Gefundene Leiche in Irak nicht entführter Japaner
publiziert: Freitag, 29. Okt 2004 / 12:28 Uhr / aktualisiert: Freitag, 29. Okt 2004 / 12:48 Uhr

Tikrit - Bei der in Irak entdeckten Leiche eines Asiaten handelt es sich nach Spitalangaben nicht um den jungen Japaner, der diese Woche entführt wurde. Der Tote sei von kräftiger Statur und dunkler Haut gewesen, sagte ein Arzt des Spitals in Tikrit.

Gemäss Berichten war der Japaner als Tourist auf eigene Faust nach Bagdad gereist.
Gemäss Berichten war der Japaner als Tourist auf eigene Faust nach Bagdad gereist.
Der Erschossene sei zwischen 35 und 40 Jahre alt gewesen und habe schütteres Haar gehabt. Bei dem entführten Japaner handelte es sich dagegen um einen 24-Jährigen mit dichtem Kopfhaar. Ein Sprecher der japanischen Botschaft in Bagdad sagte, die Delegation versuche, die Angaben zu überprüfen.

Am Morgen war eine Frist abgelaufen, welche die Geiselnehmer der japanischen Regierung gestellt hatten. Anhänger des jordanischen Extremistenführers Abu Mussad el Sarkawi hatten am Mittwoch in einem Video die Entführung des 24-jährigen Shosei Koda verkündet und mit seiner Ermordung gedroht.

Auf eigene Faust nach Bagdad gereist

Sie forderten, dass Tokio seine Truppen binnen 48 Stunden aus Irak abzieht. Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi lehnte jedoch jegliche Zugeständnisse an Terroristen ab. Die Geiselnehmer hatten sich nach Ablauf des Ultimatums nicht wieder gemeldet.

Gemäss Berichten war Koda als Tourist auf eigene Faust nach Bagdad gereist. Japan hat 600 Soldaten in Irak stationiert, die mit humanitären Aufgaben betraut sind.

Am Mittwoch hatten Unbekannte in Bagdad eine irakische Fernsehjournalistin erschossen. Wie das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) mitteilte, hatte Likaa Abdel Rassak als Nachrichtensprecherin bei der privaten irakischen Fernsehstation Al-Sharqija gearbeitet.

(rp/sda)

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