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Geldquellen für Kampagnen sollen offen gelegt werden
publiziert: Montag, 26. Sep 2011 / 20:23 Uhr
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Ständerat Urs Schwaller will mehr Licht in die Finanzierung bringen.
Ständerat Urs Schwaller will mehr Licht in die Finanzierung bringen.

Bern - Künftig soll ersichtlich sein, woher bei Abstimmungskampagnen das Geld kommt. Der Ständerat unterstützte am Montag mit 22 zu 18 Stimmen und gegen den Willen des Bundesrates eine entsprechende Motion der Staatspolitischen Kommission (SPK).

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Der Vorstoss verlangt, dass die Offenlegungspflicht im Gesetz verankert wird. Komitees und Organisationen, die sich mit hohen Beiträgen für oder gegen Vorlagen engagieren, müssen der Bundeskanzlei deklarieren, woher sie die Mittel für ihre Kampagne haben. Diese muss die Angaben vor der Abstimmung veröffentlichen.

"Mehr Licht in die Finanzierung bringen"

"Es geht darum, mehr Licht in die Finanzierung zu bringen", sagte Urs Schwaller (CVP/FR) für die Mehrheit der SPK. Dass die Mittel der Pro- und Kontra-Lager sehr unterschiedlich verteilt seien, ändere die Vorlage nicht. Es gehe nicht um Beiträge von 100, 200 oder 500 Franken, sondern um Spenden von 10'000 Franken und mehr.

Für die von Maximilian Reimann (SVP/AG) vertretene Minderheit ist das Anliegen nicht umsetzbar. Sponsoren wollten häufig nicht genannt werden. Eine Deklarationspflicht habe unerwünschte Folgen: Die Spenden versiegten und der Staat müsste einspringen, oder es würden Wege gesucht, um Nennungen umgehen zu können.

Der Bundesrat hatte ein Nein beantragt. Im Parlament habe keines der bisher geprüften Modelle für eine Offenlegungspflicht eine Mehrheit gefunden, sagte Bundeskanzlerin Corina Casanova dazu. Der Bundesrat sei der Ansicht, dass Abstimmungserfolge nicht einfach gekauft werden könnten.

Gegen das Anliegen sprechen für den Bundesrat die hohe Kadenz von Volksabstimmungen und die Tatsache, dass wegen der brieflichen Abstimmungen die Urnen während drei bis vier Wochen offen seien. "Es ist schwierig, festzulegen, ab wann oder bis wann die Offenlegungspflicht gilt." Die Motion geht nun an den Nationalrat.

Jungpolitiker sammeln Unterschriften

In der Schweiz müssen Parteispenden derzeit einzig in den Kantonen Genf und Tessin offengelegt werden. Das Schweizer System leiste dem Missbrauch von Parteigeldern und der Korruption Vorschub, kritisierte deshalb die Organisation Transparency International. Auch andere Kreise fordern einen offeneren Umgang mit Geldquellen.

Jungpolitiker und -politikerinnen aus mehreren Parteien sammeln zurzeit Unterschriften für eine Volksinitiative. Diese fordert unter anderem eine Deklaration von Zuwendungen ab 10'000 Franken an Wahl- und Abstimmungskampagnen.

 

(fest/sda)

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Wichtiger wäre . . .
. . . die Offenlegung von relevanten Bezügen. Beispielsweise direkte Einnahmen aus Krankenkassen oder aus der Pharma-Industrie. Die Parteienfinanzierung ist Nebensache, da sich die Mittel in der Regel mit der Mitgliederzahl proporzional verhalten. Mehr Mitglieder, mehr Einfluss. Die wirklich relevanten Kampagnen laufen im redaktionellen Teil der Medien und dort wird nicht abgerechnet.
CVP-WischiWaschi
Ausgerechnet der Fast-Bundesrat aus Tafers will Transparenz. Er, der bei allen möglichen Geschäften versucht, die Tatsachen zu vertuschen oder zumindest so zu drehen, dass sie ihm und der CVP dienen. Das C steht je länger desto mehr für Chamäleon und hat die ursprüngliche Bedeutung schon längst verloren. Wenn schon, dann müsste die Parteienfinanzierung offengelegt werden und nicht bloss die Kampagnen.
Wäre schon schön,
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