Gebrauchtwagenhändler als Präsident!
publiziert: Dienstag, 8. Mrz 2016 / 12:23 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 16. Mrz 2016 / 21:17 Uhr
Würden Sie von diesem Mann ein Auto kaufen... dann können Sie ihn auch eine Weltmacht regieren lassen!
Würden Sie von diesem Mann ein Auto kaufen... dann können Sie ihn auch eine Weltmacht regieren lassen!

Die Welt schaut momentan mit einer Mischung aus Entsetzen und Faszination auf den Vorwahlkampf der republikanischen Partei in den USA, in dem immer noch ein lügender, mit Beleidigungen um sich schmeissender, angeblicher Immobilien-Milliardär an der Spitze liegt, der vielfach mit einem Gebrauchtwagenhändler verglichen wird.

9 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Flunkereien von und zu Trump
Das Fact-Check-Portal Politifact zu Trumps Schwindeleien und Lügen.
politifact.com

Gebrauchtwagenhändler in der Schweiz zu sein ist nicht ehrenrührig. Dies ganz im Gegensatz zu den USA. Und dort wird Trump von all jenen, die ihn nicht unterstützen als eine Art Über-Gebrauchtwagenhändler (= notorischer Lügner und Betrüger) betrachtet, der lügt, sobald er den Mund öffnet. All die Lügen, die er in den letzten Monaten verbreitet hat, wären schwierig in einer Kolumne unterzubringen, deshalb nur ein paar wenige Beispiele:

China sei Hauptprofiteur vom TPP (ist nicht dabei), Obama wolle 250'000 syrische Flüchtlinge in die USA bringen lassen (10'000), die Hälfte der US-Amerikaner würde durch Sozialleistungen auf Kosten der anderen Hälfte leben (ca. 8%), er sei ein guter Freund von Vladimir Putin, er wisse nichts über den Ex-Chef des KuKlux-Klans und er könne Mexiko dazu zwingen, eine Grenzmauer zu bauen.

Diese und viele andere Lügen haben der Popularität unter seinen Anhängern bisher nicht geschadet. Dass seine Konkurrenten Cruz und Rubio selbst unglaubliche Kotzbrocken sind, mag ja hilfreich sein, aber das ist nicht der Punkt, sondern: kann ein 'Gebrauchtwagenhändler' eine Weltmacht erfolgreich führen?

Wir glauben: JA!

Nach einer ausführlichen Analyse während zwei Tassen Kaffee kamen wir zum Schluss, dass die USA nicht nur unter einem Gebrauchtwagenhändler im weissen Haus überleben, sondern sogar neue, nie vorher für möglich gehaltene Höhen erreichen könnte. Dies nicht zuletzt, weil uns im Anhang einer Email aus Nigeria das geheime Regierungsprogramm von Trump in die Hände gefallen ist! Seit seinem letzten Strategiepapier hat er nun schon viel mehr Details für die Zeit nach seiner Machtübernahme ausgearbeitet.

So wird das Kabinett neu nach dem Prinzip einer Reality-TV-Show besetzt. Die Minister bekommen bestimmte Aufgaben und werden jeweils nach zwei Wochen gefeuert, wenn sie nicht zumindest erhebliche Fortschritte zeigen können. Das durch extreme Steuer-Senkungen explodierende Bundes-Budget nicht mit Sponsoren-Geldern und freiwillige Spenden aus China ausgeglichen? 'You're fired!' Die Atomwaffen von Kim Jong Un nicht aus dessen Keller gestohlen und ins Meer geworfen? 'You're fired!' Den mexikanischen Premierminister nicht gezwungen, die Grenzmauer zu bauen? 'You're fired!'. ISIS nicht innert eines Monats aus dem Irak vertrieben? 'You're Fired!'

Die Administration soll allein durch die Werbeeinnahmen und Vermarktungsrechte selbstfinanziert sein und die Regierungsmannschaft motivierter als je zuvor. Allfällige Gewinne würden dem Präsidenten gutgeschrieben.

Das Militär würde als Drohkulisse aufgerüstet, da «der Export amerikanischer Werte keine Einbahnstrasse mehr sein soll. Wer von unseren Errungenschaften profitiert, muss dafür auch zahlen!» Die US-Demokratie solle als Franchising-System vertrieben werden. Trump-Firmen würden Repliken des Weissen Hauses und der anderen notwendigen Regierungsgebäude hoch ziehen und als zusätzliche Dienstleistung mit einem handlungsunfähigen Parlament besetzt ausliefern. In der Folge wären Franchise-Gebühren für 100 Jahre fällig, deren Inkasso allenfalls die Aufgabe des US-Militärs wäre.

Das Bildungssystem würde grundlegend reformiert: Schulen müssten noch viel mehr wie bis jetzt auf Firmenspenden zurück greifen. Das System wird dabei mit Fernsehen verglichen: «Wer Bildung ohne Werbung will, muss zahlen! Netflix und HBO sind auch nicht gratis!»

Trump beabsichtigt, Steuern für die Reichsten massiv zu senken und das Umwelt-, das Gesundheits- und das Bauministerium im Ausgleich dafür aufzulösen. Dies, weil dort ohnehin nur Geld für Verlierer verschwendet würde und es sich endlich wieder lohnen solle, obszön reich zu sein.

Weitere Punkte im Regierungsprogramm wären steuerlich absetzbare Brust-Vergrösserungen für Trophy-Frauen, die Abschaffung der Erbschaftssteuern für Milliardäre, Mauern um die ganze USA herum, in denen Casinos und Bordelle untergebracht würden. Das weisse Haus bekäme einen goldigen Anstrich, während jedem Bürger eine Schirmkappe mit der Aufschrift 'Making America Great Again' zusammen mit der Steuererklärung zugestellt würden.

