Geballte Schweizer Power
publiziert: Samstag, 21. Mai 2005 / 08:01 Uhr / aktualisiert: Samstag, 21. Mai 2005 / 20:46 Uhr

Die Schweizer Delegation beim am Montag beginnenden French Open in Paris ist klein. Doch sie hat viel Qualität.

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Roger Federer will im siebten Anlauf in Roland Garros endlich reüssieren, und Patty Schnyder ist bei ihrem Lieblingsturnier in der aktuellen Form ebenfalls viel zuzutrauen. Das Schweizer Quartett im Bois de Boulogne, dieser grünen Lunge in der Seine-Schleife im Westen von Paris, komplettieren die Romands Stanislas Wawrinka (ATP 88) und Emmanuelle Gagliardi (WTA 112).

Der 20-jährige Wawrinka, der in Paris vor zwei Jahren das Junioren-Turnier gewonnen hatte, überstand die Qualifikation und steht erstmals im Haupttableau eines Grand-Slam-Turniers. Gagliardi ist im Ranking zwar aus den Top 100 gerutscht, schaffte aber den Cut, weil sie zum Zeitpunkt der Meldung auf Position 92 klassiert gewesen war.

Makellose Bilanz...

Sechs Turniersiege, drei Erfolge bei Masters-Series-Events und 41:2 Siege in diesem Jahr; nur drei Niederlagen (auf der ATP-Tour) und zwei Grand-Slam-Titel seit dem letzten French Open.

Die Bilanz, mit der Roger Federer diese Woche nach Paris reiste, ist erdrückend und müsste den 23-Jährigen in die absolute Favoritenrolle für die kommenden 14 Tage katapultieren.

...ausser in Paris

Doch ausgerechnet in Paris ist Federer bisher nie auf Touren gekommen. Der Triumph beim French Open fehlt ihm noch im beeindruckenden Palmarès. Hier, auf der roten Unterlage, können ihm mehr Gegner gefährlich werden als anderswo.

"Meine letzten Auftritte beim French Open waren sehr enttäuschend. Vor allem die ersten Runden sind hier gefährlich. Daher konzentriere ich mich zunächst auf die ersten Spiele und denke nicht an den Turniersieg", erklärte der Schweizer im Vorfeld des zweiten Grand-Slam-Turniers der Saison.

Federer weiss, wovon er spricht. Bei sechs Teilnahmen in Paris ist er dreimal in der Startrunde gescheitert. Diesmal allerdings ist der Baselbieter so zuversichtlich wie nie zuvor. "Ich fühle mich wohl auf Sand und bin im Spiel von der Grundlinie aus sicherer geworden."

Gezielte Vorbereitung

Als Sieger des letzten Masters-Series-Turniers in Hamburg war Federer zwar auch vor einem Jahr nach Paris gereist, doch diesmal soll die Vorbereitung besser gestaltet worden sein als vor zwölf Monaten.

Seit Dienstag trainiert die Weltnummer 1 auf der Anlage von Roland Garros zusammen mit (Teilzeit-)Coach Tony Roche. "Er hat mich in Hamburg spielen sehen und weiss, wie ich auf Sand agiere. Deshalb kann er mir nun in Paris wichtige Impulse geben."

Gegen Qualifier

In der Startrunde trifft Federer auf einen Qualifikanten. Bei der Auslosung war dem Weltranglisten-Ersten zwar Robin Söderling (Sd) zugelost worden. Durch die Absage des als Nummer 11 gesetzten Schweden Joachim Johanssons rutschte Söderling aber in die Liste der Gesetzten und trifft nun Fernando Verdasco (Sp).

Der erste Gesetzte könnte in der 3. Runde auf Federer warten; gemäss Papierform müsste er in den Sechzehntelfinals auf den Chilenen Fernando Gonzalez (ATP 26) treffen.

Führt Sieg über Nadal?

Frühestens in den Halbfinals könnte es zum Duell gegen den spanischen Topfavoriten Rafael Nadal kommen. Der Iberer hat in dieser Saison wie der Schweizer 41 Siege (zuletzt 17 in Serie) erzielt und auf Sand zuletzt die Turniere in Monte Carlo, Barcelona und Rom gewonnen. Dies hat den Mallorquiner in die Position des "l´homme à battre" gehievt.

Federer hat auf Sand noch nie gegen Nadal gespielt. In Hamburg fand das Duell nicht statt, weil Nadal wegen Blasen an den Händen Forfait erklärt hatte. Federer war dies egal: "Ich brauchte den Vergleich nicht. Ich weiss genau, wie Nadal spielt. Ich habe ihn im Final von Key Biscayne während fünf Sätzen ´erleben´ können. Das hat mir genügt."

Schnyders Top-Form

Für einmal muss Federer (vielleicht) nicht alleine die Schweizer Kastanien aus dem Feuer holen. Patty Schnyder hat sich in den letzten Wochen mit starken Leistungen nicht nur erstmals seit sechs Jahren in die Top Ten, sondern auch in den erweiterten Favoritenkreis für Roland Garros gespielt.

Zuletzt brillierte Schnyder in Rom mit der Finalqualifikation, nachdem sie bereits in Charleston und Berlin die Halbfinals erreicht hatte. In diesem Monat weist die 26-jährige Baselbieterin auf Sand eine 7:2-Bilanz auf und hat unter anderen die aufstrebende Serbin Ana Ivanovic, die Russinnen Maria Scharapowa und Swetlana Kusnezowa sowie Kim Clijsters geschlagen.

Zum Auftakt spielt die als Nummer 8 gesetzte Schweizerin gegen die Südkoreanerin Yoon-Jeong Cho (WTA 85). Gegen die Asiatin ist Schnyder noch nie angetreten. Nächste Hürde Schnyders wäre in der 2. Runde eine Qualifikantin. Nicht favorisiert ist in der Startrunde Emmanuelle Gagliardi. Die Genferin trifft auf die 32 Positionen besser klassierte Ukrainerin Tatjana Perebiynis, gegen die sie in zwei Duellen nie gewinnen konnte.

Favoritin Henin-Hardenne

Nicht in der Tableau-Hälfte der Schweizerinnen eingeteilt ist Justine Henin-Hardenne. Die Belgierin (WTA 12) ist nicht nur Schnyders grösste Gefahr im Kampf um den Platz in den Top Ten (Schnyder weist einen Vorsprung von 143 Punkte auf), sondern auch die einzige Widersacherin, gegen welche die Schweizerin kürzlich völlig chancenlos war. In Warschau und Berlin gewann Schnyder gegen die frühere Weltnummer 1 in vier Sätzen insgesamt nur vier Games. Auch deshalb ist für Schnyder klar: "Justine ist die klare Favoritin auf den Sieg beim French Open."

Während die Belgier auf die Rückeroberung des Titels durch Henin-Hardenne hoffen, sehnen die Franzosen den ersten einheimischen Triumph seit Mary Pierce (2000) herbei. Und wieder einmal drückt (fast) die gesamte Last auf die Schultern von Amélie Mauresmo.

Die in Genf wohnhafte 25-Jährige nährte letzte Woche in Rom die Hoffnung der "Grande Nation" auf einen Sieg mit dem sechsten Gewinn eines Sandplatz-Turniers ihrer Karriere. Doch wie Federer hat auch Mauresmo kaum gute Erinnerungen an das French Open. Sie ist in Paris noch nie über die Viertelfinals hinausgekommen.

(von Stefan Wyss/Si)

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