Gefälschtes Novartis-Top-Medikamente in Basel
publiziert: Freitag, 21. Mrz 2003 / 20:13 Uhr / aktualisiert: Freitag, 21. Mrz 2003 / 20:29 Uhr

Liestal - Eine Baselbieter Pharma-Handelsfirma steht im Verdacht, in Deutschland gefälschte Medikamente von Novartis auf den Markt gebracht zu haben. Hinter der Fälschung des Heilmittels Sandimmun vermuten die Baselbieter Behörden einen internationalen Ring.

Die Ermittlungen des Statthalteramts Liestal richten sich gegen die Firma Eva Ever Vital AG in Liestal, wie Statthalter Daniel Spichty eine Mitteilung ergänzte. Die kleine Firma sei ausschliesslich im Handel tätig und stelle selbst keine Medikamente her.

Auslöser der Untersuchung wegen Warenfälschung in Zusammenhang mit der Inverkehrsetzung von gefälschten Arzneimitteln war eine Anzeige von Novartis Deutschland vom November letzten Jahres. Die gefälschten Heilmittel waren nach Angaben des Statthalteramtes ausschliesslich für Deutschland bestimmt und gelangten nicht auf den Schweizer Markt.

Beim gefälschten Medikament handelt es sich laut Spichty um Sandimmun, eines der erfolgreichsten Medikamente von Novartis; es kommt bei Organtransplantationen gegen Abstossungsreaktionen zum Einsatz. Mit Sandimmun und dem Nachfolgeprodukt Neoral erzielte der Basler Pharmariese im Jahr 2001 einen Umsatz von 1,8 Mrd. Franken. Der Blockbuster lag damit auf Platz 2 der Verkaufsrangliste.

Der Fall könnte nach Angaben des Statthalters internationale Dimensionen annehmen. Ermittelt wird ausser in der Schweiz auch in Deutschland. Rechthilfeersuchen des Statthalteramts Liestal sind in Deutschland, Belgien und Österreich hängig.

Wo das gefälschte Sandimmun herkommt, ist laut Spichty noch nicht bekannt. Der Statthalter schliesst nicht aus, dass hinter der Sache ein internationaler Ring steht. Sollte sich dieser Verdacht erhärten, würde der Fall an den Bund abgetreten.

(bert/sda)

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