Leichtathletik-WM in Edmonton: Sechster Tag
Gebrselassie geschlagen, zwei deutsche Weltmeister
publiziert: Donnerstag, 9. Aug 2001 / 08:06 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Aug 2001 / 14:19 Uhr

Edmonton - Die erste Niederlage des Äthiopiers Haile Gebrselassie in einem 10'000-Meter-Titelrennen, die ersten beiden deutschen Erfolge durch Hochspringer Martin Buss und Diskuswerfer Lars Riedel sowie die Laufsiege der Kenianer über 3'000 Meter Steeple und über 10'000 Meter prägten den sechsten Tag der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Edmonton.

Zwei Olympiasiege und vier Weltmeistertitel hintereinander hat der erst 28 Jahre alte äthiopische Läuferkönig Haile Gebrselassie zwischen 1993 und 2000 über 10'000 Meter erobert, den letzten in Sydney hauchdünn vor dem Kenianer Paul Tergat.

In Edmonton reichte sein Antritt 250 Meter vor dem Ziel nicht mehr aus, um die Konkurrenz in Schach zu halten. Der 23-jährige Kenianer Charles Kamathi und Assefa Mezgebu (Äth) überspurteten ihn in der Zielkurve und überliessen dem grossen Meister nur Bronze.

Gebrselassies erstes Rennen seit Sydney

Es war Gebrselassies erstes Rennen seit den Olympischen Spielen im letzten September in Sydney. Im November wurde er an der Achillessehne operiert, seine Rückkehr in die Stadien verzögerte sich, und als in Edmonton auch noch die Vorläufe über 10'000 Meter abgesagt wurden, musste der Äthiopier 'kalt' zum Finale antreten.

Wie erwartet dominierten Äthiopier und Kenianer die längste Bahn- Laufdistanz, mit Intermezzi durch die Spanier. So ergab sich ein ruppiges, von Tempowechseln geprägtes Rennen mit einer deutlich schnelleren zweiten Hälfte. Die ersten 5'000 Meter wurden in 14:15, die zweiten 5'000 Meter in 13:38 Minuten absolviert.

Hochsprung: Überraschung durch Buss ...

Der 25-jährige Deutsche Martin Buss, der 1999 in Sevilla die Bronzemedaille gewonnen und sich seither mit zahlreichen Verletzungen herumgeplagt hatte, pokerte im Hochsprung-Finale hoch - und gewann.

Nach einem Fehlversuch auf 2,33 wechselte er direkt auf 2,36 und schaffte die neue Jahres-Weltbesthöhe im zweiten Anlauf als Einziger im Feld. Auf 2,33 blieben die Russen Jaroslaw Rybakow und Wjatscheslaw Woronin (beide Silber) sowie Altmeister Javier Sotomayor (Kuba, 4. Rang) sitzen.

... und im Diskuswerfen durch Riedel

Ebenso überraschend wie der Erfolg von Buss kam kurz darauf der Sieg des zwar erfolgsgewohnten Diskuswerfers Lars Riedel (34), der in dieser Saison aber noch nicht so recht auf Touren gekommen war.
Riedel, Olympiasieger 1996, gewann seinen fünften WM-Titel, allerdings nicht en suite, sondern nach einer Unterbrechung (Bronze 1999).

Er steigerte im fünften Versuch seine persönliche Saisonbestweite um anderthalb Meter und siegte mit 69,72 vor dem litauischen Olympiasieger von Sydney, Virgilius Alekna, der im dritten Versuch 69,40 warf. Mit Michael Möllenbeck (67,61) gewann ein weiterer Deutsche die Bronzemedaille.

400 Meter Hürden: Bidouane wie 1997

Nezha Bidouane, die Olympiadritte 2000 über 400 Meter Hürden und 1997 Marokkos erste (weibliche) Weltmeisterin, bog zusammen mit der jungen Russin Julia Nosowa und Titelverteidigerin Daimi Pernia (Kuba) im Final gleichauf in die Zielgerade ein und setzte sich dann leicht ab.

Im Ziel hatte sie die von Pernia in den Halbfinals aufgestellte Jahres-Weltbestzeit gleich um eine halbe Sekunde verbessert. Nicht in Edmonton war die verletzte Olympiasiegerin Irina Priwalowa (Russ).

Im Halbfinale über 400 Meter Hürden, einer ehemaligen US- Paradedisziplin, schieden alle drei Amerikaner aus - allen voran Angelo Taylor, der Jahres-Weltbeste (47,95). Er hatte bei der siebten Hürde Schrittprobleme, blieb an der 10. Hürde hängen und geriet ins Stolpern. Er konnte sich zwar wieder auffangen, aber der 4. Rang in seiner Serie in 49,23 bedeutete das Aus.

Ohne Probleme blieb die über 100 Meter entthronte Marion Jones (USA) in den 200-Meter- Vorläufen mit guten 22,70 Sekunden.

Jahres-Weltbestleistungen notierten am sechsten Tag der WM Buss mit 2,36 Meter im Hochsprung, die 400-Meter- Hürden-Siegerin Nezha Bidouane (Mar) mit 53,34 und der griechische 200-Meter-Olympiasieger Konstadinos Kedéris mit 20,03 im Halbfinale auf seiner Paradestrecke.

(sk/sda)

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