Geberit als SMI-Anwärter - Kudelski vor dem Aus
publiziert: Sonntag, 16. Apr 2006 / 08:36 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 16. Apr 2006 / 12:33 Uhr

Zürich - Alle Jahre wieder die gleiche Frage: Wer darf per Anfang Oktober in den prestigeträchtigen Swiss Market Index (SMI) und wer fliegt raus?

Geberit liegt bereits auf Platz 28.
Geberit liegt bereits auf Platz 28.
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Als heissester Kandidat für die Aufnahme in die oberste Börsenliga gilt der Sanitärtechniker Geberit.

Der Swatch Inhaberaktie und Kudelski - den beiden üblichen Verdächtigen - droht hingegen der Ausschluss. Der grosse Stichtag ist der 30. Juni. Der Entscheid der Schweizer Börse SWX wird in der Regel in der ersten Juli-Woche kommuniziert.

Wichtige Kriterien sind die Free-Float-Börsenkapitalisierung sowie die Liquidität des Titels zum Ende des zweiten Quartals. Zudem wird aus den beiden Parametern eine Rangliste aller Aktien erstellt, die im breiten Swiss Performance Index (SPI) geführt werden.

Hoffen von Logitech

Basierend auf den jüngsten Daten des ersten Quartals steht Geberit in der Pole-Position. Um im SMI Aufnahme zu finden, muss ein Anwärter in der genannten Rangliste während vier Quartalen auf Rang 30 oder besser sowie am Stichtag 30. Juni auf Rang 25 oder besser platziert sein. Mit Rang 28 per Ende März rüttelt Geberit also bereits an der SMI-Pforte.

Für Logitech hingegen - die Aktie wurde auch vor früheren Indexrevisionen stets als künftiges SMI-Mitglied gehandelt - wird es hingegen trotz Rang 26 knapp. Der Aktie der Herstellerin von Computermäusen fehlt es mit 0,39 Prozent an der gesamten SPI-Kapitalisierung etwas an Gewicht, gefordert sind nämlich 0,50 Prozent. Zum Vergleich: Geberit kam Ende Juni auf 0,47 Prozent. Um das Loch zu schliessen, müsste der Kurs der Logitech-Aktie im zweiten Quartal 2006 den SPI um 15 Prozent abhängen.

Kudelski vor dem Aus?

Als wahrscheinlich gilt aus heutiger Sicht der Ausschluss von Kudelski und, in geringerem Masse, der Swatch-Inhaberaktie. Kudelski erfüllt weder die geforderte Börsenkapitalisierung von 0,2 Prozent des SPI noch den geforderten Ranglistenplatz 30. Bei Swatch mangelt es derzeit nur am zweiten Kriterium.

Die Hürden für den Aufstieg in den SMI sind also ungleich höher als für die Eliminierung. Ein Neuling muss deutlich besser dastehen als der schwächste SMI-Wert. Mit diesen gerade erst vor einem Jahr verschärften Bestimmungen soll in der Zusammensetzung des SMI eine gewisse Konstanz erreicht werden.

Der SMI darf laut Reglement maximal 30 Titel umfassen, heute können sich jedoch nur 27 Titel mit dem Prädikat «Blue Chip» schmücken. Die Spielraum wird von der SWX also nicht grundsätzlich ausgeschöpft.

Marktbeobachter zweifeln, ob Kudelski wie vor einem Jahr eine Überraschung gelingen würde. Das Waadtländer Unternehmen rettete sich Mitte Juni 2005 mit der Verschiebung von 6 Mio. Familienanteilen vor dem als sicher geltenden Ausschluss.

Mehr als Prestige

Weil zur Berechnung der SPI-Kapitalisierung nur die frei handelbaren Aktien herangezogen werden, erhöhte Kudelski mit dieser Transaktion den Free Float von 72 auf 85 Prozent. Die Lücke, die nach den jüngsten Kursschwächen geschlossen werden muss, ist heute aber bedeutend grösser.

Die Zugehörigkeit zum SMI ist jedoch viel mehr als nur eine Frage des Prestiges. Die SMI-Familie wird weithin als Benchmark herangezogen und viele Pensionskassen dürfen nur in SMI-Titel investieren.

(ht/sda)

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