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Gemischte Klassen sind kein Problem für Schüler
publiziert: Dienstag, 13. Dez 2011 / 12:29 Uhr
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Ob ausländische Kinder oder Schweizer - die Zusammensetzung spielt keine Rolle.
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Bern - Primarschülerinnen und -schüler lernen in Klassen mit hohem Ausländeranteil genauso gut wie in reinen Schweizer Klassen. Zu diesem Schluss kommt eine junge Forscherin in ihrer Doktorarbeit an der Universität Bern.

2 Meldungen im Zusammenhang
Ein hoher Ausländeranteil in Schulklassen weckt oft Befürchtungen: Viele Schweizer Eltern glauben, ihr Kind könnte in einer solchen Klasse benachteiligt sein, es werde zum Beispiel weniger gefördert und gefordert, weil ein effizienter Unterricht in Multikulti-Klassen nicht möglich sei.

Für die Erziehungswissenschaftlerin Tamara Carigiet sind diese Befürchtungen nicht haltbar, wie die Uni Bern im Forschungsmagazin «UniPress» berichtet. Die kulturelle Zusammensetzung einer Klasse spiele keine Rolle für die Schulleistungen - weder für das allgemeine Niveau der Klasse, noch für den einzelnen Schüler, wird Carigiet zitiert.

Kein Einfluss des Ausländeranteils

Für ihre Dissertation untersuchte die Forscherin 42 Schulklassen der dritten Primarschulstufe aus dem deutschsprachigen Teil des Kantons Bern. Sie führte Leistungs- und Intelligenztests durch mit den Kindern und verteilte Fragebögen. Der Ausländeranteil in den Klassen war unterschiedlich hoch.

Es zeigte sich, dass die Schulleistungen nicht vom Ausländeranteil in der Klasse abhängen. Nicht einmal in Klassen mit über 30 Prozent Ausländerkindern waren die Leistungen schlechter. Für Carigiet war dieses Resultat überraschend, denn einige frühere Studien hatten solche Effekte gefunden.

Allerdings seien diese Studien bei Oberstufenklassen durchgeführt worden, wird Carigiet zitiert. Und in diesen Fällen hätten nicht etwa die Schweizer Kinder unter dem hohen Ausländeranteil gelitten, sondern die Ausländer selber: Nur Kinder mit Migrationshintergrund lernten in Klassen mit hohem Ausländeranteil schlechter.

Chancengleichheit

Für Carigiet, die jetzt an der Pädagogischen Hochschule Bern arbeitet, ist ihr Studienergebnis erfreulich: «Das bedeutet, dass jedes Kind in einer Primarschule im Prinzip dieselben Chancen für den Schulerfolg erhält - egal wie hoch der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund in der Klasse ist», sagte sie.

(dyn/sda)

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