Gefängnis für ehemalige Krankenkassen-Chefs
publiziert: Freitag, 17. Okt 2008 / 11:52 Uhr / aktualisiert: Freitag, 17. Okt 2008 / 23:58 Uhr

Winterthur - Ex-Chefs der Winterthurer Krankenkasse KBV müssen bis zu viereinhalb Jahre hinter Gitter. Das Bezirksgericht Winterthur hat die Urteile im Betrugsprozess verkündet. Für zwei Drahtzieher wurden die Strafen ohne Bewährung verhängt.

Die ehemaligen Chefs der Krankenkasse KBV müssen bis zu 4,5 Jahre ins Gefängnis.
Die ehemaligen Chefs der Krankenkasse KBV müssen bis zu 4,5 Jahre ins Gefängnis.
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Der Geschäftsführer erhielt eine unbedingte Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren, der Verkaufsleiter eine solche von vier Jahren. Für den Finanzchef gabs eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Ein Jahr davon muss er absitzen. Der Leiter der Schadensabteilung wurde mit zwei Jahren bedingt sowie einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 100 Franken bestraft.

Die Angeklagten wurden wegen Betrugs und Veruntreuung verurteilt, einzelne auch wegen Urkundenfälschung, Irreführung der Rechtspflege oder Geldwäscherei.

Der Finanzchef und der Schadensleiter verdanken ihre bedingte und somit mildere Strafe dem Umstand, dass sie ein Geständnis abgelegt und den Behörden bei der Klärung des Falles geholfen haben.

Fiktive Versicherte

Die vier Krankenkassen-Chefs haben 2040 Versicherte im Alter zwischen 66 und 91 Jahren erfunden und damit für die KBV unrechtmässige Vorteile von über 27 Millionen Franken erschlichen.

Das Geld war der KBV aus einem Risikoausgleichsfonds der Krankenversicherer überwiesen worden. Dieser zahlt von Gesetzes wegen Beiträge an Kassen, die überdurchschnittlich viele Betagte aufweisen. Daneben haben die Verurteilten rund 9,5 Millionen Franken für private Zwecke abgezweigt.

Mit den Gefängnisstrafen ist die Sache für die Ex-Chefs aber nicht erledigt. Sie wurden unter anderem dazu verpflichtet, der KVG 27 Millionen Franken Schadenersatz zu zahlen. Um diese hohen Schulden zumindest teilweise tilgen zu können, wurden bereits sämtliche Vermögenswerte eingezogen, darunter Aktien, eine Wohnung im Tessin sowie ein Motorboot.

(ht/sda)

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