Gefängnis wegen Ausnutzung von Sans Papiers
publiziert: Donnerstag, 31. Aug 2006 / 22:59 Uhr

Yverdon-les-Bains - Weil er Papierlosen Geld für eine menschenunwürdige Behausung abnahm, muss ein 60-Jähriger aus Moudon VD ein Jahr ins Gefängnis.

Der Verurteilte habe die Situation der Sans Papiers schamlos ausgenutzt.
Der Verurteilte habe die Situation der Sans Papiers schamlos ausgenutzt.
Laut dem Kreisgericht in Yverdon-les-Bains hat er die Situation der Sans Papiers schamlos ausgenutzt.

Weiter wurde der Mann mit 2000 Franken für kleinere Verfehlungen bestraft, muss dem Kanton Waadt eine Schuld von 5000 Franken bezahlen und die Prozesskosten von 11´000 Franken übernehmen. Damit blieb das Gericht noch unter dem Antrag des Staatsanwalts, der 18 Monate Gefängnis gefordert hatte.

Der Verurteilte habe einerseits aus Gier gehandelt, andererseits den illegalen Aufenthalt der Sans Papiers aus Ecuador erleichtert, befand das Gericht. Die Polizei hätte viel früher einschreiten müssen, da sie offensichtlich um die prekären Verhältnisse wusste.

Überrissene Preise

Der Waadtländer hatte von 2000 bis 2004 in Moudon die Sans Papiers aus Lateinamerika zu überrissenen Preisen beherbergt. Die illegal eingewanderten Männer und Frauen, zum Teil mit ihren Kindern, bewohnten Zimmer auf dem Dachboden, die lediglich durch Zeltplanen voneinander abgetrennt waren.

Dafür bezahlten sie monatlich 300 Franken. Rund 30´000 Franken soll der Vermieter an den Papierlosen verdient haben. Dabei hat es sich gemäss dem Gerichtspräsidenten um eine «gemeine Ausbeutung zum Schaden Dritter» gehandelt. Der Anwalt des Angeklagten hat Rekurs angekündigt.

(bert/sda)

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