Nein - an Trump zu zweifeln würde bedeuten, an der Kraft des ungebremsten Kapitalismus und daran zu zweifeln, dass die ganze Welt nicht komplizierter als ein riesiger Gebrauchtwagenmarkt ist. Und wer wäre besser geeignet, diesen zu kontrollieren als eben der Über-Gebrauchtwagenhändler schlechthin, «The Donald». Daher: Trump for President!

(Patrik Etschmayer/news.ch)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump gibt sich als grosszügiger Spender. Eine Auswertung der ... mehr lesen
Trumps Spenderliste umfasst 93 Seiten, Privatspenden sucht man vergeblich.
Washington - Mit einer fiktiven Frontseite hat die Zeitung «Boston Globe» simuliert, wie die Nachrichten am 9. April 2017 lauten könnten, wenn Donald Trump die US-Wahlen ... mehr lesen
Miami - Bei einer Wahlkampfveranstaltung des populistischen US-Geschäftsmanns Donald Trump hat ein weisser Anhänger ... mehr lesen
Washington - Ted Cruz hat die Vorwahlen der Republikaner in den beiden US-Bundesstaaten Kansas und Maine am Samstag vor ... mehr lesen 2
Washington - Mit Abstimmungen in fünf Bundesstaaten sind die US-Vorwahlen zur Präsidentschaft am Samstag in eine ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Donald Trump kann auf die Unterstützung der anderen Kandidaten zählen.
Detroit - Die jüngste TV-Debatte der Republikaner endete in der Nacht zum Freitag mit einer Überraschung: Alle ... mehr lesen
CNN-News Noch ist absolut nichts sicher, doch es ist mittlerweile eine absolut realistische und alarmierende Möglichkeit geworden: ... mehr lesen
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
Trump: «Wir haben schwache und bedauernswerte Politiker.»
CNN-News Ist Donald Trump der geeignete Mann, Amerika vor dem IS zu beschützen? Oder ist er vielmehr genau der Kandidat, den sich die ... mehr lesen
Etschmayer Donald Trump hat erkannt, was für die USA am gefährlichsten von allen erdenklichen Dingen ist: Immigranten. Nach den Mexikanern sind nun die Syrer dran. Und alle Muslime. Und Schwarze. Denn die sind ja auch nicht echte ... mehr lesen 1
Von Donald Trump projektierter Grenzübergang von der USA nach Kanada.
Künftig mindestens 500'000.-- und die ganze Schweiz inklusive: SwissPass, der schon bald mal GACH heissen könnte.
Künftig mindestens 500'000.-- und die ganze Schweiz inklusive: SwissPass, der ...
Durch ungeschickte Avancen von SBB- und Post-Chefs, droht die Service-Public-Initiative tatsächlich angenommen zu werden. Von bürgerlicher Seite her solle laut einem Geheimplan daher ein volksnaher Alternativvorschlag vor den Wahlen als Killer-Argument gegen die Initiative publik gemacht werden. Dass dieser noch nicht öffentlich ist, liegt mal wieder am Geld. mehr lesen 
Ja zur Asylgesetzrevision und Nein zur Milchkuh-Initiative La Chaux-de-Fonds NE - Die SP Schweiz sagt Ja zum revidierten ...
Bei Service-Public-Betrieben soll Gewinn nicht im Zentrum stehen Bern - SBB, Post und Swisscom sollen nicht wie private ...
Breiter Widerstand gegen «Pro Service public» Bern - Ein Ja zur Initiative «Pro Service public» würde aus Sicht der Gegner ...
Eine renommierte US-Kanzlei stellt einen neuen Anwalt Namens Ross ein. Die Aufgabe: Teil des Insolvenz-Teams zu sein und sich durch Millionen Seiten Unternehmensrecht kämpfen. Und ... mehr lesen  
Urversion von IBM's Supercomputer WATSON: Basis für 'ROSS'... und unsere zukünftigen Regierungen?
Ende der Ära Rousseff? Bern - Für Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff könnte der letzte Tag als Staatschefin angebrochen sein. Der Senat des Parlaments kam am Mittwoch ...
Typisch Schweiz Der Bernina Express Natürlich gibt es schnellere Bahnverbindungen in den Süden, aber wohl ...
Der Umsatz mit fair gehandelten Produkten hat zugenommen.
Shopping 62 Franken pro Kopf für fair gehandelte Produkte Zürich - Schweizerinnen und Schweizer haben 2015 für 520 Millionen Franken fair gehandelte Produkte mit dem Label Max Havelaar eingekauft. Den ...
Erstaunliche Pfingstrose.
Jürg Zentner gegen den Rest der Welt.
Jürg Zentner
Frauenrechtlerin Ada Wright in London, 1910: Alles könnte anders sein, aber nichts ändert sich.
Regula Stämpfli seziert jeden Mittwoch das politische und gesell- schaftliche Geschehen.
Regula Stämpfli
Künftig mindestens 500'000.-- und die ganze Schweiz inklusive: SwissPass, der schon bald mal GACH heissen könnte.
Patrik Etschmayers exklusive Kolumne mit bissiger Note.
Patrik Etschmayers
Mao-Büsten aus der Zeit der Kulturrevolution: «Sonne des Ostens» und Halbgott.
Peter Achten zu aktuellen Geschehnissen in China und Ostasien.
Peter Achten
Glaskinn und 'Meitschiblase': Köppels Freipass für die Leitung des medizinhistorischen Instituts.
Skeptischer Blick auf organisierte und nicht organisierte Mythen.
Freidenker
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 10°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Basel 11°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
St. Gallen 11°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
Bern 9°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Luzern 12°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Genf 10°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Lugano 13°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten