Gelder für neue Atomsprengköpfe blockiert
publiziert: Mittwoch, 20. Jun 2007 / 19:33 Uhr

Washington - Das US-Abgeordnetenhaus hat Gelder für die Entwicklung einer neuen Generation von Atomsprengköpfen blockiert. Die Abgeordneten forderten, zunächst müsse eine neue neue Atomstrategie vorgelegt werden.

Bis 2012 sollen U-Boote mit neuen Atomsprengköpfen ausgestattet werden.
Bis 2012 sollen U-Boote mit neuen Atomsprengköpfen ausgestattet werden.
Die Kongresskammer strich insgesamt 82 Millionen Dollar (knapp 102 Mio. Franken) aus einem Budgetantrag von Präsident George W. Bush, die für das Projekt vorgesehen waren, wie die «Washington Post» berichtete.

Die US-Regierung sorgt sich seit langem um die Zuverlässigkeit ihres Atomarsenals, das nach Schätzungen zur Zeit etwa 6000 Sprengköpfe umfasst und nach einer Abrüstungsvereinbarung zwischen Washington und Moskau bis 2012 auf 2200 bis 1700 schrumpfen soll.

Auf Grund eines beiderseitigen Testmoratoriums haben die USA seit mehr als 20 Jahren keine neuen Sprengköpfe mehr produziert und stattdessen daran gearbeitet, ihr bestehendes Arsenal durch Wartung und Modernisierungen einsatzbereit zu halten.

Alte Sprengköpfe ersetzen

Nach den jetzigen Planungen der Regierung sollen ab 2012 zunächst U-Boote mit neuen Atomsprengköpfen ausgestattet werden.

Im März entschied sich das Pentagon bereits für ein konkretes Modell und versicherte zugleich den Atommächten China und Russland, dass die Sprengköpfe keine Bedrohung für sie darstellten.

Sie würden das US-Arsenal nicht erweitern, sondern sollten lediglich alte Sprengköpfe ersetzen.

Die Sprengkraft werde durch die Modernisierung nicht vergrössert. Kritiker befürchten trotzdem, dass die US-Pläne zu einem neuen Rüstungswettlauf führen könnten.

(rr/sda)

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