Genf will Fahrenden das Leben «ungemütlich» machen
publiziert: Dienstag, 13. Nov 2007 / 17:48 Uhr

Genf - Der Kanton und die Stadt Genf vereinen ihre Kräfte angesichts steigender Probleme mit fahrendem Volk. Sie haben einen Plan vorgestellt, der den Fahrenden das Leben erschwert und ungemütlicher macht, als es heute schon ist.

Die Polizei wird fortan Fahrende kontrollieren und registrieren. (Archivbild)
Die Polizei wird fortan Fahrende kontrollieren und registrieren. (Archivbild)
4 Meldungen im Zusammenhang
Das Ziel sei es, die Anziehungskraft von Genf für Fahrende - in der Mehrheit Roma aus Rumänien - zu senken, sagte der städtische Polizeidirektor Pierre Maudet. Mit einem Bündel von polizeilichen, sanitären und sozialen Massnahmen wolle man zu verstehen geben, dass ein Aufenthalt im Kanton keine dauerhafte Sache sein könne.

Ab kommendem Freitag wird die Polizei Fahrende kontrollieren und registrieren. Insbesondere wird sie prüfen, ob die Strassenmusiker über die erforderliche Bewilligung verfügen.

Zudem werden die Orte, wo die Fahrenden sich eingerichtet haben - vor allem unter Brücken -, geräumt. Es sei unmenschlich, dass Leute während des Winters draussen schliefen, sagte Maudet. Sozialarbeiter werden diese Aktionen begleiten.

Ziel: Ausweisung

Die Roma sollen in zwei Notaufnahmezentren eingewiesen werden. Eines existiert bereits, das andere - mit rund 40 Plätzen - wird eigens dafür eingerichtet. Dort können die Fahrenden allerdings höchstens zehn Nächte bleiben. Danach müssen sie selber für eine dauerhaftere Lösung besorgt sein - oder sich aus dem Staub machen.

Fahrende dürfen sich in Genf ausserdem nicht mehr den ganzen Tag am gleichen Standort aufhalten. Auch wird ihre Anwesenheit auf privatem Grund nicht mehr geduldet, etwa auf den Stufen eines Postgebäudes oder am Eingang von Warenhäusern.

Die verstärkten Kontrollen sollen dazu führen, dass Fahrende, die gegen das Ausländergesetz verstossen, ausgewiesen werden. Das Gesetz erlaubt einen maximal 90-tägigen Aufenthalt als Tourist. Nach Schätzungen weilen 150 bis 200 Roma in Genf.

(smw/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Collombey-Muraz VS - Die Walliser Polizei hat am Samstag die umstrittene Roma-Hochzeit in Collombey-Muraz VS überwacht. Sie ... mehr lesen
Die Walliser Polizei reagierte mit einem erhöhten Aufgebot rund um den Ort, wo die Hochzeit stattfinden sollte.
Doru Costea wollte sich nicht zum Vorgehen der Genfer Behörden äussern.
Genf - Der rumänische Botschafter bei der UNO in Genf, Doru Costea, fordert eine ... mehr lesen
Bern - Schweizer Fahrende werden nach wie vor diskriminiert. 29 Stand- und 38 Durchgangsplätze fehlen. Fahrende und EKR fordern ... mehr lesen
Von den 30 000 bis 35 000 Schweizerinnen und Schweizern mit nomadischen Wurzeln leben noch 3000 bis 5000 als Fahrende.
Nur der Kanton Graubünden habe Angebote für Fahrende eingerichtet.
Genf - Fahrende haben sich in Genf über die Art und Weise, wie sie in der Schweiz ... mehr lesen
Gemeinnützige internationale Hilfsorganisation
Plan Interntional ist ein unabhängiges Hilfswerk, das sich weltweit für ...
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 16
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. 
Die italienische Marine hat 130 Flüchtlinge gerettet.
Dutzende Flüchtlinge vermisst Rom - Bei einem erneuten Bootsunglück im Mittelmeer sind dutzende Flüchtlinge ums Leben gekommen. Die italienische Marine barg nach eigenen ... 2
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als ...  
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter «abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin». (Symbolbild)
Binnenflüchtlinge vor allem im Nahen Osten London - Fast 41 Millionen Menschen sind weltweit vor Krieg und Gewalt im eigenen Land auf der Flucht. ... 1
Weltweit mussten im vergangenen Jahr rund 8,6 Millionen Menschen innerhalb des eigenen Landes fliehen. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 17°C 23°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 17°C 24°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 16°C 20°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig stark bewölkt, Regen
Bern 16°C 23°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 18°C 23°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig stark bewölkt, Regen
Genf 18°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 20°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten