die humanitäre Hilfe gesichert und die Blockade aufgehoben werde.

USA verhindern Verurteilung Israels

International wurde die israelische Bodenoffensive von vielen Regierungen verurteilt. Es gab aber auch Stimmen, die Hamas-Organisation allein für die Eskalation der Gewalt verantwortlich machten.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verlangte das sofortige Ende der Kämpfe. In einem Telefonat mit Olmert äusserte er sich extrem besorgt und enttäuscht.

Der UNO-Sicherheitsrat in New York konnte sich in einer noch in der Nacht des Einmarsches einberufenen Sondersitzung nicht auf die Forderung nach einer sofortigen Feuerpause verständigen. Eine entsprechende Erklärung wurde von den USA blockiert. Die EU startete am Sonntag eine Vermittlungsmission in der Region.

Weltweit gingen am Wochenende mehr als 100'000 Menschen gegen den israelischen Militäreinsatz auf die Strasse. Auch vor dem UNO-Sitz in Genf protestierten mehrere Hundert Personen.

Westjordanland: Demonstrant erschossen

Bei gewaltsamen Protesten im Westjordanland haben israelische Soldaten am Sonntag einen Palästinenser getötet. Nach Angaben von Sanitätern erschossen die Einsatzkräfte einen 22-jährigen Demonstranten.

Die israelische Armee bestätigte, dass Soldaten einen Palästinenser bei Unruhen nahe der Grenzstadt Kalkilja getötet hätten. Die Menge sei zuvor aufgefordert worden, die Proteste zu beenden. Die Palästinenser demonstrierten den Angaben zufolge gegen die israelische Offensive im Gazastreifen, als mehrere Steine aus der Gruppe auf die israelischen Einsatzkräfte geworfen wurden. Daraufhin hätten die Soldaten das Feuer eröffnet.

Der Demonstrant Mufid Saleh Walwil sei tödlich am Kopf getroffen worden, erklärten die Sanitäter vor Ort.

(ht/sda)

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MASSAKER
"Angebliche Massaker", lesen Sie bitte alle Medien durch, auch die neutralen Medien!
Die armen Kinder...Mit Phosphorsprengstoff verbrannt. Seit 1980 sind diese Vernichtungswaffen international VERBOTEN.
Aber was macht die israelische Armee? Sie setzt sie gegen das zivile Volk ein! Pfui!
Das ist MASSAKER.
Kommentar? Überflüssig!
Hier fehlt wirklich die differenzierte, objektive Betrachtung und Beurteilung. Gerade deshalb - dieser Sturheit wegen - besteht dieser Konflikt seit Jahrzehnten!
erbärmliche Gewissensberuhigung
Es ist wohl einfacher, die Feststellungen eines internationalen Hilfswerks zu leugnen als den Tatsachen ins Auge zu sehen. Diese einseitige Blindheit ist typisch für Fanatiker. Die Propaganda, dass Kinder als Schutzschilde missbraucht werden, rechtfertigt niemals deren Tötung.
Hintrgründe
Kann terres des Homes diese angeblichen Masaker belegen? Bekanntlich nützen die Hamas Kinder als lebende Schutzrschilder,sowie sie auch Waffen etc.in Moscheen und Privathäuser,also unter der Zivilbevölkerung lagern,dies soll ihre Srärke sein!
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