Viele Verkehrsunfälle
Gefahr von E-Bikes wird häufig unterschätzt
publiziert: Dienstag, 23. Jun 2015 / 12:19 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 24. Jun 2015 / 08:04 Uhr
E-Bikes bergen grosse Gefahren.
E-Bikes bergen grosse Gefahren.

Bern - Immer mehr Fahrerinnen und Fahrer von E-Bikes verunfallen im Strassenverkehr. Von 2011 bis 2014 hat sich die Zahl der schwer verletzten oder getöteten E-Bike-Lenker mehr als verdoppelt. Insbesondere wird die Geschwindigkeit von Elektrovelos unterschätzt.

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2011 hatten 69 Personen mit dem E-Bike einen schweren oder tödlichen Unfall. 2013 waren es bereits 118, wie aus der ersten Sicherheitsanalyse zu E-Bikes der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) hervorgeht.

Die neusten Zahlen bestätigen die Tendenz, wie der Mitverfasser der Studie, Gianantonio Scaramuzza, auf Anfrage sagte. 2014 verletzten sich 145 Elektrovelofahrer schwer, 5 verloren gar ihr Leben.

Die Geschwindigkeit ist bei schweren Alleinunfällen von E-Bike-Fahrern häufiger die Hauptursache des Unfalls als etwa bei Velofahrern. Die am Dienstag veröffentlichte Studie zeigt zudem: Wenn E-Bike-Fahrer schwer verunfallen, geschieht dies öfter bei Selbstunfällen als bei Zusammenstössen.

Ältere und verletzlichere Lenker

E-Biker stürzen etwa, wenn sie Hindernissen ausweichen wollen oder weil sie die Bremswirkung falsch einschätzen, wie Scaramuzza erläuterte. Dieses Risiko von Selbstunfällen sei den Lenkern aber zu wenig bewusst, obwohl sie natürlich um die höhere Geschwindigkeit von E-Bikes wüssten.

E-Bike-Unfälle sind ausserdem schwerer als Fahrradunfälle. Der Grund liegt darin, dass Elektrovelofahrer durchschnittlich älter und somit auch verletzlicher sind als Fahrradfahrer.

Kommt es zu Kollisionen, ereignen sich diese häufig an Kreuzungen und Kreiseln, weil Autofahrer den Vortritt von E-Bikern missachten. Die bfu-Untersuchung zeigt, dass Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit von herannahenden Fahrrädern und E-Bikes unterschätzen.

Je schneller ein Zweiradfahrzeug unterwegs war, desto stärker unterschätzten Versuchspersonen in einem Experiment deren Geschwindigkeit. Allerdings ergab sich kein Unterschied zwischen Fahrrädern und E-Bikes.

Slow Down

Die steigenden Unfallzahlen hängen auch damit zusammen, dass immer mehr Elektrovelos über Schweizer Strassen flitzen. Nicht beantworten konnte die bfu, ob das Unfallrisiko mit E-Bikes höher ist als mit Velos. Dafür sei weitere Forschung nötig, hält die Beratungsstelle fest.

Dennoch ortet die bfu Handlungsbedarf, um die Sicherheit von E-Bikern zu verbessern. Insbesondere brauche es genaue Analysen von Elektrovelo-Unfällen und verbesserte E-Bike-Helme. Ausserdem regt die bfu E-Bike-Kurse für Neulenker an.

Erfahrene Umsteiger sollen für die Gefahren der Elektrovelos sensibilisiert werden. Zu diesem Zweck startet Ende Juni eine Plakatkampagne mit dem bekannten Präventionsengel Franky Slow Down.

(bg/sda)

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