Shell-Geiselnahme
Geiselnehmer räumten Ölbohrinseln in Nigeria
publiziert: Samstag, 5. Aug 2000 / 08:09 Uhr

Warri - Geiselnehmer, die seit Montag 165 Mitarbeiter der Firma Royal Dutch/Shell auf zwei Ölplattformen im Nigerdelta in ihrer Gewalt gehalten haben, haben die Inseln nach Angaben der Firma am Freitag geräumt.

Die Aufständischen hätten die Bohrinseln am Nachmittag mit denselben Booten verlassen, mit denen sie auch gekommen seien, teilte ein Konzernsprecher mit. Alle Mitarbeiter seien wohlauf und befänden sich noch auf den Inseln.
Ursprünglich war zwischen Vertretern der Aufständischen und Shell am Mittwoch vereinbart worden, dass die Unterhändler zu den Bohrinseln fahren und die Geiselnehmer am Donnerstag zum Verlassen der Plattformen auffordern sollten. Der Kontakt zu den Unterhändlern sei jedoch wegen schwerer Regenfälle abgerissen, hiess es.

Weiteres Treffen
Die überwiegend jugendlichen Geiselnehmer hatten Arbeitsplätze und Bargeld gefordert. Am 15. August soll es Shell zufolge ein weiteres Treffen mit Vertretern der Jugendlichen geben, bei dem die Forderungen der Geiselnehmer erörtert werden sollten.
Zu den Geiseln gehörten 145 Nigerianer, sieben US-Bürger, fünf Briten sowie Australier und Libanesen, die allesamt für Shell- Subunternehmer tätig sind.
Shell ist der grösste multinationale Konzern, der in Nigeria Öl fördert. Täglich werden in Nigeria mehr als zwei Millionen Barrel Öl gefördert (1 Barrel = 159 Liter), etwa die Hälfte hiervon vom Shell-Konzern. Die Bevölkerung des Niger-Deltas kämpft seit langem um eine angemessene Beteiligung an den Erträgen.

(klei/sda)

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