Geldwäscheskandal bei der Bank of New York
Geldwäsche über drei Schweizer Scheinfirmen
publiziert: Montag, 21. Feb 2000 / 19:59 Uhr

Genf - In der Affäre um die «Weisswäsche» russischer Gelder via die Bank of New York nimmt die Genfer Justiz die Finanztransaktionen der Firmen Benex, BECS und Torfinex unter die Lupe. Über Konten der drei Scheingesellschaften soll russisches Kapital ins Ausland geschleust worden sein.

Unter anderem die Ermittlungen um verdächtige Geldflüsse über Schweizer Banken habe ihn in der letzten Woche zu einem Besuch nach New York geführt, sagte der Genfer Untersuchungsrichter Laurent Kasper-Ansermet auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.
Die Untersuchungen beträfen vor allem die drei Briefkastenfirmen Benex, BECS und Torfinex. Über die Konten dieser Gesellschaften bei der Bank of New York (BoNY) sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Manhattan sieben Milliarden Dollar aus Russland herausgeschleust worden sein.

Informationen erhalten
Nach seiner Rückkehr sagte Kasper-Ansermet am Montag lediglich, Informationen von US-Ermittlern erhalten zu haben. Auf Einzelheiten wollte der Untersuchungsrichter nicht eingehen. Kasper-Ansermet hatte am 3. Februar ein Rechtshilfegesuch an die USA gestellt. Damit will er die Herkunft der Gelder ermitteln, die in der Schweiz deponiert wurden oder über Schweizer Konten flossen.
Laut Kasper-Ansermet stammt ein Teil dieser Transaktionen aus Steuerbetrügereien von reichen Russen. Diese Betrugsfälle seien aber Sache Russlands und stellten keine Geldwäsche im Sinne der Schweizer Gesetze dar.
Benex und BECS werden von Peter Berlin kontrolliert, dessen Ehefrau Lucy Edwards ehemals Leiterin der Londoner BoNY-Filiale war. Die russische Gesellschaft Torfinex steht unter der Kontrolle von Alexej Wolkow.

Geständnis abgelegt
Unterdessen hat laut Medienberichten das Ehepaar am letzten Mittwoch in New York gestanden, innerhalb von vier Jahren etwa sieben Milliarden Dollar über ihre Scheinfirmen verschoben zu haben. Wie die «Washington Post» berichtete, kamen die russischen Gelder über die Bank DKB.
Den beiden Angeklagten sei eigenen Worten zufolge nach kurzer Zeit bewusst geworden, dass sie es mit dubiosen Geschäftspartnern zu tun gehabt hätten. Dennoch hätten sie weiter gemacht und für die durch sie ermöglichten Transaktionen 1,6 Millionen Dollar kassiert. Dem Ehepaar drohe nun eine Haftstrafe von zehn Jahren und die Rückzahlung des Geldes.
Ein Teil der Finanzmittel soll auf Konten bei der Credit Suisse in Genf deponiert worden sein. Die Bank wollte auf Anfrage zu den Vorwürfen nicht Stellung nehmen.

Millionen blockiert
Kasper-Ansermet liess im Zuge seiner Ermittlungen bei Schweizer Banken im vergangenen September 26 Millionen Franken blockieren. Im Oktober traf er sich mit Vertretern der US-Justiz und des FBI. Ende des letzten Jahres entschied der Untersuchungsrichter, eine Untersuchung über die verdächtigen russischen Gelder zu eröffnen.
Seither warte er auf ein Rechtshilfegesuch aus den USA, sagte Kasper-Ansermet am Montag. Die bei Schweizer Banken blockierten 26 Millionen könnten teilweise wieder freigegeben werden müssen.
Die Affäre war im letzten Sommer von amerikanischen Zeitungen ans Licht gebracht worden und warf grosse Wellen, da sie bis in die hohe politische Sphären reichen soll. Laut Medienberichten soll ein Teil der Gelder vom Internationalen Währungsfonds (IWF) abgezweigt worden sein. Die russische Regierung hatte die Anschuldigungen immer zurückgewiesen.

(klei/sda)

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